mini|Phänomenta mit dem mitgenutzten Nordertor 2021 Die Phänomenta in Flensburg ist ein Science Center, das als ein Institut zur Europa-Universität Flensburg gehört. Es ist die erste Einrichtung dieser Art, welche den Namen Phänomenta erhielt. Ähnliche Gründungen in anderen Städten übernahmen den Namen von dem Flensburger Erlebnismuseum.Broder Schwensen in: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!. Flensburg 2009, Artikel: PhänomentaPhänomenta. Das Science Center, abgerufen am: 16. April 2017.

Konzept mini|hochkant=0.8|Phänomenta-Windspiel am Flensburger Hafen (Bild 2013) Zielgruppe der Phänomenta sind insbesondere Kinder im Schulalter.Marsch und Förde. Phänomenta, vom: 7. August 2001; abgerufen am: 18. April 2017 Die Besucher sollen mit Hilfe von Experimentierstationen Probleme aus Mathematik, Physik und Technik verstehen lernen. Die Phänomenta will sich von anderen Science Centern darin abheben, dass der elementare Lernprozess stärker im Mittelpunkt steht. Das Motto der Phänomenta lautet: „Vom Staunen zum Denken“. Der Besucher soll in der Phänomenta ungewöhnliche Erfahrungen durch Experimente machen, diese nicht nur konsumieren, sondern auch das Wahrgenommene hinterfragen und erforschen.Phänomenta. FAQs sowie Phänomenta. Das Science-Center. Vom Staunen zum Denken, abgerufen am: 20. April 2017 Die Phänomenta verfolgt im Vergleich zu konventionellen Museen einen spielerischen Ansatz. Der Besucher und sein Erlebnis stehen im Mittelpunkt.Flensburger Tageblatt: Flensburger Phänomenta: Von einem, der auszog, am Phänomen zu lehren, vom: 13. Februar 2017; abgerufen am: 23. April 2017.

Im Gegensatz zu anderen Museumsausstellungen, bei denen das Anfassen der Exponate verboten ist, ist es bei Phänomenta-Ausstellungen ausdrücklich erlaubt und sogar erwünscht, die Exponate zu benutzen.Phänomenta Flensburg, vom: 23. April 2017 Jedes Exponat besitzt dennoch einen Namen,NDR. 20 Jahre Phänomenta: Wo Physik richtig Spaß macht, vom: 4. September 2015; abgerufen am: 16. April 2017 ihnen ist keine physikalische Beschreibung beigefügt. Schilder der Exponate tragen nur Handlungsimpulse. Die Schilder der Exponate sind heutzutage auf Deutsch und zu einem großen Teil auch auf Dänisch gehalten.Flensburger Tageblatt: Science-Center: Die Phänomenta darf weiter wachsen, vom: 20. März 2016; abgerufen am: 20. April 2017 Dem pädagogischen Ansatz entsprechend werden also keine Erklärungen gegeben und es existiert kein festgelegter Lehrpfad. Die Besucher sollen genügend Zeit erhalten, um durch ausprobieren der Exponate zur Erkenntnis zu kommen.Europa-Universität Flensburg. Die Phänomenta – Entdecke den Forscher in dir!, Die Phänomenta, Lehrerinnen- und Lehrerbildung und die Europa-Universität Flensburg, abgerufen am: 20. April 2017Phänomenta. Das Science-Center. Vom Staunen zum Denken, abgerufen am: 20. April 2017

Beispiele für Exponate sind ein Raumfahrt-Trainer für Rotationstouren,Flensburger Tageblatt: Eröffnung: Ganz neu, ganz groß: Phänomenta, vom 15. März 2008; abgerufen am: 19. August 2017 ein Ames-Raum oder das einfachere Exponat „Bauklötze“ bei dem ein Besucher vier etwa ziegelsteingroße Holzklötze in der Weise aufbauen soll, dass sie möglichst weit über eine Kante hinwegragen.Science Center, Technikmuseum, Öffentlichkeit Workshop »Public Understanding of Science« II 3. Symposion Museumspädagogik in technischen Museen, Berlin 2003, Seite 11 Die Experimente sollen nicht den Schulunterricht ersetzen, sondern ihn im Ideal ergänzen. Nach Lutz Fiesser, dem Erfinder der Phänomenta, sind kontinuierliche Begegnung der Schüler mit Phänomenen und Experimentierstationen wünschenswert.Flensburger Tageblatt: Didaktik und Auszeichnung: Ein Orden für den Erfinder der Phänomenta, vom: 14. Februar 2017; abgerufen am: 16. April 2017 Für Kinder im Kindergarten, die drei bis sechs Jahre alt sind, wurde eine „Zwergenphänomenta“ konzipiert, die aus 20 Experimenten besteht.Rote Straße. Tourismus Agentur Flensburger Förde (Verweis auf die Seite der Tourismus Agentur Flensburger Förde) und Phänomenta Flensburg. Zwergenphänomenta (die Phänomenta auf der Seite der Tourismus Agentur Flensburger Förde); jeweils abgerufen am: 19. April 2017Phänomenta Flensburg.Zwergenphänomenta, abgerufen am 19. April 2017.

Es findet in der Phänomenta keine Führung statt, kein Rundgang. Es existieren keine Aufsichten, sondern Betreuer. Anfang der 2000er Jahre fand sonntäglich regelmäßig um 11 Uhr aber eine Vortragsreihe statt, die „Pfiff am Sonntag“ genannt wurde. Ein solcher locker gehaltener Vortrag, der sich besonders an Eltern mit ihren Kindern richtete, behandelte einzelne themenbezogene Aspekte der Physik.Marsch und Förde. Phänomenta und Pfiff am Sonntag, jeweils vom: 7. August 2001; abgerufen am: 18. April 2017Hamburger Abendblatt: "Pfiff" in Flensburg, vom: 19. August 2004; abgerufen am: 17. April 2017 Ob solche Vorträge heute noch stattfinden, ist unklar.Auf der Verbundseite Museen Nord ist die Veranstaltungsreihe noch als einziges Führungsangebot gelistet. Auf der eigentlichen Internetpräsenz der Phänomenta wird das Angebot heute nicht mehr erwähnt; Vgl. Museen Nord. Phänomenta. Führungen., abgerufen am 17. April 2017

Geschichte mini|Der Gebäudebestand der Phänomenta mit Haupteingang (2013) Entstehung Im Jahr 1985, ein Jahr nach dem siebenhundertjährigen Stadtjubiläum, kam dem Physiker und Physikdidaktiker Lutz Fiesser von der Pädagogischen Hochschule in Flensburg-Mürwik die Idee für die Phänomenta.Werner Fröhlich (Hg.) und Maja Laumann (Hg.): Bildungshauptstadt Flensburg.: Eine Region bildet sich…, München und Mering 2009, S. 362 Die Pädagogische Hochschule diente der Lehrerausbildung für Grundschulen, Hauptschulen und Realschulen. Fiessers Ziel war so auch die Verbesserung des Physikunterrichts, denn er befürchtete, dass Physik die Schüler immer weniger interessieren könnte. An den Flensburger Gymnasien gab es zu dieser Zeit offenbar nur einen Physik-Leistungskurs. Fiesser fragte sich warum und vermutete, dass in den Schulen zu wenig experimentiert würde. Er und seine Mitarbeiter vom Institut für Physik und Didaktik entwickelten daher erste Experimentierstationen, die sie anschließend in den Flurgängen und Innenhöfen der Pädagogischen Hochschule, die sich beim Volkspark befand, aufstellten. Die aufgestellten Experimentierstationen sorgten für Betrieb, Lärm und Spaß. Die Aufstellung der Experimente wurde durch umfangreiche Forschungsarbeiten begleitet und weitere interaktive Exponate wurden entwickelt.Phänomenta Flensburg. Geschichte. Ein Blick zurück, abgerufen am: 17. April 2017 Bis 1988 wurden 100 Experimentierstationen an der Pädagogischen Hochschule entwickelt.

mini|Das verschalte, ehemalige Sparkassengebäude mit dem Neubau und dem verdeckten Nordertor dahinter (2012)

Errichtung Nach der Realisierung dieser ersten Experimentesammlung entstand der Wunsch, diese in einem separaten Wissenschaftsmuseum auszustellen und dafür Eintritt zu kassieren. Diese Idee stieß in der Flensburger Kommunalpolitik zunächst teilweise auf Skepsis.Flensburger Tageblatt: Jubiläum: 20 Jahre Wissenschaft in der Phänomenta, vom: 1. September 2015; abgerufen am: 15. April 2017 Ein Versuch, ein solches Museum in Kiel zu realisieren, soll zu dieser Zeit ebenfalls gescheitert sein. Aber schließlich fand das Projekt dann doch noch Unterstützung in der Flensburger Politik, insbesondere beim Oberbürgermeister Olaf Cord Dielewicz. Für das Projekt wurde das Hofensembles in der Norderstraße nahe dem Nordertor ausgewählt, das offenbar zuvor von jungen Hausbesetzern in Beschlag genommen worden war und die zum Hafermarkt umgesiedelt worden waren. Im Oktober 1990 genehmigte der Bauausschuss im Flensburger Rathaus den Umbau des Hofensembles, um dort das neue Wissenschaftsmuseum einzurichten. Anschließend wurde ein dortiges Nachbarhaus angemietet, wo eine Werkstatt eingerichtet wurde, in der Exponate gebaut wurden. 1993 wurden die ersten Ausstellungsräumlichkeiten in der Norderstraße bezogen und eingerichtet. Anschließend wurden im Sommer 1993 diese ersten Räumlichkeiten für Besucher geöffnet.Flensburger Tageblatt: 150 Jahre Stadtgeschichte aus Zeitungsperspektive Kiel/Hamburg 2016, S. 194. Zu Beginn zählte man rund 100 Besucher je Tag.

Das Jahr 1995 gilt als eigentliches Geburtsjahr der Phänomenta. Am 3. August des besagten Jahres wurde der fertiggestellte Komplex offiziell von der Kultusministerin Marianne Tidick eröffnet und eingeweiht. Nun bestand die Phänomenta aus den umgebauten Kulturdenkmälern Haus Norderstraße 159 und Haus Norderstraße 161, die im 19. Jahrhundert errichtet worden warenLutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, Seite 232 ff. Ebenfalls zur Phänomenta gehörte der neue gläserne Anbau auf der Nordseite des Hauses Norderstraße 161. Die Phänomenta war barrierefrei gestaltet und besaß so auch einen Aufzug. Die Phänomenta bot damals schon 1.800 m2 Ausstellungsfläche.

In der Zeit danach wurden zudem öffentliche Exponate auf dem Holm, der Großen Straße, sowie am Flensburger Hafen nahe der Phänomenta dauerhaft aufgebaut. Eine Wartung dieser Exponate fand aber offensichtlich nicht statt, so dass die Mehrzahl von ihnen im Laufe der Zeit zerfielen und zerstört wurden. Die eigentliche Phänomenta beim Nordertor besaß um das Jahr 2000 herum ungefähr 120 Experimentierstationen.

Erste Erweiterung Im Jahr 2002 übernahm die Phänomenta zudem das ehemalige backsteinerne Sparkassengebäude von 1951,Eiko Wenzel: Zeitzeichen, Architektur in Flensburg nach 1945, S. 48 das vom Flensburger Stadtarchitekten Gottlieb Nietsch errichtet worden war.Flensburger Tageblatt: Phänomenta-Anbau: "erschreckendes Ergebnis", vom: 10. März 2008, abgerufen am: 17. März 2017 Am 21. Mai 2003, nach einjähriger Umbauzeit, wurde das ehemalige Sparkassengebäude als „Haus der Kommunikation“ neu eröffnet.Neuer Themenschwerpunkt: Kommunikation, vom: 20. Mai 2003; abgerufen am: 17. April 2017 Im neuen Ausstellungsbereich fanden 20 Experimente zur Kommunikation Platz. Mit der Übernahme des Gebäudes vergrößerte sich die Ausstellungsfläche auf 2.500 m2. 2004 beherbergte die Phänomenta 150 Experimentierstationen. 2005 erreichte die Phänomenta einen Besucherrekord von 83.000 Besuchern, doch in den Folgejahren sollte die Besucherzahl wieder sinken.

mini|Phänomenta sowie Nordertor bei Nacht (2015)

Anbau ans Nordertor