Lila Morris O’Neale (* 2. November 1886 in Buxton, North Dakota; † 2. Februar 1948 in Oakland, Kalifornien) war eine US-amerikanische Kulturanthropologin und Ethnologin.

Leben Lila O’Neale wurde 1886 in Buxton in dem US-Bundesstaat North Dakota geboren. Ihr Vater, George Lester O’Neale, war aus Irland eingewandert. Ihre Mutter, Carrie Higgins O’Neale, war Lehrerin. Die Familie zog nach San José (Kalifornien). Lila O’Neale absolvierte zunächst eine Lehrerausbildung an der San José State University. Sie erwarb im Jahr 1910 einen Artium Baccalaureus (heute: Bachelor of Arts) an der Stanford University, im Jahr 1916 einen weiteren Bachelor-Abschluss (Bachelor of Science) an der Columbia University in New York und im Jahr 1927 den Masterabschluss an der University of California in Berkeley mit einer Arbeit über altertümliche peruanische Textilien. Im Jahr 1930 erwarb sie in Berkeley den Doktorgrad (Ph.D.) in Anthropologie mit einer Feldforschungsarbeit über Korbflecht-Methoden indianischer Frauen in Kalifornien.Margot Blum Schevill: Lila Morris O’Neale: Ethnoaesthetics and the Yurok-Karok Basket Weavers of Northwestern California. In: Janet Catherine Berlo (Hrsg.): The Early Years of Native American Art History, University of Washington Press, 1992. ISBN 9780295972022. Seiten 162–190. Ihr Doktorvater war der Ethnologe und Kulturrelativist Alfred Kroeber, der Lila O’Neale auch in späteren Jahren weiter unterstützte.Margot Blum Schevill: Lila Morris O’Neale. In: Kroeber Anthropological Society (KAS) Papers, Nummer 65–66, 1986. Seiten 129–137. Sie wurde im Jahr 1941 Professorin für kulturhistorisches Kunstgewerbe.Last Rites for UC Art Savant. In: Oakland Tribune, 4. Februar 1948. Seite 8.

Ihre Lebensgefährtin war Martha Thomas, Dozentin an der Universität in San José.

Lila O’Neale starb im Jahr 1948 an Lungenentzündung.Dr. Lila Morris O’Neale. In: San Mateo Times, 4. Februar 1948.Alfred Kroeger et al.: Obituary of Lila Morris O’Neale. In: University of California: In Memoriam, 1948.

Berufliches Wirken Lila O’Neale arbeitete zunächst als Lehrerin in Oakland. Zwischen 1912 und 1915 unterrichtete sie in den Fächern Textilien und verwandte Künste (Related Arts) am San José State Teachers College, einem staatlichen College zur Lehrerausbildung, sowie von 1916 bis 1919 am Stout Institute in Wisconsin. In den Jahren 1919 bis 1926 war sie am Oregon State College als Assistentin und Associate Professor für Textilien und verwandte Künste tätig, im Sommer 1922 kurzzeitig an der University of Southern California.Lila Morris O’Neale. In: John S. Guggenheim Memorial Foundation: Directory of fellowsThe University of Southern California. In: Register: University of California (1922), Seiten 17–18.

Nach Doktorstudium und Promotion kehrte sie als Dozentin für Kunstgewerbe an die University of California in Berkeley zurück und gab von 1930 bis 1931 Vorlesungen zu historischen Textilien und Anthropologie.Ira Jacknis: A Berkeley Home for Textile Art and Scholarship, 1912-79. In: Textile Society of America Symposium Proceedings, Paper 448, 2004. Sie unterrichtete Geschichte, Kunstgewerbe, Textilien und Trachten. Sie wirkte auch als Kuratorin für Textilien im Völkerkundemuseum der Universität mit.Lila Morris O’Neale. In: Foundations of Anthropology at the University of California, Bancroft LibraryDavid L. Browman: Cultural Negotiations: The Role of Women in the Founding of Americanist Archaeology, University of Nebraska Press, 2013. ISBN 9780803245471. Seiten 135–136. Als sie im Jahr 1931 Edward Winslow Gifford vertrat, war sie die erste Frau, die Anthropologie an der Universität Berkeley lehrte.Margaret W. Harrison: Lila Morris O’Neale, 1886-1948. In: American Anthropologist, Nummer 50(4), 1948. Seiten 657–665.

Für die Erforschung von vorinkanischen und Inka-Textilien in den Anden in Peru erhielt Lila O’Neale 1931 ein Guggenheim-Stipendium.Gets Scholarship. In: Corvallis Gazette-Times, 30. April 1931. Seite 3. Textilien der prähistorischen Paracas-Kultur waren dort in den 1920er Jahren gefunden worden.

Veröffentlichungen (Auswahl) Textile Periods in Ancient Peru, 1930 (zusammen mit Alfred Kroeber) Yurok-Karok Basket Weavers, Phoebe Apperson Hearst Museum of Anthropology, Berkeley, 1932. ISBN 9780936127040 Papago Color Designations, 1943 (zusammen mit Juan Dolores) Textiles of Highland Guatemala, 1945

Lila O’Neales Schriften sind im Bestand der Bancroft Library der University of California in Berkeley enthalten.Lila M. O'Neale papers, BANC MSS 2013/185, The Bancroft Library, University of California, Berkeley.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ethnologe Kategorie:Anthropologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Oregon) Kategorie:Hochschullehrer (University of California, Berkeley) Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1886 Kategorie:Gestorben 1948 Kategorie:Frau Kategorie:Textilarchäologe Kategorie:Textilhistoriker