Der Ford Fiesta ’02 ist die sechste Generation des Ford Fiesta. Das Fahrzeug war nur noch als drei- und fünftürige Limousine sowie als Kleinst-Lkw mit zwei Sitzplätzen und ohne hintere Seitenscheiben erhältlich. Der Hochdachkombi Courier wurde eingestellt und durch den neuen Ford Transit Connect auf der Plattform des ersten Ford Focus ersetzt.

Modellgeschichte Die sechste Fiesta-Generation basierte auf einer komplett neuen Plattform, im Vergleich zu den bisherigen Modellen wurde er deutlich länger und breiter. Die Bild am Sonntag verlieh dem Fiesta im Jahr 2002 das Goldene Lenkrad. Alle Fahrzeuge waren mit Gurtstraffer, Seitenaufprallschutz, Antiblockiersystem (ABS), elektronischer Bremskraftverteilung und vier Airbags ausgestattet; gegen Aufpreis auch mit Kopf-Schulter-Airbags.

Zunächst kam dieser Fiesta im November 2001 nur als Fünftürer auf den Markt, die dreitürige Variante folgte im Juni 2002. Das Fahrzeug war weiterhin als dreitürige Van-Variante ohne hintere Seitenfenster erhältlich, der Hochdachkombi Courier wurde jedoch nicht mehr angeboten.

Sterne im Euro NCAP-Crashtest 105px Der kleinste verfügbare Motor war der als Duratec bezeichnete Zetec-Rocam mit 1,3 Liter Hubraum, der die veralteten Endura-E-Motoren mit seitlicher Nockenwelle ersetzte. Die Zetec-16V-Motoren waren nun als Duratec mit 1,4 und 1,6 Liter Hubraum lieferbar, die Variante mit 1,25 Liter Hubraum wurde in Deutschland nicht mehr angeboten. Stärkste Motorisierung war der Duratec-HE mit 2 Liter Hubraum, der unter anderem in den Modellen Focus, Mondeo und C-Max eingesetzt wurde. Dank kleinerer Veränderungen leistete der Duratec-ST 110 kW (150 PS) anstatt 107 kW (145 PS). Die Duratorq-TDCi-Dieselmotoren mit 1,4 und 1,6 Liter Hubraum wurden in Zusammenarbeit mit dem PSA-Konzern entwickelt. Für die beiden 1,4-Liter-Motoren (Benziner und Diesel) war auch das automatisierte Fünfgang-Schaltgetriebe Durashift EST erhältlich, das automatisches oder manuell ausgelöstes Schalten ohne Kupplungsbetätigung erlaubte. Der 1,6-Liter-Ottomotor konnte statt des Fünfgang-Schaltgetriebes auch mit einer Viergang-Vollautomatik bestellt werden. Ein ESP mit Antriebsschlupfregelung (ASR) und Bremsassistent war anfangs nur mit bestimmten Motoren und immer nur ohne Durashift oder Automatik erhältlich. Die Fahrzeuge erreichten die Abgasnorm Euro 4, der 1,4-Liter-Dieselmotor hatte nur die Einstufung Euro 3.

Modellpflege Im Oktober 2005 erfolgte eine Modellpflege. Dabei gab es unter anderem neu gestaltete Stoßstangen vorne und hinten, andere Scheinwerfer und einen hochwertiger anmutenden Innenraum mit eingelegten Hartgummi-Partien in unterschiedlichen Farben, welche abhängig von Ausstattung und Außenfarbe auch individuell ausgewählt werden konnten. Außerdem waren vier neue Metallic-Lackierungen („Exotic-Gelb“, „Manzana-Grün“, „Tango“ und „Viola“) im Angebot.

Weitere Neuheiten waren ein AUX-Eingang zum Anschluss eines MP3-Players, Bluetooth-/Voice-Control-Funktionen, Licht- und Scheibenwischerautomatik, Bordcomputer, eine automatische Klimaanlage und anklappbare Außenspiegel, die erhältlichen Motorvarianten wurden nicht verändert.

Ausstattungslinien Basis Ambiente Der Fiesta Ambiente war die Grundausstattung nach der Modellpflege. Zum serienmäßigen Lieferumfang gehörten ABS mit Elektronische Bremskraftverteilung (EBD), ein Drehzahlmesser, das IPS (Intelligent Protection System, engl. für intelligentes Schutzsystem mit zwei Frontairbags, zwei Seitenairbags und Gurtstraffern mit Gurtkraftbegrenzung), Kopfstützen hinten, eine höhenverstellbare Lenksäule, eine asymmetrisch teilbare Rücksitzlehne und eine Servolenkung. Äußerlich war der Ambiente durch die nur teilweise lackierten Stoßfänger von den höherwertigen Ausstattungslinien abgesetzt. Das Fahrzeug war mit Ausnahme von Indianapolis-Blau in allen Außenfarben verfügbar, der Armaturenträger war in Schwarz/Grau ausgeführt und die Stoffbezüge der Sitze waren ausschließlich im Design Obsidian erhältlich. Der Grundpreis für den Fiesta Ambiente lag 2007 bei 10.990 EUR. Der Ambiente war nur in Verbindung mit Motoren der unteren Leistungsklassen lieferbar, ein Automatikgetriebe wurde nicht angeboten. Style Das „attraktive Evolutionsmodell“ Style hatte eine höherwertige Ausstattung als der Fiesta Ambiente und wurde ebenfalls nach der Modellpflege angeboten. Zusätzlich zur Serienausstattung des Ambiente waren beim Style das Audiosystem 5000C (Kassettenradio mit vier Lautsprechern), ein höhenverstellbarer Fahrersitz, eine Klimaanlage mit Umluftschaltung, ein Lederlenkrad und in Wagenfarbe lackierte Stoßfänger, Zierleisten und Türgriffe im Basispreis inbegriffen. Der Fiesta Style konnte mit allen ab Werk lieferbaren Motor- und Getriebekombinationen (mit Ausnahme des 2,0-Liter-Motors des Fiesta ST) bestellt werden. Für die Stoffbezüge standen vier Muster zur Wahl, je nachdem war der Armaturenträger in Grau, Rot oder Blau gehalten und auch bei der Außenfarbe gab es Einschränkungen in Abhängigkeit vom Bezugsstoff. Manche Lackierungen gab es für den Style nicht. Trend Der Fiesta Trend hat zusätzlich zur Ausstattung Ambiente elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, Nebelscheinwerfer, Sitzbezüge und Türverkleidung farblich auf die Außenlackierung abgestimmt, Stoßfänger in Wagenfarbe lackiert und eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Ghia Nach der Modellpflege bot der Fiesta Ghia die beste Ausstattung der Fiesta-Modelle. Der Ghia war teurer als der Fiesta Style und serienmäßig umfangreich ausgestattet mit in Wagenfarbe lackierten, elektrisch beheiz-, einstell- und anklappbaren Außenspiegeln, einem Bordcomputer, elektrischen Fensterhebern vorn, Kühlergrill mit Chromdekor, Lederschaltknauf, Nebelscheinwerfer, Scheibenwischern mit Regensensor, Scheinwerferassistent mit Tag- und Nachtschaltung, Zentralverriegelung mit Fernbedienung und 15-Zoll-Stahlrädern. Ein Audio-System war ab Werk nicht vorgesehen und konnte gegen Aufpreis zusätzlich bestellt werden. Die Sitzbezüge des Ghia waren sowohl ganz in Stoff als auch teilweise in Leder in vier verschiedenen Mustern erhältlich. Der Armaturenträger wurde ausschließlich in Grau ausgeliefert, die Außenfarben waren – wie schon beim Style – abhängig vom Stoffdesign, jedoch waren mit Ausnahme von Indianapolis-Blau alle Außenfarben verfügbar. Abgesehen vom 1,3-Liter-Duratec-Motor mit 44 kW und dem 2,0-Liter-Motor waren alle Motoren für den Ghia vorgesehen. Fun Der Fiesta Fun war ein Editionsmodell, das ab 2005 angeboten wurde. Zum serienmäßigen Lieferumfang gehörten zusätzlich zur Ambiente-Ausstattung Audiosystem 5000C, Fahrersitz höhenverstellbar und eine Klimaanlage. Connection Sport Der Fiesta Sport bot das sportliche Aussehen der Fahrzeuge aus dem „Ford-Fiesta-ST-Cup“. Zum serienmäßigen Lieferumfang gehörten ABS mit EBD, in Wagenfarbe lackierte, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, ein höhenverstellbarer Fahrersitz, elektrische Fensterheber vorn, ein Lederlenkrad, eine asymmetrisch teilbare Rücksitzlehne, Nebelscheinwerfer, eine sportlich abgestimmte Schaltung, ein Sportfahrwerk, Sportsitze vorn, Stoßfänger in speziellem Design, Zentralverriegelung mit Fernbedienung und 16-Zoll-Leichtmetallräder. Der Fiesta Sport konnte wahlweise mit dem 1,4-Liter-Motor mit 59 kW (80 PS), dem 1,6-Liter-Motor mit 74 kW (100 PS) oder dem 1,6-Liter-TDCi-Dieselmotor mit 66 kW (90 PS) ausgestattet werden. ST mini|Ford Fiesta ST (2005–2008) Der Fiesta ST war das Topmodell dieser Baureihe und wurde ab Januar 2005 verkauft. Das ST steht dabei für Sport Technologie. Im Gegensatz zum Tourenwagen aus dem Fiesta-ST-Cup, dessen 1,6-Liter-Zetec-SE 118 kW (160 PS) leistete, wurde die Straßenversion mit dem 2,0-Liter-Duratec-HE ausgestattet, der als Duratec ST 110 kW (150 PS) leistete. Mit einer sportlicheren Getriebeübersetzung und einer Schaltwegsverkürzung erreichte der ST eine Höchstgeschwindigkeit von 208 km/h und beschleunigte von 0–100 km/h in 8,4 Sekunden. Auch die Form des Tourenwagens mit geänderten Stoßstangen, Seitenschwellern, einem geänderten Kühlergrill und einem größeren Lufteinlass in der vorderen Stoßstange wurde in die Serie übernommen und der ST damit optisch deutlich von den anderen Ausstattungen abgesetzt. Äußerlich blieb er auch nach der Modellpflege – abgesehen von den Scheinwerfern und den Rückleuchten – unverändert, das Kühlergrilldesign des ST wurde in der Modellpflege für alle anderen Modelle übernommen. Im Innenraum gab es in Deutschland serienmäßig vier Airbags, Teilleder-Sportsitze, Lederlenkrad und Lederschaltknauf, ein CD-Radio, Klimaanlage, Bordcomputer sowie Pedalauflagen und Türgriffe aus Edelstahl. Der Innenraum wurde im Rahmen der Modellpflege ebenfalls überarbeitet. Zur weiteren Serienausstattung gehörten 16-Zoll-Leichtmetallräder, ein sportlich abgestimmtes Fahrwerk, in Wagenfarbe lackierte Außenspiegel, Türgriffe und Seitenzierleisten, eine verchromte Auspuffblende, Nebelscheinwerfer, Wärmeschutzverglasung und Aluminium-Einstiegsleisten. Nach der Modellpflege war die bis dahin als Wunschausstattung erhältliche Fahrdynamikregelung (Elektronisches Stabilitätsprogramm, ESP) in Deutschland ebenfalls serienmäßig. Die Wunschausstattung enthielt u. a. 17-Zoll-Leichtmetallräder, einen Dachspoiler, Volllederausstattung, Klimaautomatik, Alarmanlage, ein besseres Radio, Sitzheizung sowie Rennstreifen auf Haube, Dach, Heckklappe und Türen. Das Modell war nur in bestimmten Farben lieferbar, in Deutschland waren dies weiß, rot, blau, royalgrau und schwarz. Je nach Außenfarbe variierte die Polsterfarbe zwischen rot und blau, die Volllederausstattung war immer komplett in schwarz gehalten. Der ST war der erste Fiesta, der auch an der Hinterachse mit Scheibenbremsen ausgestattet war. Die Bremsanlage an der Vorderachse wurde im Vergleich zu den anderen Modellen vergrößert, an der Hinterachse kam eine straffer abgestimmte Verbundlenkerachse zum Einsatz. In anderen Märkten gab es einige Unterschiede in der Ausstattung. So war das Modell im Vereinigten Königreich ausschließlich mit den 17-Zoll-Leichtmetallrädern verfügbar, die Farbe Royalgrau war dort nicht für den ST vorgesehen. ESP gehörte auch nach der Modellpflege nicht in allen Märkten zur Serienausstattung und musste dort als aufpreispflichtiges Extra bestellt werden. Der Basispreis des Fiesta ST lag 2007 bei 18.600 EUR. VAN (ab 2007) mini|Ford Fiesta VAN (2007–2008) Ab 2002 wurde mit Einführung des neuen Transit Connect wurde die Produktion der Kleinlieferwagen Fiesta Courier und Escort Express eingestellt. Der Transit Connect ist ein Kastenwagen auf der Plattform des ersten Focus, das Innenraumdesign weist eine gewisse Ähnlichkeit mit dem des Fiesta ’02 auf. Erst ab 2007 und damit kurz vor Einstellung der Produktion des Fiesta ’02 wurde 2007 wieder ein Fiesta VAN angeboten. Dieser Kleinlieferwagen kann auch als LKW zugelassen werden. Aufgrund des eingeschränkten Nutzwertes sind diese Fahrzeuge – insbesondere in Deutschland – selten anzutreffen.

Sondermodelle Champ 1st-Edition Viva Viva X Futura Blues Finesse 100 We will Rock you Die Fiesta Magic-Sondermodelle waren als Black-Magic in Pantherschwarzmetallic, Silver-Magic in Polarsilber und White-Magic in Frostweiß gegen Ende der Bauzeit erhältlich. Diese Sondermodelle wurden vom Fiesta Sport abgeleitet, von dem auch das Design der Stoßfänger übernommen wurde. Zum serienmäßigen Lieferumfang gehörten zusätzlich ein in Wagenfarbe lackierter Heckspoiler, in Wagenfarbe lackierte 16"-Leichtmetallräder, eine Klimaanlage, in Wagenfarbe lackierte Außenspiegel, Türgriffe und Seitenzierleisten, Aluminium-Look-Dekor im Innenraum und das Audiosystem 6000 CD mit vier Lautsprechern. Im Gegensatz zum Fiesta Sport waren für den Fiesta Magic nur der 1,3-Liter-Motor mit 51 kW (70 PS) und der 1,4-Liter-Motor mit 59 kW (80 PS) vorgesehen.

Technik Karosserie