Rachel Aronowna Kownator (; wiss. Transliteration Rachil' Aronovna Kovnator; geb. 1899; gest. 1977) war eine sowjetische jiddischsprachige Autorin und Journalistin, die ihre psychologischen Kenntnisse auch in den Dienst der kommunistischen Propaganda stellte.
Leben und Werk
Sie studierte am Psychoneurologischen Forschungsinstitut in Petrograd (St. Petersburg) und war bereits in jungen Jahren politisch aktiv.vgl. Jane McDermid und Anna Hillyar: Midwives of the Revolution: Female Bolsheviks and Women Workers in 1917. (Women’s History). 1999, S. 80. Der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (RSDRP) trat sie 1917 bei und arbeitete ab 1921 für das Schenotdel (Frauenabteilung).Barbara Evans Clements: Bolshevik Women, 1997, S. 211 - Angabe nach Katy Turton (2004). Sie war später Mitarbeiterin am Marx-Engels-Institut (russisch Институт К. Маркса и Ф. Энгельса).: „1930 wissenschaftliche Mitarbeiterin am MEI.“ Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete sie im Jüdischen Antifaschistischen Komitee (JAFK) und veröffentlichte in der Zeitung Ejnikajt (Einheit). Verschiedene Berichte über den Genozid an sowjetischen Juden im SchwarzbuchIlja Ehrenburg, Wassili Grossman (Hrsg.): Das Schwarzbuch : der Genozid an den sowjetischen Juden. Deutsche Übersetzung der vollständigen Fassung, herausgegeben von Arno Lustiger. Rowohlt, Reinbek 1994, ISBN 3-498-01655-5. wurden von ihr zum Druck vorbereitet. Im Einzelnen (Angaben nach der deutschen Übersetzung): In der Stadt Chmelnik (Gebiet Winniza) (Mitteilung von A.I. Bekker) Bericht der Rahel Fradis-Milner (Czernowitz) Die Ermordung der Juden in Glubokoje und in anderen Ortschaften (Nach Materialien der Brüder M. u. G. Rajak) In Bialystok Der Priester Glagolew (Bezugnehmend auf den ukrainischen orthodoxen Priester Alexei Alexandrowitsch Glagolew) Ponary (Bericht des Ingenieurs J. Farber) In verschiedenen Übersetzungen erschienen ihr Buch über die Mutter Lenins beim Verlag für fremdsprachige Literatur in Moskau. Sie schrieb auch über zwei Helden der Sowjetunion, beide Porträts erschienen im jiddischsprachigen Moskauer Verlag Der Emes in der Reihe Held fun Sovetnfarband (jidd. für „Held der Sowjetunion“) (1943 und 1948).vgl. yadvashem.org (mit weiteren Titeln der Reihe); vgl. historicus.ru.
Publikationen (Auswahl)
Quelle: Russischen Staatsbibliothek
Die Mutter Lenins. (deutsch) Berlin, Verlag Neuer Weg, 1945 & Singen-Hohentwiel: Volks-Verlag, 1947 (auch in verschiedenen anderen Übersetzungen erschienen)
Der held fun Sovetnfarband – Yoysef Makovski (Moskau: Der Emes, 1943)
Held fun Sovetnfarband, Polina Gelman (Moskau: Der Emes, 1948) – Foto der Titelseite
M. Gorʹkij v vospominanijach sovremennikov [M. Gorki in den Erinnerungen der Zeitgenossen]. Moskva : Gos. Izd. Chudožestvennoj Literatury, 1955 (Serija literaturnych memuarov / Серия литературных мемуаров / Reihe Literarische Memoiren)
Siehe auch
Alexandra Kollontai
Einzelnachweise und Fußnoten
Literatur
Wassili Grossman, Ilja Ehrenburg (Hrsg.): Das Schwarzbuch – Der Genozid an den sowjetischen Juden. Rowohlt-Verlag, Hamburg 1994, ISBN 3-498-01655-5. (Herausgeber der dt. Ausgabe: Arno Lustiger)
Arno Lustiger: Rotbuch: Stalin und die Juden. 1998 (S.424)
Katy Turton: Forgotten lives : the role of Anna, Ol'ga and Mariia Ul'ianova in the Russian revolution 1864-1937. 2004. PhD thesis. http://theses.gla.ac.uk/2594/ (PDF-Datei)
Jane McDermid, Anna Hillyar: Midwives of the Revolution: Female Bolsheviks and Women Workers in 1917. (Women’s History). 1999 (Online-Teilansicht)
Weblinks
murzim.ru: КОВНАТОР Рахиль (Роза) Ароновна (род. в 1899 году). ejwiki.org: Ковнатор Рахиль
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