mini|Die Buddha-Halle des Tempels mini| mini|Bittschrift für Spenden, 1227 mini|Sennyū-ji, 2020
Der Sennyū-ji (, auch Mitera (寺), Senzan ()) ist ein Tempel des Sennyūji-Zweiges des Shingon. Er liegt auf einem langen Abhang unterhalb des Berges Senzan am Südostrand der der Stadt Kyōto. Die zweite Silbe des Namens weist auf eine Quelle hin, die noch heute auf dem Tempelgelände vorhanden ist.
Geschichte Der Bau des Tempels soll mit dem von Kūkai errichteten Vorläufer, dem schlichten Hōrin-ji () begonnen haben. Nach einer anderen Überlieferung soll im Jahr 856 auf Wunsch von Fujiwara no Otsugu (; 774–843) Oberpriester Shinshū () den Hōrin-ji den Tempel mit dem Namen Sennyū-ji () umgewandelt haben. Danach soll es einen Niedergang gegeben haben, bis dann 1218 Priester Nobufusa () den Priester Shunjō (, posthum Garin Daishi (); 1166–1227) mit dem Tempel betraut haben. Da auf dem Tempelgelände eine klare Quelle sprudelte, schrieb er den Tempel nun Sennyū-ji mit dem yū mit der Bedeutung sprudeln. Damals wurde der Tempel im Rahmen des Tendai-shū, des Shigon, des Ritsu und des Zen verehrt wurde, ging es dem Tempel gut. Shunjō, der als Priester viele Anhänger hatte, verfasste das Sennyū Kan’enso (; Nationalschatz), das er Kaiser Go-Toba im Ruhestand widmete. Er wurde unterstützt vom Kaiserhof und vom Adel, so dass der Tempel im Jahr 1224 zu Gebetstempel des Kaiserhauses (, Chokuganji) wurde. Auch unter Shunjōs Nachfolger Tankai blühte der Tempel, so dass der Tempel zur Begräbnisstätte des Kaiserhauses wurde.
Seit 1242 Kaiser Shijō wurde in der Umgebung des Tempels Begräbnisstätten für die jeweiligen Kaiser angelegt, bis dann 1374 Kaiser Go-Kōgon als Neunter dort eingeäschert wurde. Im Ōnin-Krieg legten Soldaten Feuer, so dass der gesamte Tempel abbrannte. Danach unterstützten Oda Nobunaga und Toyotomi Hideyoshi zwar den Wiederaufbau, aber erst 1668 konnte die Buddha-Halle wieder errichtet werden.
Die Anlage mini|links|Plan des Tempels (s. Text) Das Tempelgelände beginnt mit dem äußeren Tor (, Sōmon). Hat man das Tor passiert, so erstreckt sich zur linken Seite der Untertempel Sokujō-in (), auch Sokujōju-in (), der 1902 von Fushimi hierher versetzt wurde. Dort befindet sich das Grab von Fujiwara no Toshitsuna (; 1028–1094), dem Begründer der Tachibana-Familie. Wie auch im Falle von Nasu Yoichi (; 1169–1190), sind die Gräber mit großen Schatzpagoden aus Stein geschmückt. In der Haupthalle des Tempels wird Amida Nyorai verehrt, der von 25 Bosatsu umgeben ist. Die 16 Statuen, die als Erbe aus dem Fushimi-ji gelten, sind als wichtiges Kulturgut, im Folgenden mit ◎ markiert, registriert. Am 2. Sonntag im Oktober findet die Narikuyō () genannte Feier statt. Dabei werden die Statuen über einen dafür jährlich angelegten Brückenweg getragen. – Bei diesem Tempel befindet sich das Grab von Itō Kashitarō (; 1835–1867), einem Samurai, der zunächst Berater der Shogunats-treuen Gruppe Shinsengumi () war, sich aber dann der kaisertreuen Bewegung anschloss und daraufhin ermordet wurde.
Weiter oben, vom Grün umgeben, steht der Untertempel, das Raigo-in (; R). Jedes Jahr am 2. Montag im Januar, also am Feiertag zur Volljährigkeit, nimmt der Tempel an der Verehrung der Senzan-Sieben Glücksgötter als vierte Station mit dem Hotei teil.
Weiter oben kommt man zum Haupttor (; H; ◎) aus der Momoyama-Zeit, das an der höchsten Stelle des Tempelgeländes steht. Zur Linken passiert man das Yōkihikannon-dō (; J), ein kleines Gebäude, in dem eine sitzende Yōkihikannon (◎) verehrt wird. Zu ihrer Rechten und Linken sitzen je drei Rakan. Daneben befindet sich das Shinshōden (; G), ein Gebäude aus jüngster Zeit mit Ausstellungen zum Buddhismus. – Auf der rechten Seite hinter dem Tor stehen der Sutrenspeicher (; L) und das Badehaus (; K).
Die Buddha-Halle (; 1; ◎) aus dem Jahr 1668 ist im Zen-Stil errichtet. Sie beherbergt in ihrer Mitte eine Statue des Amida-Buddha, flankiert von zwei Begleitern. – Hinter der Buddha-Halle befindet sich die im gleich Stil errichtete Reliquienhalle (; 2) aus der Edo-Zeit. Im Inneren befindet sich eine vergoldete Schatzpagode (, Hōtō) aus der Kamakura-Zeit.
Im hinteren, abgetrennten Bereich des Tempels liegt die Abtresidenz (; A). Daneben steht die Ruhehalle (, B). Sie wurde nach einem Brand 1882 im selben Jahr wieder errichtet. Sie dient der kaiserlichen Familie während des Besuches der Gräber der Vorfahren in der von einer Mauer umgebenden Begräbnisstätte (; E) mehrerer Kaiser, von Kaiser Shijō und Go-Mizunoo bis Kaiser Ninkō. Die Gedächtnishalle (; C) wurde vom kaiserlichen Palast in Kyoto hierher versetzt. Sie enthält Stelen, die an verschiedene Kaiser erinnern. Die kleine Halle Kaikaidō (; D) mit quadratischem Grundriss soll ebenfalls vom Kaiserpalast hierher versetzt worden sein.
Etwas außerhalb dieses Tempelbereiches befindet sich die Tempelgründer-Halle (; F; ◎) mit quadratischem Grundriss. Sie wurde in der Kambun-Zeit (1641–1677) für Priester Shunjō errichtet.
Schätze des Tempels Neben dem erwähnten Sennyū Kan’enso sind als Nationalschätze ausgewiesen das Gemälde (farbig auf Seide) des Zen-Priesters Wuzhun (; 1177–1248; Song-Dynastie) und unter den Schriften des Wuzhun eine Bittschrift für Spenden (; 1227).
Zu den wichtigen Kulturgütern gehören Skulpturen, zahlreiche Gemälde und Schriften.
Bilder
Anmerkungen
Literatur Kyoto-fu rekishi isan kenkyukai (Hrsg.): Sennyu-ji. In: Kyoto-fu no rekishi sampo (chu). Yamakawa Shuppan, 2011, ISBN 978-4-634-24726-0. Suzuki, Toshihiko (Hrsg.): Sennyu-ji. In: NIhon daihyakka zensho (Denshibukku-han). Shogakukan, 1996.
Weblinks
Website des Tempels Tempel Sennyu-ji bei Kultur-in-Asien: Teil 1 mit Beschreibung – Teil 2 – Teil 3
Liste buddhistischer Tempel und Klöster in Japan
Kategorie:Buddhistischer Tempel in Kyōto Kategorie:Erbaut in den 800er Jahren Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video