Der Landkreis Celle ist ein Landkreis in der östlichen Mitte Niedersachsens.
Geographie Lage Der Landkreis ist Teil des Lüneburgischen Landschaftsverbands. Die Aller durchquert als größtes Fließgewässer den südlichen Teil des Landkreises.
Nachbarkreise Der Landkreis Celle grenzt im Uhrzeigersinn, im Nordwesten beginnend, an die Landkreise Heidekreis, Uelzen, Gifhorn und die Region Hannover; (Karte).
Geschichte Der Landkreis Celle wurde am 1. April 1885 im Rahmen der Bildung von Landkreisen in der Provinz Hannover aus den alten Ämtern Celle und Bergen sowie den Orten Bröckel, Wiedenrode, Bohlenbruch, Langlingen, Hohnebostel, Fernhavekost, Neuhaus und Nienhof des Amtes Meinersen gebildet.Kreisordnung für die Provinz Hannover (1884) Verwaltungssitz wurde die Stadt Celle, die kreisfrei blieb, bis sie im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen 1973 in den Landkreis eingegliedert wurde.
Ein größeres Gebiet im Westen des Landkreises wurde in den 1930er Jahren in den Truppenübungsplatz Bergen einbezogen und vorübergehend in den Landkreis Fallingbostel umgegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte dieses Gebiet in den Landkreis Celle zurück, in dem es heute den gemeindefreien Bezirk Lohheide bildet. Durch zahlreiche Gemeindefusionen im Rahmen der Gebietsreform in Niedersachsen wurde von 1968 bis 1974 die Zahl der Gemeinden des Kreises deutlich reduziert. Am 1. März 1974 wechselten die Gemeinden Hahnenhorn, Pollhöfen und Ummern in den Landkreis Gifhorn.
Der Kreis war Teil des Regierungsbezirks Lüneburg, bis letzterer am 31. Dezember 2004 aufgelöst wurde.
Zum 1. Januar 2014 wurde die Samtgemeinde Eschede aufgelöst. Alle bisherigen Mitgliedsgemeinden wurden in die Gemeinde Eschede eingemeindet. Eschede ist somit eine Einheitsgemeinde.Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Eschede, Landkreis Celle vom 19. Juni 2013, In: Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 10 vom 25. Juni 2013, S. 164
Zum 1. Januar 2015 fusionierten die Gemeinden Hermannsburg und Unterlüß zur neuen Gemeinde Südheide.Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Südheide, Landkreis Celle, vom 15. Mai 2014. In: Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt 5321 vom 28. Mai 2014, Niedersächsische Staatskanzlei, Hannover 2014, S. 142
Einwohnerstatistik mini|400px|rechts|Bevölkerungspyramide für den Kreis Celle (Datenquelle: Zensus 2011.)
Der Eintritt der Stadt Celle in den Landkreis am 1. Januar 1973 führte zu einer deutlichen Steigerung der Bevölkerungszahl. Jahr Einwohner Quelle 1884 29.533 Friedrich Helmke, Heinrich Hohls: Der Speicher, Heimatbuch für den Landkreis Celle, 1930 1890 29.661 1900 31.577 1910 39.290 1925 45.987 1939 52.305 1950 101.655 1960 94.100 1970 104.900 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 1980 165.300 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981 1990 169.734 2000 181.792 2010 178.528 2020 179.386
Konfessionsstatistik Laut dem Zensus 2011 waren 56,2 % der Einwohner im Landkreis Celle evangelisch, 8,0 % (14.158) römisch-katholisch und 35,8 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe., Zensus 2011 Der Anteil der Protestanten und Katholiken am Gesamtbevölkerung ist seitdem mit 1 % jährlich gesunken. Gemäß dem Zensus 2022 waren (2022) 45,8 % der Einwohner evangelisch, 7,1 % katholisch und 47,0 % konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion), abgerufen am 20. Juli 2024
Das Gebiet des Landkreises Celle gehört zu den evangelisch-lutherischen Kirchenkreisen Celle und Soltau und zum römisch-katholischen Bistum Hildesheim.
Politik
Kreistag Der Kreistag des Landkreises Celle besteht aktuell aus 58 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die gemäß § 46 NKomVG festgelegte Anzahl für einen Landkreis mit einer Einwohnerzahl zwischen 175.001 und 200.000. Stimmberechtigt im Kreistag ist außerdem der hauptamtliche Landrat. Die Ratsmitglieder werden für jeweils fünf Jahre gewählt.
Der Kreistag setzt sich wie folgt zusammen:
Parteien und Wählergemeinschaften Prozent2021 Sitze2021 Prozent2016 Sitze2016 Prozent2011 Sitze2011 Prozent2006 Sitze2006 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands34,42037,72241,12445,026 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands23,81426,61630,61830,417 Grüne Bündnis 90/Die Grünen12,988,4512,177,04 FDP Freie Demokratische Partei7,855,534,539,86 AfD Alternative für Deutschland7,3410,86 WG Lk Wählergemeinschaft Landkreis4,225,138,454,63UNABHÄNGIGEDIE UNABHÄNGIGEN – Bürger für Celle e. V.2,312,01 Linke Die Linke2,112,012,31 CDW Christlich-Demokratische Wählergemeinschaft – Landkreis Celle1,61 Die PARTEI Die PARTEI 1,5 1 1,6 1 Basis Basisdemokratische Partei Deutschland 1,0 1 SPB Sozial-Patriotisches-Bündnis Landkreis Celle 1,51 BSG Bündnis Soziale Gerechtigkeit 1,21Gesamt10058100581005810058Wahlbeteiligung56,9 %50,9 %48,0 %54,0 % letzte Kommunalwahl am 12. September 2021Website Landkreis Celle, abgerufen am 15. September 2021
Der Kreistag hat am 2. November 2021 die Kreiswahl für ungültig erklärt. Am 13. Februar 2022 wird in einigen Wahlbezirken von Celle-Neuenhäusen eine Wiederholungswahl stattfinden.Wiederholungswahl der Kreiswahl Dirk-Ulrich Mende von der SPD wurde zum Kreistagsvorsitzenden gewählt., abgerufen am 9. Februar 2022, abgerufen am 9. Februar 2022
Landräte 1885–1894 Maximilian von Frank (seit 1879 Kreishauptmann) 1894–1899 Otto Georg von Bardeleben 1899–1919 Dietrich von Harlem 1919–1945 Wilhelm Heinichen 1945–1946 Hero Müller-Edzards (kommissarisch) 1946–1946 Edmund Rehwinkel (CDU) 1946–1953 Friedrich Stolte (NLP/DP) 1953–1954 Herbert Leinkauf (BHE) 1954–1955 August Lammers (FDP) 1955–1956 Herbert Leinkauf (DP) 1956–1957 Armin Hörmann (SPD) 1957–1961 August Lammers (FDP) 1961–1966 Otto Hasselmann (CDU) 1966–1991 Hubertus Bühmann (CDU) 1991–1998 Edzard Blanke (CDU) 1999–2021 Klaus Wiswe (CDU) seit 2021 Axel Flader (CDU)
Wappen, Flagge und Dienstsiegel Der Landkreis Celle erhielt durch das Preußische Staatsministerium am 24. August 1928 die Genehmigung, das nachstehend beschriebene Wappen zu führen. Wappenbeschreibung „In Gold ein rot gezungter blauer Löwe, zwischen dessen Vorderpranken ein rotes Herz schwebt.“ Das Gebiet mit der 1292 gegründeten Kreisstadt gehörte in der Hauptsache zum ältesten welfischen Allodial- und Lehensbesitz. Altencelle war seit der Mitte des 12. Jahrhunderts herzogliche Burg. Von 1371 bis 1705 spielte Celle als Residenz des Fürstentums Lüneburg eine bedeutende Rolle. Die jahrhundertelange Herrschaft der Herzöge von Celle-Lüneburg gab die Begründung für die Aufnahme ihres Löwen in das Kreiswappen, wobei von den roten Herzen, die seit dem Ende des 13. Jahrhunderts im Schild der Welfen vorkommen und aus dem dänischen Königswappen stammen, nur ein einziges als Beizeichen berücksichtigt wurde.
Flaggenbeschreibung „Die Flagge des Landkreises ist gelb und zeigt die Symbole des Wappens.“§ 2 der Die Wappenbeschreibung in Absatz 1 dort lautet: „Das Wappen des Landkreises zeigt im goldenen Felde einen blauen Lüneburger Löwen, der zwischen den Vorderpranken ein rotes Herz hält.“
Dienstsiegel Das Dienstsiegel enthält das Wappen und die Umschrift „Landkreis Celle“.
Wirtschaft Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Celle Platz 267 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“.
Gesundheitswesen +Aufgestellte Krankenhausbetten im Landkreis Celle Krankenhaus Sitz 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Allgemeines Krankenhaus Celle (AKH-Gruppe)seit 2010 mit Krankenhaus St. Josef-Stift Celle 681 660 650 639 631 596 596 568 698(606) 678 Krankenhaus St. Josef-Stift, ab 2005 zur AKH-Gruppe und 2010 Verschmelzung zum Allgemeinen Krankenhaus Celle Celle 190 190 160 160 140 140 140 140 (92) Gesamt 871 850 810 799 771 736 736 708 698 678 Natur und Tierwelt Schutzgebiete Im Landkreis befinden sich neben Landschaftsschutzgebieten und Naturdenkmalen 28 ausgewiesene Naturschutzgebiete (Stand Juli 2019).
Siehe auch: Liste der Naturschutzgebiete im Landkreis Celle Liste der Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Celle Liste der Naturdenkmale im Landkreis Celle Liste der geschützten Landschaftsbestandteile im Landkreis Celle
Weite Teile des Landkreises sind Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, Vogelschutz- und FFH-Gebiet. (PDF; 14,1 MB) Störche Im Landkreis Celle befinden sich mehrere Weißstorch-Nester, die regelmäßig mit Storchenpaaren besetzt sind und in denen Jungstörche aufgezogen werden.Weißstörche in den Landkreisen Celle und Gifhorn
Anzahl der ausgeflogenen Jungen: Ort 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2021 Adelheidsdorf – – – – – – – – – – – – -0 1 Ahnsbeck 3 3 1 2 2 3 0 0 0 0 0 0 00 2 Altencelle-Burg 2 2 2 2 3 2 1 2 2 2 3 4 00 0 Bannetze – – – – – – – – – – – – -1 0 Bockelskamp – – – – – – – – – – – – -- 1 Celle-Stadt 0 0 0 0 0 0 0 0 2 1 0 1 30 2 Großmoor 3 4 4 0 4 0 1 2 0 4 3 1 23 2 Hohne 2 0 1 4 3 1 0 3 2 3 2 1 01 4 Hornbostel 0 4 2 3 2 3 2 2 2 3 4 2 30 2 Jeversen 0 0 0 0 0 0 0 2 1 2 1 0 33 2 Langlingen 0 4 3 2 0 0 4 3 1 3 4 1 11 5 Nienhagen 2 1 2 5 2 3 2 0 1 2 2 1 20 3 Oldau 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 10 2 Thören 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 02 - Wienhausen 2 0 0 3 0 3 3 3 2 2 0 3 40 - Wathlingen – – – – – – – – – – – – -- 4 Winsen 4 2 0 1 0 0 0 3 0 2 3 1 12 2 Wolthausen – – – – – – – – – – – 1 21 1 Insgesamt 18 20 15 22 16 15 13 20 13 24 22 16 221433
Gemeinden (Einwohner am )
Einheitsgemeinden Bergen, Stadt () Celle, Kreisstadt, große selbständige Stadt () Eschede () Faßberg () Hambühren () Südheide () Wietze () Winsen (Aller) ()
Samtgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden
* Sitz der Samtgemeindeverwaltung 1. Samtgemeinde Flotwedel () Bröckel () Eicklingen () Langlingen () Wienhausen* () 2. Samtgemeinde Lachendorf () Ahnsbeck () Beedenbostel () Eldingen () Hohne () Lachendorf* () 3. Samtgemeinde Wathlingen () Adelheidsdorf () Nienhagen () Wathlingen* ()
gemeindefreier Bezirk Lohheide ()
Ehemalige Gemeinden Die folgende Liste enthält alle ehemaligen Gemeinden, die jemals dem Landkreis Celle angehörten und alle Eingemeindungen.territorial.de: Landkreis Celle