mini|Flaschen mit 0,35 / 0,1 / 0,04 / 0,02 Liter Inhalt Jägermeister ist ein Kräuterlikör, der im niedersächsischen Wolfenbüttel hergestellt und abgefüllt wird. Dort befindet sich auch der Stammsitz des Unternehmens Mast-Jägermeister SE. Weitere Abfüllanlagen gibt es im sächsischen Kamenz.
Jägermeister enthält 35 % vol. Alkohol. Häufig sind Longdrinks mit Orangensaft, Cola, Energydrinks, Tonic Water, Eistee und weiteren Softdrinks, seltener wird der Kräuterlikör mit Kakao oder Milch kombiniert oder als eine von mehreren Zutaten für Cocktails verwendet.
Herstellung mini|Jägermeister-Unternehmensgebäude in Wolfenbüttel Das Rezept für den Likör wurde 1934 von Curt Mast entwickelt; im Jahr darauf wurde das Produkt auf dem deutschen Markt eingeführt.
Seit den 1950er Jahren wird Jägermeister exportiert – heute in über 150 Staaten der Erde. Jägermeister kann mit über 85 % den größeren Absatzanteil im Ausland verbuchen, ist aber auch auf dem deutschen Markt erfolgreich. Im Jahr 2016 wurden weltweit 7,1 Millionen 9-Liter-Einheiten abgesetzt, was den Kräuterlikör zum einzigen deutschen Vertreter unter den Top-25-Premium-Spirituosenmarken der westlichen Welt machte.
In Wolfenbüttel wird Jägermeister hergestellt, abgefüllt und danach in die ganze Welt exportiert. Nur in Österreich gab es bis 2020 mit der Destillerie Bauer einen Lizenznehmer, der Jägermeister in Graz abfüllte.Neue Eigentümer, neuer Standort: So soll Neustart von Bauer gelingen , Kleine Zeitung am 31. Januar 2024 Der Grundstoff, ein Mazerat aus 56 Kräutern, wird im Wolfenbütteler Stammwerk hergestellt. Danach werden noch Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs (Neutralalkohol), Zucker, Karamell und Wasser hinzugefügt. Der fertige Likör wird in Wolfenbüttel-Linden sowie in Kamenz abgefüllt.
Bekannte Kräuter:
Produkt- und Firmenlogo mini|Die Bekehrung des heiligen Hubertus, Gemälde von Wilhelm Räuber, 1849–1926 mini|hochkant|Die runde Literflasche wurde in Deutschland zwischen 1954/55 und 1996 angeboten. Die abgebildete Flasche stammt aus dem Zeitraum zwischen 1970 und 1981. Das Jägermeister-Logo bezieht sich auf den Schutzpatron der Jagd, den heiligen Hubertus von Lüttich, und zeigt den Kopf eines Hirschs mit einem leuchtenden Kreuz zwischen den Sprossen seines Geweihes. Auf dem Etikett der Flasche befindet sich folgendes Gedicht Oskar von Riesenthals (1830–1898):
Namensgebung Der Begriff Jägermeister existiert als Berufsbezeichnung schon mehrere Jahrhunderte.www.mast-jaegermeister.de → Unternehmen → Hubertussage, abgerufen am 21. März 2010 Er wurde mit dem Reichsjagdgesetz von 1934 in Deutschland neu eingeführt und bezeichnete Forst- und Jagdaufsichtsbeamte (siehe auch Flaggen des Reichsbundes Deutsche Jägerschaft). Als der Likör 1935 auf den Markt kam, klang der Name bereits vertraut. Curt Mast, der Erfinder des Jägermeister-Kräuterlikörs, war selbst begeisterter Jäger. Auch deshalb lag die Namensgebung nahe. Da seit Juli 1934 Hermann Göring als Reichsjägermeister amtierte, dem alle Landes-, Gau- und Kreisjägermeister unterstanden, er also der oberste „Jägermeister“ war, wurde der Likör früher gelegentlich „Göring-Schnaps“ genannt. Die Nachfahren des damaligen Unternehmensinhabers hüllen sich zu den genaueren Umständen der Namensgebung in Schweigen.
Der ehemalige Geschäftsführer Günter Mast, ein Neffe des damaligen Geschäftsführers Curt Mast, äußerte sich wie folgt:
2017 gab der Wallstein Verlag das Buch Curt Mast. Ein Unternehmer in der Politik (Autor: Thomas Klingebiel) heraus, in der das politische und unternehmerische Wirken Masts vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg behandelt wird.
Flaschendesign Bis in die 1950er Jahre wurde Jägermeister in viereckigen Flaschen aus Weißglas mit Korken abgefüllt. Danach wurde die bis heute größtenteils gleichgebliebene, ebenfalls viereckige Flasche aus Grünglas mit Schraubverschluss eingeführt. Lediglich 2016 erhielt die Flasche eine überarbeitete Form, bei welcher die Schultern angehoben, der Hals verlängert und das Etikett angepasst wurden.
Variationen Seit 2017 hat die Mast-Jägermeister SE mehrere Variationen von Jägermeister auf den Markt gebracht, welche alle auf der Grundrezeptur basieren. Im März 2017 brachte das Unternehmen den als „super-premium Kräuterlikör“ beworbenen Jägermeister Manifest auf den Markt. Bei diesem wird die Grundrezeptur durch ein weiteres Mazerat mit zusätzlichen botanischen Rohstoffen und einer höheren Kräuterbeladung ergänzt. Weiterhin wird als Grundalkohol ein Weizenfeindestillat, welches 15 Monate lang in getoasteten Eichenfässern lagert, verwendet. Etwa zwei Jahre später, im Mai 2019, startete der Verkauf des Jägermeister Scharf, welcher zusätzliche Ingwer- und Galgantnoten enthält. Seit September desselben Jahres ist in Großbritannien, den USA sowie im Global Travel Retail Jägermeister Cold Brew Coffee erhältlich, der kalt aufgebrühten Kaffee sowie Kakaonoten enthält. Bei Jägermeister Orange wird die Rezeptur mit Öl aus den Schalen von Orangen und Mandarinen ergänzt. Das Produkt wurde 2024 zunächst in Tschechien und der Slowakei eingeführt und ab 2025 schrittweise in weiteren Ländern, darunter Deutschland, auf den Markt gebracht.
Wandel der Markenführung In den 1990er Jahren wurde die Mast-Jägermeister AG mit sinkenden Absätzen konfrontiert. Um diesem Negativtrend entgegenzuwirken, vollzog die Marke Jägermeister Ende der 1990er Jahre einen Wandel der Markenführung, um eine neue Zielgruppe zu gewinnen und gleichzeitig die bestehende beizubehalten. Durch die erfolgreiche Neuausrichtung konnte ein jüngeres Kundensegment erschlossen und ein Imagewandel vollzogen werden.
Die Zielgruppe von Jägermeister stellten bis zum Ende der 1990er Jahre hauptsächlich Personen im Alter von über 55 Jahren dar, die den Kräuterlikör vorzugsweise als „Magenbitter“ zu Hause konsumierten. Dadurch war Jägermeister als „Altherrengetränk“ bekannt. Das Unternehmen stand in dieser Zeit vor schwerwiegenden Herausforderungen: Der demografische Wandel ließ die Verwenderschaft zunehmend schrumpfen, ausländische Lifestyle-Getränke wie Bacardi oder Absolut Vodka prägten neue Konsum- und Trinkgewohnheiten und überdies herrschte eine allgemeine Konsumschwäche in der Gesellschaft. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, wurde versucht, durch eine radikale Neuausrichtung eine zusätzliche Zielgruppe zu erschließen und das Markenimage zu verändern.
Um das Bestehen am Markt zu sichern, sollte der Kräuterlikör in der Club- und Eventszene unter dem Slogan „Achtung wild!“ etabliert werden. Dadurch sollte zusätzlich zur bestehenden Zielgruppe ein neues Kundensegment erschlossen werden: Akquiriert werden sollten jüngere und eher männliche Konsumenten „zwischen 18 und 39 Jahren aus dem Selbstverwirklichungs- und Unterhaltungsmilieu“. Das Produkt Jägermeister sollte zudem in einem neuen Umfeld als Außer-Haus-Produkt konsumiert werden. Als wichtigster Distributionsweg wurde dabei die Gastronomie identifiziert. Im Zuge der Neuausrichtung sollte die Marke mit den Attributen authentisch, selbstbewusst, wild und kantig assoziiert werden. Als Kommunikationsinstrument sollte das Symbol des Hubertushirsches genutzt werden, welches als „Marken-Autorität“ etabliert werden sollte.
Trotz der angestrebten Verjüngung wurde eine Aufrechterhaltung der Markenidentität und die damit verbundene Tradition angestrebt. Um dies zu gewährleisten, wurden elementare Markenattribute wie die Flasche, Rezeptur, die Farbe Orange und Symbolik (Hubertushirsch) beibehalten. So sollte zudem der Erhalt der bestehenden Zielgruppe gesichert werden. 2016 wurde das Design der Flaschen dennoch leicht überarbeitet.
Umsetzung und Kommunikationsinstrumente Bei der Neuausrichtung der Marke wurde bewusst auf eine reine Inszenierung der Marke in Partysituationen verzichtet. Stattdessen wurde ein integriertes Marketingkonzept entwickelt, bei dem die Unternehmenswebsite als Knotenpunkt dient. Durch das neue Konzept sollte die Zielgruppe nun neben der klassischen Fernsehwerbung auch über Promotionaktionen und Point-of-Sale-Maßnahmen erreicht werden. Zudem bediente sich das Marketing nicht-klassischer Werbemaßnahmen, indem junge Nachwuchstalente aus der Rockszene systematisch gesponsert wurden.
Die Fernsehwerbung wurde kurz gestaltet, dafür aber sehr frequentiert geschaltet. In den Spots dienten die beiden witzigen und selbstironischen Hirsche Rudi und Ralph als Markenbotschafter, die mit teils ernst gemeinten Hinweisen („eiskalt als Shot auf Partys“) das Produkt anpriesen. Auf diese Art und Weise konnte das Unternehmen die Bekanntheit des Logos steigern und es zugleich zeitgemäß und jünger positionieren. Der Werbeslogan „Achtung wild!“ wurde bei den Spots konsequent eingesetzt.
Promotion-Aktionen wurden direkt in der avisierten Party-Szene platziert. So wurde das Produkt seit 2000 aktiv durch sogenannte „Jägerettes“ (junge, in Orange leicht bekleidete Frauen) vermarktet, indem die Werber Gästen in Bars, Clubs oder Biergärten eiskalte Jägermeister-Kurze spendierten. Dadurch konnte der potentiellen neuen Zielgruppe direkt die neue Verwendungsart (Shot) zugänglich gemacht werden.
Kunden sollten über On-Pack-Promotions in Form von CDs, DVDs, T-Shirts oder Fußbällen zum Kauf des Produktes animiert werden.
Um das Image-Profil der Marke zu schärfen, wurde zusätzlich auf Event- und Musikbandsponsoring gesetzt. Es wurden vor allem Rockbands unterstützt, um Jägermeister mit dem Lebensgefühl, das mit dem Genre verbunden wird, zu koppeln und um eine generationsübergreifende Zielgruppe anzusprechen. Zudem richtete Jägermeister eigene Open-Air-Events, wie seit 2004 jährlich die „Jägermeister Rock:Liga“ oder „Orange Events“, aus.
Das Unternehmen veranstaltete zusätzlich interne Wettbewerbe und ähnliche Marketingaktionen über Soziale Medien und über die Jägermeister-Website. 2008 wurde beispielsweise die „Miss-Jägermeister“-Wahl über die Plattform studiVZ und die Unternehmenswebsite ins Leben gerufen, mit dem Ziel, eine eigene Online-Community, die mit gezielten Marketingaktivitäten konfrontiert werden kann, aufzubauen. Weitere Aktionen waren die „Miss-Arsch-Geweih“-Wahl 2004 oder virtuelle Pinkelspiele auf der Website.
Erfolg Durch verschiedene Marketinginstrumente konnte der weltweite Umsatz der Jägermeister-Mast SE von 182 Mio. Euro (1998) auf 568 Mio. (2015) gesteigert werden. Zudem konnte allein zwischen 2002 und 2005 ein Absatzsteigerungszuwachs im Lebensmitteleinzelhandel von 24 % (ohne Aldi) erzielt werden. Jägermeister exportierte 2016 in mehr als 100 Länder weltweit; der Auslandsanteil am Gesamtabsatz lag 2016 bei knapp 80 %. Der Kräuterlikör „Jägermeister“ war im Jahr 2015 die wertvollste deutsche Spirituosenmarke. Besonders in den USA ist Jägermeister sehr populär geworden.
Im Jahr 2025 ging der weltweite Absatz von Spirituosen nach Erhebungen des Marktforschungsunternehmens IWSR gegenüber dem Vorjahr um 3 % zurück. Im selben Jahr stieg der weltweite Absatz der Marke Jägermeister gegenüber 2024 um 7,7 % auf 117,6 Millionen Flaschen mit einem Inhalt von jeweils 0,7 Litern. Die Mast-Jägermeister SE erklärte, in dem rückläufigen Marktumfeld Marktanteile gewonnen zu haben.
Nach Angaben des Unternehmens wurde Jägermeister in mehr als 150 Märkten vertrieben. Der Auslandsanteil am Absatz lag bei 85 %. Der Gesamtumsatz der Mast-Jägermeister SE stieg von 866 Mio. Euro im Jahr 2024 auf 882 Mio. Euro im Jahr 2025. Damit blieb er weiterhin unter dem bisherigen Höchststand von rund 962 Mio. Euro aus dem Jahr 2023.
Die 2025 in weiteren Märkten eingeführte Produktvariante Jägermeister Orange trug nach Unternehmensangaben zum Absatzwachstum bei. Bis März 2026 wurden mehr als fünf Millionen Flaschen der Variante verkauft.
Jüngere Marketingmaßnahmen mini|hochkant|Jägermeister warb auch mit „Miss-Arschgeweih-Wahlen“. In einer Werbekampagne von 2008 wurde ein fiktives Getränk namens kein Jägermeister beworben.