Amesschlag ist eine Ortschaft und Katastralgemeinde in der Gemeinde Vorderweißenbach im Bezirk Urfahr-Umgebung in Oberösterreich. Die Ortschaft hat Einwohner (Stand ).
Geographie Die Ortschaft Amesschlag ist Teil der Katastralgemeinde Amesschlag sowie des Zählsprengels Vorderweißenbach und umfasst Adressen (Stand ).
Die Ortschaft liegt am Amesschlägerbach zwischen dem Brunnwald im Süden und dem Sternwald mit dem Sternstein als höchster Erhebung im Nordosten.
Ortsname mini|„Amaisschlag“ in der Landkarte von Georg Matthäus Vischer 1667/69 Das früheste Schriftzeugnis für den Ortsnamen lautet „Amanslag“ und stammt aus dem Jahr 1356, als Reinprecht von Wallsee das Amt Weißenbach mit den Dörfern Bernhardschlag, Weißenbach und Schönegg erhielt, seine Neffen Friedrich, Wolfgang und Heinrich von Walsee hingegen das Amt Leonfelden bekamen, zu dem unter anderem die Dörfer Amesschlag, Eberhardschlag und Gaisschlag gehörten.„Teilung der Herrschaft Waxenberg.“ In: Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 194. In der Josephinischen Landesaufnahme um 1775 findet sich die Bezeichnung „Omeis Schlag“, was der Schreibweise „Omeisschlag“ in der Mappa von dem Land ob der Enns im Jahr 1787 entspricht.Carl Schütz, Franz Müller: Mappa von dem Land ob der Enns. Im Jahr 1781 reducirt und gestochen von C. S. Schütz und geschrieben von F. Müller 1787 (online bei DORIS, Thema Historische Landkarten, Layer Schütz Müller (1787), abgerufen am 15. Mai 2026).
Die Namensherkunft von Amesschlag ist nicht eindeutig erklärt, dürfte aber zusammen mit dem Grundwort „-schlag“ entweder auf den mittelhochdeutschen Begriff „ambetman“ bzw. „amtman“ für eine Person, die als Amtmann oder Diener etwas zu verwalten hat, oder auf den althochdeutschen Personennamen „Amal“ als Kurzform von etwa „Amalfrid“ oder „Amalbërht“ zurückgehen.
Geschichte Im Jahr 1850 wurde die Gemeinde Amesschlag eingerichtet, welche die heutigen Ortschaften Amesschlag, Amesberg, Eberhardschlag und Gaisschlag umfasste.
Im Jahr 1938 waren in der Ortschaft Amesschlag ein Gastwirt, zwei Müller, ein Schneider und zahlreiche Landwirte ansässig.Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938, S. 554 (findbuch.at [PDF]).
Am 1. November 1938 wurde die zuvor eigenständige Gemeinde Amesschlag in die damalige Gemeinde Oberweißenbach eingegliedert.
In den 1970er-Jahren wurde die Telefongemeinschaft Amesschlag/Eberhardschlag gegründet, damit deren Mitglieder rascher zu einem privaten Telefonanschluss kommen könnten. Da Eberhardschlag zur Post Vorderweißenbach, Amesschlag aber zur Post Bad Leonfelden gehört, wurde die Gemeinschaft getrennt.Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 177. Nach Errichtung der gewünschten Telefonanschlüsse wurden die Telefongemeinschaften wieder aufgelöst.
Infrastruktur Landesstraße Die Böhmerwald Straße (B 38) verbindet Amesschlag östlich mit Bad Leonfelden, Freistadt und Niederösterreich bzw. westlich mit Vorderweißenbach, Rohrbach und Bayern.Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 372.
Freiwillige Feuerwehr Die Freiwillige Feuerwehr Amesschlag wurde am 20. Februar 1902 als Gemeindefeuerwehr der damals eigenständigen Gemeinde Amesschlag gegründet. 1938 wurde das Feuerwehrzeughaus, das sich damals noch in Eberhardschlag befand, mit einem Schlauchturm erweitert. Von 1958 bis 1960 wurde ein neues Zeughaus in Amesschlag errichtet. 1994 wurde schließlich das neu erbaute Feuerwehrhaus am heutigen Standort eröffnet.„Freiwillige Feuerwehr Amesschlag“ In: Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. 2025, S. 391–392.
Freizeit Der 17,3 km lange Rad-Rundweg S5 Vorderweißenbacher Runde führt durch die Ortschaft Amesschlag. Die Berhardschlagrunde bzw. Bernhardschlägerrunde ist ein etwa 6 Kilometer langer, leichter Wanderweg, der über Bernhardschlag und Amesschlag wieder zurück nach Vorderweißenbach führt.Berhardschlag-Runde – Vorderweißenbach. In: Christian Dullinger, Werner Schnetzer, Michael Strasser: 33 Wege für Geist und Körper. Nordic Walking und Wandern in Oberösterreich. Trauner, Linz 2009, ISBN 978-3-85499-638-5, S. 42–45.
Literatur Peter Adam, Beate Auer, u. a: Dehio-Handbuch Oberösterreich. Band 1. Mühlviertel. Verlag Berger, Horn/Wien 2003, ISBN 3-85028-362-3, Amesschlag S. 911. Marktgemeinde Vorderweißenbach (Hrsg.): Vorderweißenbach. Heimat. Geschichte. Gegenwart. Der Stern im Böhmerwald. Sternstein Verlag, Bad Leonfelden 2025, ISBN 978-3-902865-25-0. Darin mit Bezug zur Ortschaft Amesschlag: Kapitel 3. Besitzer nach den Urbaren vom 15. bis in das 17. Jahrhundert. S. 41–48 (Autoren: Sonja und Johann Pammer), Abschnitt „1435 Amanschlag, 1571 Amasschlag, 1644 klein Amasschlag“ S. 41–42. Kapitel 8. Gemeinde sind wir alle. S. 149–190, Liste der „Richter“ und Bürgermeister der Gemeinde Amesschlag von 1832 bis 1938 auf S. 158. Kapitel 14. Der Wald als Wirtschaftsfaktor. S. 351–366, Abschnitt „Torfstechen beim Schütz auf der Au in Amesschlag“ S. 363–364 (Autor: Elisabeth Seiberl). Kapitel 15. Verkehrserschließung in unserer Gemeinde. S. 367–374 (Autor: Otto Kastner). Kapitel 17. Sicherheit … Im Dienst für uns alle. S. 387–406, Abschnitt „Freiwillige Feuerwehr Amesschlag“ S. 391–392. Kapitel 20. Hausbesitzer von 1750–1940. S. 467–507 (Autoren: Sonja und Johann Pammer), Abschnitt „Amesschlag“ S. 470–471. Edmund Grabner (Hrsg.), Stefan Grasböck, Reinhard Hauer: Zeichen am Weg. Kleindenkmäler in der Marktgemeinde und Pfarre Vorderweißenbach. Arbeitskreis Kultur und Bildung des Vereins „Dorferneuerung Vorderweißenbach“, 2008, S. 124–131 (Inhaltsverzeichnis auf obvsg.at).
Weblinks
Einzelnachweise
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