Dietlhof ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Sengenthal im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.

Geografie Dietlhof befindet sich ca. 4 km südwestlich des Hauptortes Sengenthal und liegt an der Staatsstraße ST2220, die u. a. durch Rocksdorf – im Südwesten des Dietlhofes – und dem Gewerbegebiet Greißelbach – im Nordosten des Hofes – verläuft. Beim Gewerbegebiet Greißelbach kreuzt die Staatsstraße ST2220 auch die Bundesstraße 299.

Der Weiler liegt westlich vor dem Stufenhang der Nördlichen Frankenalb auf in einem Forstgebiet südwestlich des Gemeindesitzes, östlich von Freystadt und nördlich von Mühlhausen. Beim Ort befinden sich äolische Sanddünen.Karl Albert Habbe: Die äolischen Sandablagerungen vor dem Stufenhang der Nördlichen Frankenalb – Probleme, Beobachtungen, Schlußfolgerungen. In: Mitteilungen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft, Bd. 44, 1997, S. 1–74, hier S. 30 Der Ort verfügt über einen Campingplatz.

Geschichte Erstmalig Erwähnung fand der Hof in Kurbayerischen Akten in den Jahren um 1285 in der Schreibweise "aput Ditleinshouen" und in 1326 mit "Dietlungshofen".

Der Ort wurde 1616 als eine der Ansiedelungen in der Gemeinde Wiefelsbach genannt, von denen der Hauszehent der Pfarrei Berngau zustand. Infolge des Dreißigjährigen Krieges lag der Hof 1670 öd.Buchner I, S. 100, 102

Am Ende des Alten Reiches, um 1800, gehörte der Dietlhof, zu dieser Zeit noch ein einziges Anwesen, zur Oberen Hofmark Berngau und unterstand hochgerichtlich dem herzoglich-baierischen Schultheißenamt Neumarkt.Heinloth, S. 213, 258

Im Königreich Bayern wurde zwischen 1810 und 1820 der Steuerdistrikt Forst, dann die gleichnamige Ruralgemeinde gebildet, die aus Forst, Braunshof, Rocksdorf und Stadlhof bestand. In diese Gemeinde wurde vor 1867 die Gemeinde Wiefelsbach mit ihren zehn Einöden integriert, nämlich die Birkenmühle, die Braunmühle, der Dietlhof, die Gollermühle, die Kastenmühle, die heute nicht mehr existierende Kindlmühle, die Ölkuchenmühle, die ebenfalls heute nicht mehr existierende Schmidmühle, die Schlierfermühle und die Seitzermühle.Heinloth, S. 322 f. (dort falsch „Wieselsbach“); Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Spalte 707 Nach 1830 wurde das Anwesen geteilt; 1836 war von zwei Häusern die Rede.Popp, Th. D. (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S. 41

Dem Landgericht (ab 1862 Bezirksamt, ab 1879 Landkreis) Neumarkt zugeordnet, umfasste die Gemeinde Forst unmittelbar vor der Gebietsreform die zwölf Gemeindeteile Forst, Birkenmühle, Braunmühle, Braunshof, Dietlhof, Gollermühle, Greißelbach, Kanalschleuse 31 (1960 unbewohnt), Kanalschleuse 32 (1987 unbewohnt), Kastenmühle, Schlierferhaide/Schlierfermühle und Stadlhof hatte.Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 548 f. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern erfolgte am 1. Januar 1972 die Eingliederung der Gemeinde Forst in die Gemeinde Sengenthal im Landkreis Neumarkt i.d.OPf.

Gemäß der Volkszählung vom 1. Dezember 1871 hatte der Dietlhof zu dieser Zeit sechs Gebäude mit 13 Einwohnern, an Großvieh drei Pferde und 23 Stück Rindvieh.Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, München 1876, Spalte 881

1836 gehörte Dietlhof zur katholischen Pfarrei Berngau mit Filiale in Reichertshofen.Popp, S. 41 Nach Reichertshofen waren die Kinder des Dietlhofes eingeschult. 1928 wurde der Weiler aus der 1867 zur Pfarrei erhobenen Kuratie Reichertshofen zur katholischen Pfarrei Sulzbürg umgepfarrt.Buchner II, S. 453, 571

Einwohnerzahlen 1830: 5Karl Friedrich Hohn: Der Regenkreis des Königreichs Bayern, geographisch und statistisch beschrieben, Stuttgart und Tübingen: Cotta, 1830, S. 138 1836: 13 (2 Häuser)Popp, S. 41 1861: 8 (3 Gebäude)Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Spalte 707 1871: 13 (5 Gebäude)Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, Spalte 881 1900: 6 (2 Wohngebäude)Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern... [nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dez. 1900], Spalte 865 1937: 8 (5 Katholiken, 3 Protestanten)Buchner II, S. 571 1961: 12 (3 Wohngebäude)Ortsverzeichnis für Bayern 1964, Spalte 548 1977: 15Müllers Großes Deutsches Ortsbuch 1977, S. 161 1987: 17 (4 Wohngebäude, 4 Wohnungen)

Literatur Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. und II. Band, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1937 und 1938

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Weiler im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Ortsteil von Sengenthal Kategorie:Ersterwähnung 1616