Cornille (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Norden des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und Gemeindeverband Le Grand Périgueux. Die Einwohner werden Cornillais und Cornillaises genannt.
Geografie
Cornille liegt etwa neun Kilometer nordnordwestlich des Zentrums von Périgueux in der Région naturelle des Périgord central, im touristisch benannten Teil des Périgord blanc. Cornille liegt am Jakobsweg (hier der Abschnitt der Via Lemovicensis). In der Gemeinde sind keine permanenten Wasserläufe verzeichnet. Ihr Gebiet ist hingegen mit einigen kleinen Teichen übersät.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Cornille liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Cornille erstreckt sich über eine teilweise bewaldete Hügellandschaft mit Erhebungen über im Norden und im Südosten. Der topografisch höchste Punkt liegt mit im äußersten Süden an der Grenze zu den Nachbargemeinden Champcevinel und Trélissac, der tiefste Punkt mit im äußersten Nordosten an der Grenze zu den Nachbargemeinden Antonne-et-Trigonant und Sorges et Ligueux en Périgord. Das Zentrum liegt auf etwa Höhe.
Rund 52 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich genutzt, rund 44 % sind bewaldet, rund 4 % entfallen auf bebaute Flächen.
Cornille wird von folgenden fünf Gemeinden umgeben:
Natürliche Risiken mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Cornille Naturrisiken manifestieren sich in Cornille als Dürren Waldbrände Bodensetzungen
Im überwiegenden Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.
Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet von Cornille einer starken Gefahr durch Bodensetzungen betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 1995, 2005, 2011 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes erschien erstmals im 13. Jahrhundert als Cornilla und wurde im 17. Jahrhundert als Cornilhie geschrieben (1670). Er stammt vom Namen einer gallorömischen Person Cornelius mit einer Andeutung villa (somit Cornelia villa, Landgut des Cornelius). Cornelius war der Name einer wichtigen Familie im antiken Rom.Siehe Tanet, Hordé, Seite 119
Spuren und Überreste belegen die Anwesenheit von Bewohnern in gallorömischer Zeit. Aus dem frühen Mittelalter sind in Cornille jedoch, abgesehen vom romanischen Chor der Kirche, nur wenige Zeugnisse erhalten.
Wie alle Orte des Périgord litt auch Cornille unter dem Hundertjährigen Krieg. Die Kämpfe zwischen französischen und englischen Truppen begannen 1337 und endeten 1453 mit dem französischen Sieg in der Schlacht bei Castillon. In dieser turbulenten Zeit versuchten die Einwohner, sich zu schützen, insbesondere durch den Bau befestigter Häuser wie La Fayardie und La Forêt. Trotz der Konflikte blieb Cornille ein wichtiger Ort auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela.
Die Unruhen legten sich kaum für ein Jahrhundert, bevor sie mit den Hugenottenkriegen wieder aufflammten, in denen Protestanten mit den katholischen Truppen des Königshauses zusammenstießen. Um die durch die aufeinanderfolgenden Konflikte geleerten Kassen wieder aufzufüllen, wurden die Steuern erhöht. So erhoben sich im 16. Jahrhundert verarmte Bauern gegen ihre wohlhabenden Landbesitzer. Die Rebellen nutzten ihre Ortskenntnis für ihre Meuterei. Der nahe Cornille gelegene Wald von Lanmary bot ideale Bedingungen für die Rebellion der Croquants.
Am 12. Juni 1944 wurden 15 Geiseln am Lieu-dit Les Piles (gemeinsam zwischen Antonne-et-Trigonant und Cornille gelegen) nach einem Zusammenstoß zwischen einer Gruppe von Widerstandskämpfern und Einheiten der Kampfgruppe Wilde der Wehrmacht erschossen.
Bevölkerungsentwicklung
Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Eumache aus dem 12. Jahrhundert Schloss La Forêt aus dem 15. Jahrhundert, Umbauten aus dem 17. Jahrhundert Schloss Boreau aus dem 16. Jahrhundert Schloss La Fayardie aus dem 16. Jahrhundert Taubenschlag La Luminade aus dem 18. Jahrhundert
Bildung Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vorschule (École maternelle).
Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 313 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Cornille erwerbstätig, entsprechend 80,1 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (77,8 %) niedriger war als bei den Frauen (82,5 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 17 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (26). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 8,1 % (2016) auf 5,4 % (2022).
Branchen und Betriebe 42 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Cornille wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Gesamt42Fertigung, Bergbau und andere Industrien12,4 %Baugewerbe49,5 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1433,3 %Information und Kommunikation12,4 %Finanzen und Versicherungen12,4 %Immobilien12,4 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten819,0 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln49,5 %Andere Dienstleistungen819,0 %
Landwirtschaft Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 27 bei der Landwirtschaftszählung von 1988, auf 24 im Jahr 2000, auf 20 im Jahr 2010 und auf 11 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 59,3 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 654 Hektar im Jahre 1988 auf 357 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg hingegen von 24,2 Hektar auf 32,4 Hektar.
Verkehr Cornille liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die nennenswerte Departementsstraße D 8 verläuft auf der Gemeindegrenze zu Antonne-et-Trigonant und Trélissac und führt von Sorges et Ligueux en Périgord nach Périgueux. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum von Cornille mit den Weilern der Gemeinde und den Nachbargemeinden.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Ort am Jakobsweg (Via Lemovicensis) Kategorie:Ersterwähnung im 13. Jahrhundert