mini|Ein Alstom Coradia Nordic X60 der SL am Stockholmer Hauptbahnhof Die AB Storstockholms Lokaltrafik, kurz SL (bis 1967 AB Stockholms Spårvägar, SS) ist die Nahverkehrsgesellschaft des Großraums Stockholm. Sie fungiert als Managementgesellschaft des Aufgabenträgers, der Provinz Stockholms län. Sie ist in dieser Provinz verantwortlich für die U-Bahn (Tunnelbana), die Straßen-, die Lokal-, die S-Bahn-ähnlichen Vorortzüge (Pendeltåg) und die Buslinien. Dabei hält SL Infrastruktur und Fahrzeuge vor und ist für die Planung und Vermarktung des Verkehrsangebots verantwortlich. Die eigentliche Betriebsdurchführung wird von SL per Ausschreibung an Privatunternehmen vergeben.
Linien Hier sind alle Eisenbahnlinien aufgelistet, die im Verkehrsverbund Storstockholms Lokaltrafik fahren: Linie Linienname Linienweg Fahrzeugeinsatz Tunnelbanan (U-Bahn) 10 Blå linje Kungsträdgården – T-Centralen – Hjulsta C20U (C25) 11 Kungsträdgården – T-Centralen – Akalla C20U (C25) 13 Röda linje Norsborg – T-Centralen – Ropsten C30 14 Fruängen – T-Centralen – Mörby centrum C30 17 Gröna linje (Åkeshov –) Odenplan – T-Centralen – Skarpnäck C20U (C25) 18 (Vällingby –) Alvik – T-Centralen – Farsta strand C20U (C25) 19 Hässelby strand – T-Centralen – Hagsätra C20U (C25) Spårvagn (Straßenbahn) 7 Spårväg City Sergels torg – Kungsträdgården – Nybroplan – Nordiska Museet/Vasa-Museum – Skansen/Djurgårdsslätten – Waldemarsudde A35 7N Djurgårdslinje Norrmalmstorg – Nybroplan – Nordiska Museet/Vasa-Museum – Skansen/Djurgårdsslätten – Waldemarsudde historische Straßenbahnzüge 12 Nockebybanan Alvik – Ålstensgatan – Höglandstorget – Nockeby A32 und A35 21 Lidingöbanan Ropsten – Larsberg – AGA – Skärsätra – Gåshaga – Gåshaga brygga (Gemeinde Lidingö) A36 30 Tvärbanan Solna station – Solna centrum – Solna Business Park – Sundbybergs centrum – Alvik – Stora Essingen – Liljeholmen – Årstaberg – Globen – Gullmarsplan – Sickla (Nacka) A32 und A35 31 Alviks strand – Bromma flygplats Lokalbanan (Lokalbahn) 25 Saltsjöbanan Slussen – Nacka – Lillängen – Saltsjö-Duvnas – Igelboda – Saltsjöbanan C10 26 Igelboda – Tippen – Tattby – Ersta viksbadet – Solsidan C10 27 Roslagsbanan Stockholms östra – Universitetet – Mörby – Djursholms Ösby – Roslags Näsby – Täby kyrkby – Vallentuna – Lindholmen – KårstaX10p und X15p 28 Stockholms östra – Universitetet – Mörby – Djursholms Ösby – Bråvallavägen – Djursholms Ekeby – Enebyberg – Roslags Näsby – Täby Centrum – Viggbyholm – Hägernäs – Åkersberga – Österskär 29 Stockholms östra – Universitetet – Stocksund – Mörby – Djursholms Ösby – Täby Näsbypark Pendeltåg (S-Bahn)40Pendeltåg Uppsalas centralstation – Knivsta – Flughafen Stockholm/Arlanda – Upplands Väsby – Sollentuna – Solna – Stockholm Odensplan – Stockholm City – Stockholms södra – Älvsjö station – Huddinge – Tumba – Södertälje hamn – Södertälje centrum X6041Märsta – Upplands Väsby – Sollentuna – Solna – Stockholm Odenplan – Stockholm City – Stockholms södra – Älvsjö station – Huddinge – Tumba – Södertälje hamn – Södertälje centrum42Märsta – Upplands Väsby – Sollentuna – Solna – Stockholm Odenplan – Stockholm City – Stockholms södra – Älvsjö station – Handen – Jordbro – Västerhaninge – Ösmo – Nynäshamn43Bålsta – Kungsängen – Jakobsberg – Sundbyberg – Stockholm Odenplan – Stockholm City – Stockholms södra – Älvsjö station – Handen – Jordbro – Västerhaninge – Ösmo – Nynäshamn44Bålsta – Kungsängen – Jakobsberg – Sundbyberg – Stockholm Odenplan – Stockholm City – Stockholms södra – Älvsjö station – Huddinge – Tumba – Södertälje hamn – Södertälje centrum48Södertälje centrum – Södertälje hamn – Södertälje Syd – Järna – Gnesta
U-Bahn
Die Tunnelbanan wird von MTR Corporation, der U-Bahngesellschaft von Hongkong, betrieben. Die drei Stammstrecken (rote, blaue und grüne Linien) werden von sieben einzelnen Linien befahren (Blaue Linie: 10 und 11, Rote Linie: 13 und 14, Grüne Linie: 17, 18 und 19).
Straßenbahn
Die Geschichte der Straßenbahn in Stockholm begann am 10. Juli 1877 mit der Eröffnung der ersten Pferdebahn. Zwischen 1887 und 1901 verkehrte zudem eine Dampfstraßenbahn im Stadtteil Södermalm. Ab 1901 begann der elektrische Betrieb der Bahn. Bis 1917 gab es in der Stadt mit der Stockholms Nya Spårvägsaktiebolag, kurz SNS, und Södra Spårvägs AB, kurz SSB, zwei Straßenbahngesellschaften. Seit diesem Jahr waren sie als AB Stockholms Spårvägar (SS) vereint. 1923 führte sie die ersten Omnibusse ein. 1926 kam es zur ersten Einstellung einer Straßenbahn- zu Gunsten einer Omnibuslinie. 1941 wurde eine weitere Linie zugunsten einer Oberleitungsbuslinie eingestellt.
Am 15. April 1957 beschloss die Stadt, den Straßenbahnbetrieb schrittweise auf Omnibusse umzustellen. Damals wurde festgestellt, dass dieser Beschluss unwirtschaftlich sei. Trotzdem begann die sukzessive Schließung des Straßenbahnnetzes. Ab dem 3. September 1967 war die Innenstadt straßenbahnleer. An demselben Tag, dem Dagen H, wurde die Rechtsfahrordnung in Schweden eingeführt, was auch ein Grund der Einstellung war, denn für den Rechtsbetrieb hätten teure Neufahrzeuge mit Türen auf der anderen, nun richtigen Seite gekauft werden müssen. Bis dahin wurde in Schweden links gefahren. Ab 1. Januar 1967 wurde die Stockholmer Straßenbahn AG, AB Stockholms Spårvägar, (SS) in die regionale Gesellschaft AB Storstockholms Lokaltrafik umgebildet.
In den 1970er begann ein Prozess des Umdenkens. Es zeigte sich, dass trotz des massiven Ausbaus der U-Bahn der Bus die Verkehrsprobleme allein nicht in den Griff bekommen konnte. Von den Straßenbahnlinien waren nur noch zwei (Lidingöbanan und Nockebybanan) übrig geblieben, welche hauptsächlich als Zubringer für die U-Bahn fungierten. Drei weitere Linien, Spårväg City, die Djurgårds- und die Lidingöbanan werden von AB Stockholms Spårvägar, die ursprünglich für den Betrieb der Museumsstraßenbahn wiedergebildete Gesellschaft, betrieben, die Nockebybanan und die Tvärbanan dagegen von VR Sverige.
Djurgårdslinje mini|Wagen 335
Die Djurgårdslinie wurde 1967 eingestellt. Seit dieser Zeit gab es immer wieder Überlegungen, sie zu reaktivieren. 1985 beschloss die Stadt ohne Einverständnis der SL, sie als Museumsbahn wieder in Betrieb zu nehmen. Am 2. Juni 1991 nahm sie ihren Betrieb auf. Als Linie 7N verkehren an den Wochenenden historische Straßenbahnwagen. Im Jahre 2010 wurde aus der Djurgårdslinie die neue Straßenbahnlinie 7 Spårväg City gebildet, die 7N verkehrt jedoch weiterhin.
Spårväg City
Um die Probleme in der Innenstadt in den Griff zu bekommen, ist der Bau einer innerstädtischen Bahn nach dem Vorbild der Trambaan in den Niederlanden geplant. Diese soll aus sieben Tag- und drei Nachtlinien bestehen. Das Projekt soll in fünf Phasen umgesetzt werden und ist mit Kosten von rund sieben Milliarden Kronen geplant. Seit August 2010 verkehrt die Linie 7 auf der bis zum Sergels torg verlängerten Djurgårdslinie, welche vorher ausschließlich als Museumsbahn genutzt wurde.
Nockebybanan
Die Nockebybahn mit der Liniennummer 12 hat seit 1952 keinen Anschluss mehr an die Innenstadt. Sie dient heute als Zubringer zur U-Bahn. 1967 wurde sie vollständig auf Rechtsverkehr umgestellt. Die vorhandenen Wendeschleifen wurde in den Jahren danach entfernt.
Lidingöbanan
Diese Strecke mit der Liniennummer 21 ist die jüngere von zwei im Gemeinschaftsverkehr betriebenen. Die ältere Bahn bestand seit 1907 zwischen Islinge (Sommarbo) und Boo im Norden der Lidingöinsel, später nach Kyrkviken verlängert. Von Islinge wurden die Wagen zwischen 1909 und 1914 auf eigens angeschafften Fährschiffen direkt bis in die Innenstadt trajektiert. 1914 kam die Strecke von Herserud, mit gewöhnlicher Personenfähre von Stockholm, nach Parkvägen und später Gåshaga hinzu. Ab 1925 verkehrten beide Bahnen über eine neuerbaute Brücke in die Stadt. Am 3. September 1967 wurde die Strecke in die Innenstadt durch die U-Bahn-Strecke bis Ropsten ersetzt. Am 12. Juni 1971 wurde der zweigleisige Ast nach Kyrkviken eingestellt, um den Bau einer zweiten Brücke zu erleichtern. Der andere Abschnitt wurde modernisiert und hat ab dem 7. Mai 2000 mit der neuen Endhaltestelle Gåshaga Brygga Anschluss an Fähren weiter hinaus in die Schären.
Tvärbanan
Da alle Linien der U-Bahn und der Vorortzüge über den Hauptbahnhof fuhren, waren alle Fahrgäste, welche von einem Stadtteil in einen anderen wollten, wegen der Geographie der Stadt an der Mündung des Mälarsees gezwungen, über diesen zu fahren. So kamen bereits 1988 Überlegungen auf, eine Schnellstadtbahn anzulegen. Man brachte diese in einen Umwelt- und Verkehrsplan (UVP) ein und versuchte diesen zu beschließen. Da in diesem UVP auch eine neue Autobahn enthalten war, scheiterte er 1992. Mit einer Verspätung von fünf Jahren begannen trotzdem die Bauarbeiten, und am 8. Januar 2000 konnte der erste Abschnitt zwischen Gullmarsplan und Liljeholmen in Betrieb gehen. Bis 2003 wurde ein weiterer 2,4 Kilometer langer Abschnitt nach Sickla udde in Betrieb genommen, es folgten weitere Streckenteile bis Solna und Sickla. Diese Linie trug früher die Nummer 22, seit Dezember 2020 ist es die Linie 30 sowie die Linie 31 auf dem 2021 eröffneten Kista-Streckenast nach Bromma flygplats.
Fahrzeugpark Aktuelle Fahrzeuge Auf den vier Straßenbahnlinien werden aktuell drei verschiedene Fahrzeuge eingesetzt: Typ Hersteller Modell Linien Baujahr Anzahl Länge Breite Leermasse Max. Leistung Höchstgeschw. Fahrzeug-nummern Bemerkung Bild A32 Bombardier Flexity Swift TvärbananNockebybanan 1999–2008 31 29,70 m 2,65 m 37,50 t 4 × 120 kW 80 km/h 401–437 6 Stück 2010 von RijnGouweLijn übernommen (432–437)Blickpunkt Straßenbahn, Heft 4/2010, Seite 130, A32 404 auf der Tvärbana (Bf Alvik, 2013)|80px A35 CAF Urbos AXL TvärbananSpårväg City 2011 – 33 30,80 m 2,65 m 90 km/h 451–483 dreiteilige FahrzeugeCAF Webseite: STRASSENBAHN STOCKHOLMEPD System: Urbos AXL for Stockholm Lokaltrafik A35 Tram UnitsIRJ, 28. Juli 2017 weitere 8 Urbos bestellt: Stockholm extends CAF tram orderIRJ, 25. Oktober 2017: Stockholm orders another 12 CAF LRVs 80px A36 CAF Urbos AXL Lidingöbanan 2014 – 9 39,475 m 2,65 m 8 × 65 kW 90 km/h 551–559 vierteilige FahrzeugeEPD System: Urbos AXL for Stockholm Lokaltrafik A36 tram units 80px
Ehemalige Fahrzeuge Auf den Straßenbahnlinien wurden früher weitere Fahrzeuge eingesetzt: Typ Hersteller Modell Linien Einsatzzeit Anzahl Länge Breite Leermasse Max. Leistung Höchst-geschw. Fahrzeug-nummern Bemerkung Bild M06 Bombardier Flexity Classic Spårväg City 2006–2012 3 30 m 2,40 m 40 t 4 × 150 kW 100 km/h 33–35 ausgeliehene Fahrzeuge der Straßenbahn Norrköping S 3 262–264Svenska Spårvägssällskapet: SL A34 ausgeliehene Fahrzeuge der Straßenbahn Frankfurt am Main A34 2012–2020 6 1–6 Ende 2020 wurden alle 6 Fahrzeuge nach Norrköping verkauft 80px
Lokalbahn Beide Strecken werden von VR Sverige betrieben.
Saltsjöbanan
Die 1893 eröffnete Bahn ist außer den Fernlinien die älteste noch existierende Bahn in Stockholm. Sie galt beim Bau als eine der teuersten Bahnen in Schweden. Ein 1971 gegründeter Verein verhinderte ihre Stilllegung. Heute befördert sie rund 16 000 Fahrgäste pro Tag. Die beiden Linien 25 und 26 sind zusammen 18,6 Kilometer lang und haben 18 Haltepunkte.
Roslagsbanan
Diese jetzige Lokalbahn geht auf alte sowohl Fern- als auch Lokalbahnstrecken zurück. Sie hat eine Spurweite von drei schwedischen Fuß, 891 mm. Der ursprüngliche Vorortbahnteil des Netzes im Nordosten Stockholms wurde 1885 geöffnet; 1895 wurde eine Teilstrecke als eine der ersten Bahnen weltweit elektrifiziert. Bis 1954 hatte das gesamte Netz eine Länge von 354 Kilometern erreicht. Seitdem schrumpfte ihre Länge bis auf die heutigen 63 Kilometer. Heute befördert die drei Linien 27, 28 und 29 rund 40 000 Fahrgäste pro Tag und ist die einzig verbliebene nichtmuseale Schmalspurbahn in Schweden. Die Roslagsbanan endet am Bahnhof Stockholms östra, wo in die rote U-Bahn-Linie umgestiegen werden kann.
Vorortzüge