Der Landkreis Northeim ist ein Landkreis im südlichen Niedersachsen.

Geografie Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Landkreise Holzminden, Hildesheim, Goslar und Göttingen (alle in Niedersachsen) sowie an den Landkreis Kassel (in Hessen) und an den Kreis Höxter (in Nordrhein-Westfalen). Die West-Ost-Ausdehnung beträgt ca. 48 km (Dreiländereck an der Weser bis Lindau), von Nord nach Süd sind es 45 km (Gehrenrode bis Offensen).

Gebietsexklave Eine Besonderheit stellt das zur Stadt Uslar gehörende Dorf Fürstenhagen dar. Fürstenhagen ist eine Exklave des Landkreises Northeim, da das Dorf zu etwa drei Vierteln vom Landkreis Kassel und zu etwa einem Viertel vom Landkreis Göttingen eingeschlossen wird. Die einzige Straßenverbindung nach Fürstenhagen führt vom Landkreis Northeim aus durch das hessische Dorf Heisebeck. Vom Landkreis Göttingen aus erreicht man das Dorf dagegen nur über Waldpfade.

Geologie Der Landkreis liegt im Weser-Leine-Bergland. Die Leine fließt im östlichen Kreisgebiet im Leinegraben in Süd-Nord-Richtung. Im Nordosten grenzt der Landkreis an die westlichen Ausläufer des Harzes. Durch die Weser wird er im Südwesten begrenzt. Dort liegt auch das Buntsandsteinmassiv Solling. Im zentralen Kreisgebiet wird die ebene Keuperformation des Leinegrabens von kleineren Höhenzügen (Heber, Hube, Selter) unterbrochen, die teils aus Muschelkalk (wie die Amtsberge) und teils auch aus Buntsandstein (wie der Ahlsburg) aufgebaut sind. Höchste Erhebung im Kreisgebiet ist die Große Blöße (528 m ü. NN) im Solling bei Dassel.

Naturschutz Zwischen den beiden Mittelzentren dieses Landkreises, Northeim und Einbeck, bildet die Leineniederung in Verbindung mit den angrenzenden Flächen des Polders I und der Northeimer Seenplatte ein Naturschutzgebiet, das insbesondere für einige Arten von Entenvögeln von nationaler Bedeutung ist. Das Gebiet ist ein zentrales Rastgebiet im Zugkorridor mehrerer Zugvogelarten und ist als Europäisches Vogelschutzgebiet geschützt. Im westlichen Kreisgebiet beginnt der Naturpark Solling-Vogler, zweitgrößtes zusammenhängendes Waldgebiet und Mittelgebirge Niedersachsens, an den Gemeindegrenzen von Bodenfelde, Dassel, Hardegsen und Uslar. Größere Flächen sind ihrem vielfältigen Charakter und ihrer Erholungsfunktion entsprechend als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Siehe auch: Liste der Naturschutzgebiete im Landkreis Northeim Liste der Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Northeim Liste der Naturdenkmale im Landkreis Northeim Liste der geschützten Landschaftsbestandteile im Landkreis Northeim

Geschichte Der Kreis wurde am 1. April 1885 im Zuge der Neugliederung der preußischen Provinz Hannover aus dem Amt Northeim sowie den Städten Northeim und Moringen gebildet.Kreisordnung für die Provinz Hannover (1884) Am 1. Oktober 1932 wurde er um den Kreis Uslar erweitert. 1962 wurden der zu Northeim gehörende östliche Teil von Neuhaus im Solling an den Landkreis Holzminden abgetreten. Am 1. Oktober 1971 wurden die Hannoverschen Klippen an den nordrhein-westfälischen Kreis Höxter abgetreten. Am 1. Januar 1973 wurde das Gebiet des Fleckens Adelebsen an den Landkreis Göttingen abgetreten. Durch die Gründung der Gemeinde Katlenburg-Lindau kam die ehemalige Gemeinde Lindau des Landkreises Duderstadt hinzu. Lindau ist somit der einzige Ort des Eichsfeldes im Landkreis. Am 1. Januar 1973 kamen auch die Gemeinde Silberborn und der Flecken Lauenförde zum Landkreis Holzminden. Am 1. März 1974 wurden der Landkreis Einbeck und der Landkreis Northeim aufgelöst und zusammen mit acht Gemeinden des Landkreises Gandersheim, der dann aufgelösten Samtgemeinde auf dem Berge, zu einem neuen Landkreis Northeim vereinigt. Am 1. August 1977 kamen die Gemeinde Kalefeld des Landkreises Osterode am Harz sowie die Stadt Bad Gandersheim und die Gemeinde Kreiensen des Landkreises Gandersheim hinzu. Zum 1. Januar 2013 wurde die Gemeinde Kreiensen in die Stadt Einbeck eingemeindet, die seitdem die größte Stadt des Landkreises ist.Gesetz über die Vereinigung der Gemeinde Kreiensen und der Stadt Einbeck, Landkreis Northeim. In: Nds. GVBl. Nr. 16/2012, ausgegeben am 26. Juli 2012, S. 268

Der Landkreis war zuerst dem Regierungsbezirk Hildesheim und ab 1978 dem Regierungsbezirk Braunschweig angehörig, ehe dieser 2004 aufgelöst wurde.

Der Verlauf der Westgrenze des Landkreises lässt sich auf die Westgrenze der Grafschaft Dassel im Hochmittelalter zurückführen.

Von 2009 bis 2013 prüften die politischen Institutionen eine Fusion des Landkreises Northeim mit den benachbarten Landkreisen Göttingen und Osterode in verschiedenen Konstellationen zu Synergiezwecken. Im April 2012 wurde ein Bürgerbegehren gegen die Fusion bei Landrat Michael Wickmann (SPD) angezeigt.www.bürgerbegehren-northeim.de, abgerufen am 8. Mai 2012 Für das Bürgerbegehren kamen aber zu wenig Unterschriften zusammen.HNA, 25. Oktober 2012 Im Februar 2013 riet der Northeimer Landrat schließlich von einer Fusion ab, die Gespräche wurden beendet, obwohl die rot-grüne Mehrheit im Kreistag weiter für eine Fusion plädierte.HNA, 11. Februar 2013 Die Gespräche über eine Dreier-Fusion sind letztlich gescheitert. Gespräche über die Zweier-Fusion der Kreise Göttingen und Osterode ohne Northeim verliefen hingegen positiv, wodurch die Fusion der beiden Landkreise am 1. November 2016 umgesetzt wurde. (PDF), letzter Zugriff: 1. Februar 2014.

Einwohnerstatistik Der Landkreis Northeim wurde sowohl 1932 als auch 1977 deutlich vergrößert. 400px|mini|Bevölkerungspyramide für den Kreis Northeim (Datenquelle: Zensus 2011.)

Jahr Einwohner Quelle 1890 30.152 1900 30.848 1910 32.408 1925 34.217 1939 57.859 1950 106.226 1960 89.800 1970 90.500 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 1980 151.800 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1981 1990 150.744 2000 151.112 2010 139.630 2020 131.772

Konfessionsstatistik Laut der Volkszählung 2011 waren von dem 137.455 Einwohner 65,4 % evangelisch, 11,5 % römisch-katholisch und 23,1 % gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft oder keiner solchen an oder machten keine Angabe.Bevölkerung in Niedersachsen Kreise und kreisfreie Städte am 9. Mai 2011 nach Religionszugehörigkeit, Zensus 2011. Ende 2017 hatte der Landkreis Northeim 57.184 evangelische Einwohner (1083 weniger als ein Jahr zuvor).hna.de, abgerufen am 14. April 2021 Ende 2020 hatte der Landkreis Northeim 53.419 evangelische Einwohner.hna.de, abgerufen am 18. Juli 2021 Die Zahl der Kirchenmitglieder geht im Kreis weiter zurück. Um 1350 (2,6 %) ist sie im Jahr 2022 auf 51.267 gesunken., abgerufen am 11. Oktober 2023

Politik Kreistag Die Wahlperiode des Kreistags beträgt gemäß § 28 der Niedersächsischen Landkreisordnung (NLO) 5 Jahre, beginnt am 1. November des Wahljahres einer Kommunalwahl und endet am 31. Oktober des darauffolgenden Wahljahres. Gemäß § 26 NLO besteht der Kreistag aus den Kreistagsabgeordneten sowie der Landrätin bzw. dem Landrat, die bzw. der kraft ihres bzw. seines Amtes ebenfalls Mitglied des Kreistags ist. Gemäß § 27 NLO beträgt die Anzahl der Kreistagsabgeordneten des Landkreises Northeim 50 zuzüglich der Landrätin bzw. dem Landrat. Ab der Kommunalwahl am 11. September 2011 gilt das am 1. November 2011 in Kraft tretende Niedersächsische Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG), in dem die Sitzverteilung in § 46 geregelt ist und im Vergleich zur NLO nicht geändert wurde. Kreistag Landkreis Northeim – Kommunalwahl 2026

Die Wahlergebnisse der Kreistageswahlen seit 2001 sind in folgender Tabelle dargestellt: Parteien und Wählergemeinschaften %2026 Sitze2026 %2021 Sitze2021 %2016 Sitze2016 %2011 Sitze2011 %2006 Sitze2006 %2001 Sitze2001SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 31,0 15 39,9 20 40,8 20 42,9 21 45,6 23 45,4 26CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 23,1 12 25,9 13 31,1 16 33,0 17 38,0 19 37,9 22FDP Freie Demokratische Partei 5,6 3 11,6 6 7,1 4 6,5 3 9,0 4 8,9 5Grüne Bündnis 90/Die Grünen 10,3 5 9,3 4 6,8 3 9,9 5 5,2 3 5,1 2AfD Alternative für Deutschland 17,8 9 5,4 3 8,5 4 — — — — — —Linke Die Linke (2001 als PDS) 4,1 2 2,6 1 2,2 1 2,6 1 2,3 1 1,1 0NOM21 NORTHEIM 21 — — 2,1 1 1,4 1 1,5 1 — — — —GfE Gemeinsam für Einbeck — — 1,6 1 1,5 1 3,2 2 — — — —NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands — — — — 0,6 0 — — — — — —Piraten Piratenpartei Deutschland — — — — — — 0,4 0 — — — —WG Wählergruppen 7,2 4 — — — — — — — — 1,2 0REP Die Republikaner — — — — — — — — — — 0,2 0EB Einzelbewerber Alexander Kloss — — 1,6 1 — — — — — — 0,1 0 Gesamt 100 50 100 50 100 50 100 50 100 55 Wahlbeteiligung 67,4 % 59,7 % 53,6 % 56,8 % 58,5 % 63,5 %

Wählergruppen, da sich das Ergebnis von 2001 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lässt. 2026 für DUW und BL. Neben den gewählten Kreistagsabgeordneten gehört der Landrat dem Kreistag an.

Bezüglich der Bundestagswahlen liegt eine Zweiteilung des Landkreises vor. Während fast der gesamte Landkreis zum Wahlkreis 52 Goslar – Northeim – Osterode gehört,. Abgerufen am 19. März 2011. gehören die Stadt Uslar und der Flecken Bodenfelde zum Wahlkreis 47 Hameln-Pyrmont – Holzminden. Abgerufen am 19. März 2011..

Landräte Liste der Landräte des Landkreises Northeim. Abgerufen am 19. März 2011.: Zeitraum Name Partei 1885–1890 Alfred von Grote 1890–1919 Max Kricheldorff 1920–1927 Georg Schuster 1927 – April 1930 Hermann Conring April 1930 – August 1932 Erich Kirschbaum September 1932 – April 1945 Otto von der Schulenburg NSDAP April 1945 – 2. September 1945 Carl Querfurt SPD 3. September 1945 – 20. September 1945 Karl Bathe* 21. September 1945 – 30. November 1945 Willi Vollbrecht* 1. Februar 1946 – 17. Juni 1946 Erich Danehl* SPD 17. Juni 1946 – 26. Oktober 1946 Georg Diederichs SPD 26. Oktober 1946 – 28. Dezember 1948 Erich Gerlach SPD 28. Dezember 1948 – 4. Dezember 1952 Ernst Carstens 4. Dezember 1952 – 30. November 1953 Hans Engel 30. November 1953 – 30. November 1954 Mannsfeld Thurm 30. November 1954 – 21. November 1955 Hans Engel 21. November 1955 – 26. November 1956 Mannsfeld Thurm 26. November 1956 – 14. Juli 1958 Carl Graf von Hardenberg 14. Juli 1958 – 8. April 1961 Willy Belz 8. April 1961 – 23. Oktober 1964 Ernst Hauk 23. Oktober 1964 – 25. Oktober 1968 Erwin Schmidt 25. Oktober 1968 – 24. April 1973 Wilhelm Gehrke SPD 24. April 1973 – 3. November 1981 Axel Endlein SPD 3. November 1981 – 10. November 1986 Hans-Peter Voigt CDU 10. November 1986 – 31. Oktober 2001** Axel Endlein SPD 2. November 2001 – 31. August 2015*** Michael Wickmann SPD seit 17. März 2016 Astrid Klinkert-Kittel Website des Landkreises Northeim. SPD *: Von der Militärregierung der Britischen Besatzungszone eingesetzt **: Jeweils 7 Tage Unterbrechung von 1. November 1991 – 7. November 1991 und vom 1. November 1996 – 7. November 1996. Nach Ende seiner Amtszeit wurde er vom Kreistag zum Ehrenlandrat ernannt. ***: Vom 2. November 2001 bis 30. April 2002 war er zunächst ehrenamtlicher, seit dem 1. Mai 2002 ist er hauptamtlicher Landrat des Landkreises Northeim. Abgerufen am 19. März 2011. (1. hauptamtlicher Landrat nach Ende des Zweiten WeltkriegsNiedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport: Verabschiedung Landrat Wächter und Oberkreisdirektor Jahn. Abgerufen am 19. März 2011.).