Weichselstein ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Sengenthal im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.
Lage Der Ort befindet sich ca. 1,5 km nordöstlich des Hauptortes Sengenthal, rund 60 m südwestlich des Industriegebiets Weißmarterstraße III.
Der Weiler liegt auf rund südlich von Neumarkt am Rand des Neumarkter Talkessels. Von Sengenthal am Anger aus führt in Richtung Nordosten eine Gemeindeverbindungsstraße nach Weichselstein und von dort aus in Richtung Norden nach Neumarkt-Lähr.
Geschichte In den Jahren 1173 bis 1178 tritt in den Akten des Benediktinerklosters Biburg ein "Arnoldus de Wahsenstein" in Erscheinung. Um 1285 wird der Weiler in Kurbayerischen Urkunden mit "aput Wehsenstein" vermerkt.
Das um 1280 geschriebene Urbarium Baiuarium Transdanubiae weist aus, dass die bayerischen Herzöge in Weichselstein drei Huben und den Zehnt besaßen.Heinloth, S. 213 f. 1340 ist ein Konrad der Weichselsteiner nachweisbar, der Gerichtsschöffe zu Berngau war. Spätere Besitzer von Weichselstein waren die Adelsfamilien Rossraben und Parsten.Johann Nepomuk von Löwenthal: Geschichte des Schultheißenamts und der Stadt Neumarkt auf dem Nordgau oder in der heutigen oberen Pfalz, München: Zwingl’sche Schriften, 1805, S. 39; Repertorium des topographischen Atlasblattes. Neumarkt, 1836, S. 108 Am Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand Weichselstein aus zwei Halbhöfen (Mayer und Großmann) der Unteren Hofmark Berngau und unterstand hochgerichtlich dem herzoglich-baierischen Schultheißenamt Neumarkt.Heinloth, S. 287
Im Königreich Bayern war Weichselstein dem zwischen 1810 und 1820 gebildeten Steuerdistrikt Leutenbach zugeordnet. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 wurde die Ruralgemeinde Sengenthal gebildet, der auch Weichselstein angehörte, das 1836 aus vier Häusern bestand. Kirchlich gehörte der Weiler zur Stadtpfarrei St. Johannes der Täufer Neumarkt.Heinloth, S. 329; Popp, S. 120 1836 wurde ein Waffenhammer von Weichselstein erwähnt.Repertorium des topographischen Atlasblattes. Neumarkt, 1836, S. 33
Gemäß der Volkszählung vom 1. Dezember 1871 bestand der Weiler zu dieser Zeit aus neun Gebäuden mit zwölf Einwohnern; an Großvieh waren zwei Pferde und 21 Stück Rindvieh vorhanden.Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, München 1876, Spalte 886
Einwohnerzahlen 1830: 25 (3 Häuser)Karl Friedrich Hohn: Der Regenkreis des Königreichs Bayern, geographisch und statistisch beschrieben, Stuttgart und Tübingen: Cotta, 1830, S. 144 1836: 27 (4 Häuser)Popp, Th. D. (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S. 120 1861: 16 (8 Gebäude)Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Spalte 710 1871: 12 (9 Gebäude)Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, Spalte 886 1900: 16 (2 Wohngebäude)Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern... [nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dez. 1900], Spalte 869 1938: 18Buchner II, S. 258 1961: 12 (3 Wohngebäude)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 553 1987: 9 (3 Wohngebäude, 3 Wohnungen)
Baudenkmäler mini|Hofkapelle St. Maria mit der „Weißen Marter“ Die Feldkapelle St. Maria, erbaut 1863 von Michael Feßmann,Buchner II, S. 254 der daneben stehende Bildstock Weiße Marter, ein vierseitiger Figurentabernakel auf hohem achtseitigen Pfeiler von 1480 mit der Darstellung der Kreuzigung Christi und rückwärtig der Darreichung des Schweißtuches der Veronika,Buchner II, S. 261 ein Steinstadel aus dem 18. Jahrhundert und ein Zuhaus eines ehemaligen Bauernhofes von 1665 bzw. 1793 gelten als Baudenkmäler.Sixtus Lampl und Otto Braasch: Denkmäler in Bayern, Band III: Oberpfalz. Ensembles, Baudenkmäler, Archäologische Geländedenkmäler, München: R. Oldenbourg Verlag, 1986, S. 159Friedrich Hermann Hofmann und Felix Mader (Bearb.), Die Kunstdenkmäler von Oberpfalz & Regensburg, Heft XVII, Stadt und Bezirksamt Neumarkt, München: R. Oldenbourg Verlag, 1909, S. 289. x16px|alt=|link=|Commonsonline auf commons
Literatur Rudi Bayerl: Die „Weiße Marter“ gab einem Berg den Namen. In: Schönere Heimat, 98 (2009), 2, Bayerischer Landesverein für Heimatpflege e.V., München 2009, S. 74–75. Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. und II. Band, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1937 und 1938
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Weiler im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Ortsteil von Sengenthal