Dröda ist ein Ortsteil der Gemeinde Weischlitz im Vogtlandkreis in Sachsen. Er wurde am 1. Januar 1999 nach Burgstein eingemeindet, mit dem er am 1. Januar 2011 zur Großgemeinde Weischlitz kam. Seitdem hat Dröda den Status einer Ortschaft mit Ortschaftsverfassung nach der Sächsischen Gemeindeordnung und haben damit einen Ortschaftsrat und Ortschaftsbürgermeister.

Geographie mini|Staumauer der Talsperre Dröda

Geographische Lage und Verkehr Dröda ist ein Platzdorf mit Zeilendorfteil in waldhufenähnlicher Block- und Streifenflur und liegt am südöstlichen Rand der Gemeinde Weischlitz. Der Ort liegt einen Kilometer nördlich unterhalb der Talsperre Dröda auf einer Höhe von . Durch den Ort fließt der Feilebach. Dieser speist zunächst die Talsperre, bevor er im Ort von rechts den Bobenneukirchener Lohbach aufnimmt und drei Kilometer nördlich von links in die Weiße Elster mündet. Dröda befindet sich im Westen des Vogtlandkreises und im sächsischen Teil des historischen Vogtlands. Geografisch liegt der Ort im Zentrum des Naturraums Vogtland (Mittelvogtländisches Kuppenland).

Durch Dröda führt die Staatsstraße 310 zur Bundesautobahn 72, die nördlich des Orts liegt.

Der Ort ist mit der vertakteten RufBus-Linie 54 des Verkehrsverbunds Vogtland an Oelsnitz und Wiedersberg angebunden.

Nachbarorte Dröda wird umgeben von zwei weiteren Ortsteilen dieser Gemeinde und drei Ortsteilen der Gemeinde Bösenbrunn.

Geschichte mini|Feilebach in Dröda Die erste urkundliche Erwähnung von Dröda erfolgte im Jahr 1328 als „zu der Ode“. Dies kommt aus dem Mittelhochdeutschen und hat die Bedeutung „der Ort in der Einöde“ im unbebauten Grund. Bereits im 14. Jahrhundert existierte in dem Ort eine Wasserburg, die im Jahr 1403 von den Rittern von Raschau an Bernhard von Weischlitz verkauft wurde. In der Folgezeit war sie ab 1450 im Besitz von Apel von Tettau, ab 1556 von Jobst Heinrich von Watzdorf und danach von Christoph von Reitzenstein. Der seit 1606 als Rittergut bezeichnete Herrensitz gelangte nach mehreren Besitzerwechseln Mitte des 19. Jahrhunderts an die Familie Tropitzsch. Im Jahre 1812 erreichten Napoleons Truppen auch den Ort Dröda und fügten dort mit Brandschatzung und Plünderung der Bevölkerung großen Schaden zu.

Bezüglich der Grundherrschaft gehörte Dröda bis 1856 zeitweise anteilig zu den Rittergütern Dröda, Geilsdorf, Leubnitz und Pirk-Türbel. Dröda lag bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Voigtsberg.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 74 f. 1856 wurde der Ort dem Gerichtsamt Oelsnitz und 1875 der Amtshauptmannschaft Oelsnitz angegliedert. Bereits um 1456 besaß Dröda eine Kirche. Das Gotteshaus aus den Jahren 1674/1675 wurde durch einen Brand am 19. April 1885 zerstört. Die heutige Kirche entstand als einschiffiger neugotischer Bau mit spitzem Westturm in den Jahren 1886/1887 nach einem Entwurf des Architekten Christian Schramm. Im Zuge der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone ab 1945 wurde das Rittergut Dröda enteignet. Der Abriss des Herrenhauses erfolgte in den Jahren 1948/1949. Von der ursprünglichen Wasserburg, dem Alten Schloss, blieben lediglich eine ummauerte Burginsel, Graben und Tonnengewölbe erhalten. Unmittelbar am Teich des einstigen Rittergutes befinden sich 3 Griebenherde aus Granit, deren Restauration im Jahr 1973 erfolgte.

Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam die Gemeinde Dröda im Jahr 1952 zum Kreis Oelsnitz im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt). Zwischen 1964 und 1971 erfolgte der Bau der Talsperre Dröda südwestlich des Orts durch Anstauung des Feilebachs. Beim Bau der Talsperre wurden die Nachbarorte Ramoldsreuth und Dechengrün vollständig und einige Häuser von Dröda abgebrochen, welche ebenso wie die Talsperre im 5-km-Sperrgebiet der damaligen innerdeutschen Grenze lagen.

Dröda kam im Jahr 1990 zum sächsischen Landkreis Oelsnitz, der 1996 im Vogtlandkreis aufging. Am 1. Januar 1999 erfolgte die Eingemeindung in die Gemeinde Burgstein, die wiederum am 1. Januar 2011 in die Großgemeinde Weischlitz eingegliedert wurde.

Ortsnamensformen und Namensherkunft 1328 „zu der Ode“ (erste urkundliche Erwähnung) 1378 „Oede“ 1482 „Zur Droda“ 1542 „Odehe“ 1583 „Trödaw“ (Trödau)

Dröda kommt von dem Wort Oede und bedeutet so viel wie der Ort der Einöde.

Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl1557 9 besessene Mann1764 12 besessene Mann, 1 Hufe je 30 Scheffel1834 2381871 3161890 2511910 258 Jahr Einwohnerzahl1925 2651939 2581946 3251950 2991964 2471990 243 Jahr Einwohnerzahl1991 2351992 2301993 2241994 2161995 2061996 218 Jahr Einwohnerzahl1997 2231998 217

Literatur Bodendenkmal Burgstall Wasserburg "Altes Schloß" in Dröda (S. 42–43), in Volkmar Geupel: Die geschützten Bodendenkmale im Bezirk Karl-Marx-Stadt. Hrsg. Heinz-Joachim Vogt, Kleine Schriften des Landesmuseums für Vorgeschichte Dresden, Heft 3, Dresden 1983, ISSN 0232-5446

Weblinks

Dröda auf der Seite der Gemeinde Weischlitz

Einzelnachweise

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