mini|hochkant|Richard Henry Puech dit Dupont Richard Henry Puech dit Dupont oft nur Henry Dupont oder Dupont jeune (* 1. November 1798 in Bayeux; † 2. Juli 1873 in Meudon, Stadtteil Bellevue) war ein französischer Naturalienhändler und Entomologe.
Leben und Wirken mini|links|hochkant|Heterosternus buprestoides Der Vater Jean-Antoine Puech dit Dupont arbeitete als Perückenmacher in Bayeux und heiratete Marie-Françoise geb. Badin. Sie hatten drei Söhne Henry (1795–1798), Léonard (1796–1828; nicht 1795) und Richard Henry. Auch wenn sie alle mit dem Nachnamen Puech dit Dupont registriert wurden, waren die Brüder oft nur unter dem Namen Dupont bekannt. Wahrscheinlich durch die Mutter beeinflusst, entwickelten beide Brüder ein starkes Interesse für die Naturkunde.Richard Mearns u. a., S. 192. Louis Charles Kiener, Léon de Joannis und César Auguste Récluz benannten einige Muscheln nach der Mutter.Richard Mearns u. a., S. 193. Pierre Boitard und Emmanuel Jacques Canivet (1796–1849) beschreiben 1828 in ihrem Manuel du naturaliste préparateur, wie die Mutter den Autoren beibrachte, Schmetterlinge besser für den Transport zu verpacken.Pierre Boitard u. a., S. 71.
Richard Henry heiratete am 25. September 1823 Rose Marguerite Julie geb. Baudry, mit der er zumindest zwei Kinder namens Léonie Eugénie Augustine, geboren am 20. Februar 1828, und François Henri, geboren am 22. April 1833, hatte.Richard Mearns u. a., S. 198.
Henry Dupont studierte zunächst in Paris am Jardin des Plantes und eröffnete danach einen Naturalienhandel, den er 30 Jahre lang in der 9 Quai Saint-Michel und später in der 25 Quai Saint-Michel führte. Auch wenn er noch andere Tierpräparate verkaufte, spezialisierte er sich auf die Insekten. Dabei legte er sich selbst eine beachtliche Insektensammlung zu. So ließ er Pierre François Marie Auguste Dejean (1780–1845) Insektenpräparate zukommen, die dieser in seinem mehrbändigen Werk Spécies général des coléoptères de la collection de M. le Comte Dejean beschrieb. In den Werken verwies er immer wieder auf ihn und seinen Bruder Léonard. Im Jahr 1828 war Henrys Sammlung bereits auf 10.000 Käferarten angewachsen, und zwei Jahre später kaufte er weitere 15.000 Exponate von Jules Prosper Goudot (1803–nach 1861), der damals aus Madagaskar zurückgekehrt war.Richard Mearns u. a., S. 196.
1832 beschrieb er mit Heterosternus buprestoides einen für die Wissenschaft neuen Blatthornkäfer. Seine bedeutendste Publikation war sicherlich Monographie des Trachydérides de la famille des longicorne aus dem Jahr 1839, die auf Basis von Käfern der Dejean- und der französischen Nationalsammlung entstand. Er selbst bezeichnete sich auf dem Titelblatt als Naturforscher der Prinzen der königlichen Familie. In der Einleitung erwähnte er, dass er 1833 eine Sammlung von Charles Alexandre Lesueur (1778–1846) mit Käfern aus Mexiko, Guatemala und Argentinien erstanden hatte. Nach dem Tod seines Freundes Félix Louis L’Herminier fielen ihm Teile von dessen Sammlung aus Guadeloupe und South Carolina zu. Auch die Sammlung von Enea Silvio Vincenzo Piccolomini aus Kalifornien und Auguste Langle (-1842) von seiner Reise nach Angola und Königreich Kongo gingen in Duponts Besitz über.Richard Mearns u. a., S. 197.
Für Maria Karolina von Neapel-Sizilien diente er als porte-queue, d. h., dass er bei feierlichen Anlässen ihr folgend die Schweife ihres Gewandes trug. So kam er unter den französischen Entomologen zu dem Spitznamen le Macao, der Schwalbenschwanz (Papilio machaon), der im Französischen entweder als Machaon oder Grand porte-queue bezeichnet wird.
Als Naturalienhändler in Paris verkaufte er weit mehr als nur Insekten. Viele Vogelbälge kamen über Händler und Regierungsexpeditionen in die Stadt. So kaufte er z. B. von Charles René Augustin Leclancher (1804–1857), der mit der Fregatte Vénus zwischen 1836 und 1839 unterwegs war, Bälge, von denen ein Exemplar des ausgestorbenen Nukupuu (Hemignathus lucidus) von Frédéric de Lafresnaye für 25 Francs aufgekauft wurde. Im Jahr 1835 verlieh er zumindest 200 Wachspräparate aus dem Nachlass seines Bruders Léonard an verschiedene Medizinschulen. Zwei Jahre später schätzte sie eine Expertenkommission auf einen Wert von 30.000 Francs, doch bekam er erst im Jahr 1846 20.000 Francs von der französischen Regierung ausgezahlt, da sie diese behalten wollte. Dieses Ereignis könnte der Grund sein, warum er sich mit 50 Jahren zur Ruhe setzte und dem polnischen Graf Jerzy Wandalin Mniszech (deutsch George Vandalin Mniszech) (1824–1881) im Jahr 1846 seine 23.000 Arten umfassende Insektensammlung verkaufte. Der endgültige Impuls für seinen Ruhestand könnte die Februarrevolution 1848 gewesen sein, in der Louis-Philippe I. entmachtet wurde. Angeblich hatte Dupont dessen Käfersammlung aufgekauft. Im Juli 1848 wurde die Sammlung mit Hilfe von Honoré de Balzac (1799–1850) verpackt und zu Graf Mniszech nach Odessa transportiert.
Zwei Jahrzehnte später führte der Deutsch-Französische Krieg zur Belagerung von Paris. Dupont musste aus seinem Haus in Bellevue fliehen und zog in die Mitte von Paris, wo er hin und wieder im Muséum national d’histoire naturelle (MNHN) gesehen wurde. Nach Beendigung des Krieges zog er zurück nach Bellevue, war aber gesundheitlich stark angeschlagen und musste die Zerstörung seines Eigentums miterleben. Kurz nach seinem Tod vermachte sein Sohn François Henri dem MNHN eine Sammlung von 350 Vogelbrüsten aus dem Nachlass seines Vaters. Seine Käfersammlung kam über René Oberthür, der die Sammlung von Graf Mniszech im Jahr 1885 aufkaufte, später zurück ins Museum.
Mitgliedschaften Seit 1832 war er Mitglied der Société entomologique de France aus der im März 1849 nach Aufgabe seiner Sammlung austrat.Société entomologique de France, S. LXV. 1839 wurde Dupont von Louis Jérôme Reiche als Mitglied Nummer 171 der Société Cuvierienne vorgestellt.Société cuviérienne, S. 256. Außerdem war er Mitglied der Entomological Society of London, der Moskauer Gesellschaft der Naturalisten, der Société Science Naturelle de la ville de Douai, der Société des Sciences des Arts et des Lettres du Hainaut, der Société polymathique du Morbihan und anderen französischen und ausländischen Gesellschaften.Titelblatt seines Werkes Monographie des trachydérides de la famille des longicornes aus dem Jahre 1839.
Dedikationsnamen Vögel Der wissenschaftliche Name des Blaukehl-Sternkolibris (Tilmatura dupontii (, 1832)) ist ihm sehr wahrscheinlich gewidmet.René Primevère Lesson (1832), S. 101.René Primevère Lesson (1829), S. viij. Aus dieser früheren Publikation geht hervor, dass er mit Lesson kommuniziert hatte. Theoretisch könnte der Kolibri aber auch nach seinem Bruder Léonard benannt sein, da er aus dessen Sammlung stammte. Allerdings war dieser zum Zeitpunkt der Publikation bereits verstorben.
Insekten François Louis Nompar de Caumont de La Force beschrieb 1832 Agacephala dupontiFrançois Louis Nompar de Caumont de La Force, S. 404. und zusammen mit Gaspard Auguste Brullé 1831 Platydema dupontiFrançois Louis Nompar de Caumont de La Force u. a., (1831), S. 368., Jean Baptiste Alphonse Dechauffour de Boisduval 1835 mit Anoplognathus duponti Jean Baptiste Alphonse Dechauffour de Boisduval, S. 174. ein Synonym für Anoplognathus olivieri (, 1817), Temognatha dupontiJean Baptiste Alphonse Dechauffour de Boisduval, S. 70., Leptopius dupontiJean Baptiste Alphonse Dechauffour de Boisduval, S. 333., Maximilien de Chaudoir 1842 mit Brachycoelus dupontiMaximilien Stanislavovitch de Chaudoir, S. 850. ein Synonym für Migadops latus (, 1841), Frederick William Hope 1841 Campsosternus dupontiFrederick William Hope (1841), S. 37. und 1842 Tetralobus dupontiFrederick William Hope (1842), S. 73., Pierre François Marie Auguste Dejean 1826 Cicindela duponti und 1839 Clytus duponti ein Synonym für Pseudosphegesthes cinerea (( & ), 1841), Hermann Burmeister 1841 Euchirus dupontianusHermann Burmeister (1841), S. 227. und 1847 Heterogomphus ulysses dupontiHermann Burmeister (1847), S. 232., Martial Étienne Mulsant 1850 Ortalia dupontiMartial Étienne Mulsant, S. 897., Carl Johan Schönherr 1833 Platyomus dupontiCarl Johan Schönherr (1833), S. 633. und 1843 Lixus dupontiCarl Johan Schönherr (1843), S. 478., Jules Putzeys 1846 Lebia dupontiiJules Antoine Adolphe Henri Putzeys, S. 393., Carl Henrik Boheman 1850 Desmonota dupontiCarl Henrik Boheman, S. 153., Jean Théodore Lacordaire 1842 Ischyrus dupontiJean Théodore Lacordaire, S. 110., Giuseppe De Cristoforis und Georg Jan 1832 Haltica dupontiGiuseppe De Cristoforis u. a., S. 83., Charles Nicolas Aubé 1833 Euplectus dupontiCharles Nicolas Aubé (1833), S. 57, Tafel 92 Figur 4. und 1838 die Schwimmkäferart Thermonectus dupontiCharles Nicolas Aubé (1838), S. 152., Colymbetes dupontiCharles Nicolas Aubé (1838), S. 260., Copelatus dupontiCharles Nicolas Aubé (1838), S. 371., Hydroporus dupontiCharles Nicolas Aubé (1838), S. 568., Antoine Joseph Jean Solier 1834 Erodius dupontiiAntoine Joseph Jean Solier (1834), S. 568., 1835 Dichomma dupontiiAntoine Joseph Jean Solier (1835), S. 323. und Tentyria dupontiiAntoine Joseph Jean Solier (1835), S. 323., 1836 Pimelia dupontiiAntoine Joseph Jean Solier (1836), S. 146. und Machla dupontiiAntoine Joseph Jean Solier (1836), S. 482., sowie gemeinsam mit Flaminio Baudi di Selve und Eugenio Truqui 1848 Psorodes dupontiiAntoine Joseph Jean Solier (1848) u. a., S. 172., Massimiliano Spinola 1840 Platynoptera dupontiiMassimiliano Spinola (1840), S. 124., 1844 Platynoptera dupontiiMassimiliano Spinola (1844), S. 64., Pyticera dupontiiMassimiliano Spinola (1844), S. 71. und die Gattung DupontiellaMassimiliano Spinola (1844), S. 168..
Schnecken Pierre Marie Arthur Morelet nannte 1866 eine Landlungenschneckenart Plegma duponti.Pierre Marie Arthur Morelet, S. 62.
Publikationen (Auswahl)
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Entomologe Kategorie:Naturalienhändler Kategorie:Mitglied der Société entomologique de France Kategorie:Mitglied der Royal Entomological Society Kategorie:Mitglied der Société Cuvierienne Kategorie:Mitglied der Moskauer Gesellschaft der Naturforscher Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1798 Kategorie:Gestorben 1873 Kategorie:Mann