Forst () ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Sengenthal im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.
Geografie Forst, umgeben von Feldern, liegt auf rund westlich vor dem Stufenhang zur Weißjurafläche der Nördlichen Frankenalb. Das Dorf liegt an der Kreisstraße NM 18; in diese mündet nördlich des Dorfes die Kreisstraße NM 20 ein. Von Forst aus führt eine Gemeindeverbindungsstraße zum Gemeindeteil Stadlhof.
Geschichte Erstmals urkundlich erwähnt wird Forst in einer Kurbayerischen Urkunde des Jahres 1285 in der Schreibweise "aput Vorst". In 1326 wird der Ort als "apud Forst" in einer weiteren Kurbayerischen Urkunde aufgeführt.
1469 veräußerte Albrecht Martin Alber, Bürger von Neumarkt, das Dorf an Pfalzgraf Otto von Neumarkt.Repertorium des topographischen Atlasblattes. Neumarkt. 1836, S. 76 Von 1554 bis zur Gegenreformation 1625 war Forst, zur Filiale Reichertshofen der Pfarrei Berngau gehörend, protestantisch. 1670 lebten in Forst 25 Familien, die den Großzehent der Reichsstadt Nürnberg, den Klein- und Hauszehent dem Pfarrer gaben. 1689 erbaute das Dorf eine Kapelle, die 1774 mit einer Glocke „für Gebetläuten und Abendrosenkranz“ ausgestattet wurde. Am Ende des Alten Reiches, um 1800, gehörte Forst mit seinen 35 Anwesen zur Oberen Hofmark Berngau und unterstand hochgerichtlich dem herzoglich-baierischen Schultheißenamt Neumarkt. mini|St.-Sebastian-Kapelle in Forst Im Königreich Bayern wurde zwischen 1810 und 1820 ein Steuerdistrikt Forst gebildet, dem das Dorf Forst, die Birkenmühle, die Braunmühle, der Braunshof, der Dietlhof, Bahnhof Greißelbach, Rocksdorf und der Richthof angehörten.
Mit dem Gemeindeedikt von 1818 wurde die Ruralgemeinde Forst gebildet, wobei die Gemeinde Wiefelsbach, bestehend aus zehn Einöden, hauptsächlich Mühlen, in die neue Gemeinde Forst integriert wurde.Bernhard Heinloth, S. 322 f.; dort falsch „Wieselsbach“ Rocksdorf wurde ein Gemeindeteil von Kruppach, der Richthof Gemeindeteil von Reichertshofen.Bernhard Heinloth, S. 324 mini|Kanalschleuse 32, bis 1972 Gemeindeteil von Forst 1867 wurde Reichertshofen zur Pfarrei erhoben; 1870 wurde erneut eine Marienkapelle in Forst gebaut und geweiht. 1881 erhielt sie einen Turm. Sie wurde 2009 abgebrochen und 2009/10 durch einen Neubau, die St.-Sebastian-Kapelle, ersetzt.
Eine Zählung von 1871 erbrachte für das Dorf Forst an Großvieh elf Pferde und 262 Stück Rindvieh. In der Gemeinde belief sich der Bestand auf 44 Pferde, 484 Stück Rindvieh, 181 Schweine und eine Ziege.
In 1871 besuchten die Forster Kinder die katholische Schule am Pfarrort Reichertshofen.Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern… nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, München 1876, Sp. 881
Im Jahr 1900 umfasste die Gemeinde Forst die neun Orte Birkenmühle, Braunmühle, Braunshof, Dietlhof, Forst, Gollermühle, Kastenmühle, Schlierfermühle mit Schlierferhaide und Stadlhof und war 1108 Hektar groß. Der Viehbestand umfasste nur noch 28 Pferde und 460 Stück Rindvieh, aber neun Ziegen. Die Zahl der Schweine betrug nunmehr 335 und war damit in 25 Jahren deutlich gestiegen, wie auch andernorts für diesen Zeitraum zu beobachten ist.Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern… [nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dez. 1900], Spalte 865
Bis zur Gebietsreform in Bayern wuchs die Gemeinde auf zwölf Orte an. Dies waren: Ortsteile der Gemeinde ForstBirkenmühleEinödeForstDorfKanalschleuse 31EinödeSchlierfermühleEinödeBraunmühleWeilerGollermühleEinödeKanalschleuse 32EinödeSchlierferhaideEinödeDietlhofWeilerGreißelbachWeilerKastenmühleEinödeStadelhofWeiler Kirchlich gehörten die Protestanten aller Orte zur evangelischen Pfarrei Sulzbürg, die Katholiken teilweise zur Pfarrei Döllwang, teilweise zur Pfarrei Reichertshofen.Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 547 f.
Gemeindegebietsreform Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Forst mit allen Gemeindeteilen am 1. Januar 1972 der Gemeinde Sengenthal angegliedert.
Seit 2016 werden Maßnahmen der Dorferneuerung durchgeführt.
Einwohner- und Wohnungsbestand +EinwohnerHäuser / GebäudeBerichtsjahrDorf ForstGemeinde ForstDorf ForstGemeinde Forst1830206Karl Friedrich Hohn: Der Regenkreis des Königreichs Bayern, geographisch und statistisch beschrieben, Stuttgart und Tübingen: Cotta, 1830, S. 13838 Häuser1836204Popp, S. 4138 Häuser1861191Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Spalte 707288Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 70774 Gebäude 106 Gebäude1871202307115 GebäudeVollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern… nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, Spalte 829, abgerufen am 26. Februar 202650 WohngebäudeKgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern… nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, München 1876, Sp. 8811900221Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern… [nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dez. 1900], Spalte 865327Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern… [nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dez. 1900], Spalte 86541 Wohngebäude56 Wohngebäude192523131719502223541961171Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 548269Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 54838 Wohngebäude60 Wohngebäude1970195198717946 Wohngebäude
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Vereine FC Forst Feuerwehrverein Forst e. V. SpVgg Forst-Buchberg-Reichertshofen
Sehenswürdigkeiten Ein sehenswertes ehemaliges Wohnstallgebäude aus dem 18./19. Jahrhundert befindet sich in Forst in der Kreisstraße 9.
Literatur Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. und II. Band, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1937 und 1938
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Sengenthal Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971