Silvana Santamaria (* 17. Juli 1978 in Marbach am Neckar, Deutschland) ist eine deutsch-italienische Regisseurin, Drehbuchautorin und Filmproduzentin.

Werdegang Santamaria wuchs in Beilstein auf. Nach dem Abitur im Jahr 1998 absolvierte sie mehrere Praktika im Film- und Medienbereich und besuchte zwei Jahre lang die Schauspielschule „Kulturprojekt Spielhaus“ in Stuttgart. Im Jahr 2004 begann sie ein Regiestudium an der Filmakademie Baden-Württemberg und in den Jahren 2007 bis 2010 war sie Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung. Sie war Meisterschülerin von Ebbo Demant, Thomas Schadt, Michael Möller und Helga Reidemeister.

Im Jahr 2008 erhielt sie mit ihrem Film „Status: geduldet“ den Civis-Europas Medienpreis für Integration in der Kategorie „Bester Nachwuchsfilm“. Die Preisverleihung wurde europaweit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt. Moderiert wurde die Preisverleihung von Sandra Maischberger. Der Film wurde außerdem auf dem DOK Leipzig im „Deutschen Wettbewerb“ nominiert. Die Filmbewertungsstelle in Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat: „Besonders wertvoll“.

Ihr Kurzfilm „Stillstand“ feierte auf dem 57. Festival Internacional de Cine de San Sebastián seine Weltpremiere.

Im Jahr 2010 erhielt sie den Max-Ophüls-Preis für ihren Dokumentarfilm Nirgendwo.Kosovo.

In den Jahren 2010 und 2011 war sie Postgraduierten-Stipendiatin an der Berliner Akademie der Künste im Bereich Filmkunst. In dieser Zeit arbeitete sie als Regisseurin zusammen mit Mirjam Dolderer an dem Film „Lovelab“ mit den Schauspielern Demet Gül und Felix Hellmann in den Hauptrollen.

Im Jahr 2011 drehte sie in Sizilien und Lampedusa den Dokumentarfilm „Alice im Land der Hoffnung“ über den Beginn der Flüchtlingskrise in Italien. Das Konzept entstand noch vor dem Arabischen Frühling und der damit verbundene Flüchtlingskrise, die Ende 2010 ihren Anfang hatte. Alle drei Dokumentarfilme (Status geduldet 2008, Nirgendwo.Kosovo 2010, Alice im Land der Hoffnung 2012), für die Silvana Santamaria auch die Drehbücher schrieb, entstanden in Zusammenarbeit mit der Redakteurin Gudrun Hanke el-Ghomri (Of fathers and Sons, Last Men in Aleppo). Auch wenn die Filme einzeln beauftragt wurden, sind sie als zusammengehörige Trilogie zu verstehen, in der die Themen Vertreibung, Migration und Integration behandelt werden, Jahre bevor das Thema in Deutschland mediale Aufmerksamkeit erlangte.

In den Jahren 2011 und 2012 führte sie Regie bei dem Kurzfilm „Ihr Brief zu seiner Hochzeit“, mit Corinna Harfouch in der Hauptrolle und Sylvester Groth in einer Nebenrolle. Der Film wurde sowohl von der Filmkritik als auch von den Zuschauern positiv bewertet und gewann den Caligari-Preis der Filmakademie Baden-Württemberg. An dem Film arbeitete sie zusammen mit Claudia Gladziejewski, die zusammen mit Brigitte Dithard und Nadia Dumouchel den Film redaktionell betreut haben. Gloria Burkert hat den Film von Produktionsseite mitbetreut.

Im Jahr 2013 gründete sie zudem mit den Regisseurinnen Ayla Gottschlich, Inga Bremer und Catalina Flórez Ibarra die Produktionsfirma Soilfilms bei soilfilms.de und hat als Filmproduzentin mehrere Arthouse-Kinofilme herausgebracht.

Im Jahr 2015 produzierte sie den Film „Chronik einer Revolte“ der Regisseurinnen Ayla Gottschlich und Biene Pilavci, der seine Weltpremiere beim Festival do Rio, Brasilien, hatte und von den Fernsehsendern Arte und ZDF ausgestrahlt wurde.

Im Jahr 2016 produzierte sie den Kinodokumentarfilm „Francos Erbe – Spaniens gestohlene Kinder“, von Regisseurin Inga Bremer. Die Filmbewertungsstelle in Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat „Besonders wertvoll“.

Für den Film „Francos Erbe – Spaniens gestohlene Kinder“ arbeitete sie mit der TV-Redakteurin Sonja Scheider (Citizenfour) zusammen. Der Film wurde auf dem Shanghai International Film Festival gezeigt und später auf Arte und dem BR ausgestrahlt. Zuvor wurde er deutschlandweit in Arthouse Kinos herausgebracht.

Von 2014 bis 2016 produzierte sie den Kinospielfilm „Kinder des Lichts“ von Regisseur David Ruf, für den sie auch die Produktionsleitung vor Ort übernahm. Der Film erlangte internationale Aufmerksamkeit und startete seine Kinotour im März 2016 in ausgewählten deutschen Arthouse Kinos. Später wurde er im SWR und auf Arte ausgestrahlt. Die Dreharbeiten fanden an der türkisch-syrischen Grenze statt, hauptsächlich in der Grenzstadt Reyhanli, einem der wichtigsten illegalen Grenzübergänge während des Syrienkrieges. Da Reyhanli an drei Seiten von der syrischen Grenze umgeben ist, waren die Dreharbeiten geprägt von ständigen Polizeikontrollen und täglichem Bombenhagel unmittelbar neben der Grenzstadt. Die Darsteller des Films waren hauptsächlich syrische Kinder, die vor dem Krieg über die Grenze geflohen waren.

Im Jahr 2016 führte sie Regie für die Episode „Berlin“ der Sendereihe „Your street-my stage“ für RedBull TV.

Im Jahr 2017 produzierte sie für die Reihe SQUARE auf ARTE den Beitrag „Ranias Traum“ von Regisseur Samir Nasr und 2018 den Dokumentarfilm „Lolas Lieder“ von Jana Bürgelin für ZDF/3Sat.

Ihr Regiedebüt im Bereich Spielfilm absolvierte Silvana Santamaria mit dem Film „A Part of me“ im Jahr 2018, für den sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem tunesischen Filmregisseur Bilal Athimni, das Drehbuch schrieb, Regie führte und den Film produzierte. Eine weitere Produzentin des Films war Ayla Gottschlich. Der Film gewann internationale Preise und feierte auf dem Carthage Film Festival seine Premiere. MAD SOLUTIONS sicherte sich die Rechte für den Film (MENA REGION) während der 76. Filmfestspiele von Venedig. Der durch private Mittel und mit Hilfe von Koproduktionspartnern finanzierte Film wurde anschließend von Rotana Cinema gekauft und seit dem 22. September 2019 mehrfach auf MBC 5 ausgestrahlt.

Der Spielfilm SHARAF, für den Santamaria die federführende Produzentin ist, wurde 2019 kurz vor den Dreharbeiten zum Venice Gap-Financing Market der Filmfestspiele von Venedig eingeladen. Der Kinostart in Deutschland war am 26. Januar 2023.

Silvana Santamaria ist Mitglied des EWA – European Women's Audiovisual Network, ProQuote Film und des BVR – Bundesverband Regie. Im Jahr 2019 war sie eine von sieben europäischen Nachwuchsproduzentinnen, welche von EWA (Präsidentin: Ada Solomon) für ein einjähriges Mentoringprogramm (Mentorin: Carlotta Calori) ausgewählt wurden.

Filmografie 2006 Bedtime stories – Kurzfilm (Regie & Drehbuch) 2007 No more tears – Kurzfilm (Regie & Drehbuch) 2008 Status:geduldet – Dokumentarfilm (Regie, Produktion & Drehbuch) 2009 Stillstand – Kurzfilm (Regie) 2010 Nirgendwo.Kosovo – Dokumentarfilm (Regie & Drehbuch) 2011 Lovelab – Kurzfilm (Regie) 2012 Ihr Brief zur Hochzeit – Kurzfilm (Regie) 2013 Chronik einer Revolte – Feature documentary (Produktion) 2013 Alice im land der Hoffnung – Dokumentarfilm (Regie & Drehbuch) 2015 Francos Erbe – Spaniens gestohlene Kinder – Kinodokumentarfilm (Produktion) 2015 Myanmar goes democrazy – Dokumentarfilm (Koregie) 2016 Your street, my stage (TV-Serie) (Regie & Drehbuch) 2016 Kinder des Lichts – Kinospielfilm (Produktion) 2017 Ranias Traum – TV-Serie, 1 Episode (Produktion) 2018 A Part of Me – Spielfilm (Regie, Produktion & Drehbuch) 2018 Lolas Lieder – TV-Serie, 1 Episode (Produktion) 2020 Sharaf – Kinospielfilm (Produktion) 2024: The Witness (Produktion)

Nominierungen und Auszeichnungen 2008: Auszeichnung European Young CIVIS Media Preis für Status geduldet 2008: Nominierung Goldene Taube, DOK Leipzig für Status geduldet 2008: Nominierung Bester Dokumentarfilm, Move it! Filmfestival, Dresden für Status geduldet 2008: Nominierung Bester Dokumentarfilm, Sehsüchte, Internationales Studentenfilmfestival, Potsdam für Status geduldet 2008: Auszeichnung Dokumentarfilm des Monats Februar und Prädikat besonders wertvoll für Status geduldet bei der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) 2009: Nominierung Bester ausländischer Dokumentarfilm MedFilm Festival, Rom, für Status geduldet 2009: Nominierung Bester ausländischer Dokumentarfilm IFF Tranzyt Polen, für Status geduldet 2009: Weltpremiere von Stillstand auf dem San Sebastián International Film Festival 2009: Market Visions du Réel Internationales Dokumentarfilmfestival Nyon für Status geduldet 2009: Auszeichnung Prädikat „Wertvoll“ für Nirgendwo Kosovo bei der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) 2010: Deutschland-Premiere von Stillstand auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis 2010: Auszeichnung Bester Dokumentarfilm Filmfestival Max Ophüls Preis für Nirgendwo Kosovo 2011: Auszeichnung Caligari Filmpreis für Ihr Brief zur Hochzeit 2012: Nominierung Bester Kurzfilm, Filmfestival Max Ophüls Preis für Ihr Brief zur Hochzeit 2012: Auszeichnung Kamera-Kodak-Award der Filmakademie Baden-Württemberg für Ihr Brief zur Hochzeit 2012: Nominierung für Alice im Land der Hoffnung auf der Filmschau Baden-Württemberg 2014: Auszeichnung BR-Dokuwettbewerb des Filmfest München für Francos Erbe – Spaniens geraubte Kinder (Produzentin) 2017: Auszeichnung Jury-Award des Indian World Film Festival für Francos Erbe – Spaniens geraubte Kinder (Produzentin) 2017: Auszeichnung Founder's Award des DOC LA für Francos Erbe – Spaniens geraubte Kinder (Produzentin) 2018: Auszeichnung Preis der ARD-Leistungsmodell-Prämie, WDR Funkhaus, Köln für Kinder des Lichts (Produzentin) 2018: Auszeichnung Bester Spielfilm der Best of the Best Competition, Los Angeles, USA für A Part of Me

Weblinks

Silvana Santamaria bei Soilfilms

Einzelnachweise

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