mini|Schloss Oldershausen, 1912 Schloss Oldershausen ist das im 19. Jahrhundert im neugotischen Stil erbaute Herrenhaus auf dem Rittergut Oldershausen in Südniedersachsen. Die Familie von Oldershausen bewohnte es bis zum Jahr 1945. Das Schloss gilt als das Wahrzeichen des Ortes, verfällt aber seit den 1980er Jahren zusehends.

Geschichte 1538 errichtete Adam von Oldershausen einen Adelssitz in der Nähe der heutigen Gutskapelle. Das heutige Schloss entstand ab 1853 als historistischer Neubau in Ziegelbauweise mit einem Eckturm nach einem Vorentwurf des einflussreichen Architekten Conrad Wilhelm Hase. Der erste Bauabschnitt wurde 1859 nach Plänen des Architekten Emil Hackländer fertiggestellt. 1877 ließen Burchard von Oldershausen und dessen Sohn Cuno das Schloss durch einen Seitenflügel, ein Portal sowie eine Terrassenanlage nach Plänen des Architekten Edwin Oppler erweitern.

Die Familie von Oldershausen bewohnte das Schloss bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Nach dem Krieg beschlagnahmte es die britische Besatzungsmacht zur Unterbringung ihrer Truppen. Danach diente das Schloss als Unterkunft für Heimatvertriebene. Über 25 Jahre lang, bis Anfang der 1970er Jahre, befand sich im Gebäude eine Lungenheilstätte. Von dieser bekam das Schloss auch seinen Spitznamen Hustenburg. Im Jahr 1974 verkaufte die Familie von Oldershausen das Schloss. Von 1975 bis 1986 wurde es als Reha-Einrichtung für geistig und körperlich behinderte Kinder genutzt. Seither steht das Anwesen leer. Spätere Versuche, ein Altenheim dort unterzubringen, wurden nicht genehmigt.

mini|Seitenansicht von Schloss Oldershausen (2013) miniatur|Gutskapelle am Gutshof 2005 erwarb der aus Wiesbaden stammende jetzige Eigentümer das 75-Zimmer-Schloss. Er beabsichtigte, den Bau zu erhalten und zu sanieren. Der Denkmalschutz für das weiterhin verfallende Schloss wurde laut einem Medienbericht aus dem Jahre 2019 aufgehobenUnter Lebensgefahr entstehen Fotos und Videos in Gandersheimer Kreisblatt vom 14. Mai 2019, obwohl es im Denkmalatlas Niedersachsen noch 2023 als Baudenkmal geführt wurde. Da keine Nachnutzung gefunden werden konnte, verfällt das neugotische Gebäude immer weiter und die Natur erobert sich die Architektur zurück. Heute ist das Schloss ein Domizil für Fledermäuse und Eulen.Rosemarie Gerhardy: Schloss Oldershausen verfällt weiter. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine vom 4. November 2023, S. 5.

Bis 1974 gehörte zum Schloss Oldershausen noch ein rund 53.000 m² großer Schlosspark und ein Gutshof mit einer kleinen Gutskapelle.

Wegen akuter Einsturzgefahr ist das Betreten des Grundstücks und Schlosses verboten.Der Verfall der Hustenburg. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine vom 10. August 2012.

Literatur

Carl Rümpler: Schloß des Herrn Baron von Oldershausen zu Oldershausen bei Northeim, vom Stadtbaumeister Hackländer zu Harburg. In: Zeitschrift des Architecten- und Ingenieur-Vereins für das Königreich Hannover, 7. Jahrgang 1861, S. 102–107 und Blatt 198. Wilhelm Hartmann: Die von Oldershausen, eines der ältesten Adelsgeschlechter Niedersachsens. Hildesheim 1967, S. 8. Peter Arnold: 111 Schlösser und Herrensitze in Niedersachsen. Verlagsgesellschaft Madsack, Hannover 1987, ISBN 3-7860-0032-8, S. 22–23. Victor Jürgen von der Osten: Die Rittergüter der Calenberg-Grubenhagenschen Landschaft. Rivus Verlag, Hannover 1996, ISBN 3-9805478-0-9, S. 246. Hans Maresch, Doris Maresch: Niedersachsens Schlösser, Burgen & Herrensitze. Husum Verlag, Husum 2012, ISBN 978-3-89876-604-3, S. 189. Sina Hühne: Der Verfall der Hustenburg. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine vom 10. August 2012.

Weblinks

Schloß Oldershausen im Denkmalatlas Niedersachsen Kurzbeschreibung von Ort und Schloss Oldershausen auf www.kalefeld.de Das Schloss Oldershausen (2012) auf YouTube

Einzelnachweise

Oldershausen Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Niedersachsen Kategorie:Erbaut in den 1850er Jahren Kategorie:Erbaut in den 1870er Jahren Kategorie:Baudenkmal in Kalefeld Kategorie:Bauwerk von Conrad Wilhelm Hase Kategorie:Bauwerk in Kalefeld Oldershausen Kategorie:Oldershausen (Adelsgeschlecht)