Julija Wladimirowna Drunina (auch Julia oder Yulia Drunina; [], wiss. Transliteration ; * 10. Mai 1924 in Moskau; † 21. November 1991 im Podolski rajon bei Moskau) war eine sowjetische Dichterin russischer Herkunft.

Leben Ihr Vater war Geschichtslehrer, die Mutter Musiklehrerin und Bibliothekarin. Mit 11 Jahren schrieb Julija ihr erstes Gedicht und gewann Ende der 1930er-Jahre einen Gedichtwettbewerb, der mit der Veröffentlichung des Textes in einer Zeitung verbunden war. Im Großen Vaterländischen Krieg ging sie 1941 als Sanitäterin an die Front und wurde 1943 schwer verwundet. Da man sie zunächst für dienstuntauglich erklärte, bewarb sie sich am Moskauer Maxim-Gorki-Literaturinstitut und wurde dort abgelehnt. Sie kehrte an die Front zurück und wurde im November 1944 erneut verwundet, wonach sie sich am Literaturinstitut als Kriegsveteran einschreiben durfte.

Ebenfalls 1944 heiratete sie ihren früheren Klassenkameraden Nikolai Starschinow und bekam 1946 ihre einzige Tochter Jelena. 1947 nahm sie am Ersten All-Unionstreffen junger Autoren teil. Ihrem 1948 erschienenen ersten Gedichtband folgten regelmäßig weitere Bücher. 1960 ließ sie sich scheiden und heiratete den 20 Jahre älteren Drehbuchautor und Regisseur Aleksei Kapler, dem sie bereits 1956 erstmals begegnet war und der 1979 starb. Die Politik Gorbatschows begrüßte sie und wurde in den Obersten Sowjet der UdSSR gewählt. 1991, während des Augustputsches in Moskau, gehörte sie zu den Verteidigern des Weißen Hauses, wurde jedoch durch den Zerfall der Sowjetunion ernüchtert und beging schließlich Suizid. Sie wurde neben Alexei Kapler in Staryj Krym begraben.

Rezeption

Übersetzungen ins Deutsche Texte von ihr erschienen seit 1963 in deutschen Übertragungen von Annemarie Bostroem, Helmut Preißler und Uwe Berger. 1967 trat sie gemeinsam mit anderen sowjetischen Dichtern auf einer Lesung in der Berliner Stadtbibliothek auf. 2016 erschien Wer sagt, daß Don Quichotte gestorben wär? mit einer Auswahl ihrer Gedichte.

Kritiken

Ehrungen Der 1969 von der sowjetischen Astronomin Ljudmila Tschernych entdeckte Kleinplanet (3804) Drunina (Durchmesser 9 Kilometer) wurde nach Julija Drunina benannt.

Werke

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Russisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Lyrik Kategorie:Träger des Ordens des Vaterländischen Krieges I. Klasse Kategorie:Träger des Ordens des Roten Banners der Arbeit Kategorie:Träger des Ordens des Roten Sterns Kategorie:Träger des Ordens Zeichen der Ehre Kategorie:Träger der Medaille „Sieg über Deutschland“ Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1924 Kategorie:Gestorben 1991 Kategorie:Frau Kategorie:Person (Moskau)