Die Kältewelle in Europa Januar 2017 war ein Kälteeinbruch während des Winters 2016/2017, der beginnend in der ersten Januarwoche in weiten Teilen Europas und angrenzenden Räumen für tiefe Fröste und darüber hinaus für schwere Schneestürme und Schneefälle sorgte.
Die Kälte forderte europaweit über 100 Opfer, folgenreichstes Einzelereignis war das Lawinenunglück in Farindola (Rigopiano) am 18. des Monats mit 29 Opfern; im Sommerhalbjahr gab es in Süd- und Mitteleuropa eine markante Häufung von Hitze- und entsprechenden Folgeereignissen, siehe Hitze und Unwetter in Europa 2017.
Meteorologische Grundlagen Verlauf und Synopse Vom 3. bis 6. Januar zog Orkan Axel, ein schwerer Wintersturm, über Nordmitteleuropa. In dessen Folge kam es zu einem intensiven Einbruch polarer Kaltluft, die im Sog des Orkans bis Kleinasien vorstieß.Cold weather in Europe and the US. MetOffice UK News, 3. Januar 2017. und MeteoSchweiz-Blog, 4. resp. 5. Januar 2017.Un froid vif s'engouffre en Europe (Une configuration météorologique très dynamique). Météo-France: Actualités, 5. Januar 2017 – mit ECMWF-Prognose animiert, 4.–10. Januar.Prognose für Do 05.01.17 12 UTC, DWD-Wetterkarte, Website der Freien Universität Berlin;Wetterkarte vom 05. Januar 2017, 12 UTC. Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG);Temperature 850hPa, Précipitations en 6 heures (mm), risque de neige, und Jet Stream, 330hPa (km/h), Jeudi 5. Janvier 2017, 7:00 locale. NCEP Reanalysis, auf Meteociel.fr – Archives. Die Luftmassen wurden direkt vom Nordpol bis in den Mittelmeerraum verfrachtet. MeteoSchweiz-Blog, 6. Januar 2017 – insb. Grafik NOAA HYSPLIT MODEL Backward trajectories ending 0600 UTC 06 Jan 17 – GFSG Data.Adriai-tenger által „táplált” hózáporok az olasz partoknál. OMSZ: Hírek a meteorológia világából, 6. Januar 2017 (‚Durch die Adria "genährte" Schneeschauer an der italienischen Küste‘, Ungarischer Wetterdienst) – Satellitenbild AVHRR-HDR Komposit des Adriaraumes. Dann bildete sich ein stabiles Mitteleuropahoch, Angelika genannt. Die Kältewelle begann mit intensivem Schneefall, der besonders in Südosteuropa mit dem abziehenden Orkan zu schweren Schneestürmen führte. In ihrer Hochphase erstreckte sich die Kälte mit Frost vom nordafrikanischen Maghreb und unter −20 °C im ganzen Osten Mitteleuropas bis nach Sibirien.-40 fok az Ural előterében. OMSZ: Hírek a meteorológia világából, 9. Januar 2017 (‚-40 Grad im Ural-Vorland‘, Ungarischer Wetterdienst).Europe : vague de froid intense. Météo-France: Actualités, 10. Januar 2017 – mit Meteoalarm-Karte des Tages (Rote Warnstufe in Serbien und Montenegro sowie Nordgriechenland).Temperature 850hPa, Samdi 7. Janvier 2017, 7:00 locale. NCEP Reanalysis, auf Meteociel.fr – Archives;Wetterkarte vom 7. Januar 2017, 00 UTC. Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG). Zu Ende ging diese Phase mit dem Sturm Egon, der vom 12. bis 15. Januar Nordmitteleuropa überquerte. MeteoSchweiz-Blog, 12. Januar 2017.Bilan : tempête Egon des 12-13 janvier. Météo-France: Actualités, 13. Januar 2017 – mit Satellitenbildanimation des Sturmes. Zuletzt hielt sich die Kälte am Zentralbalkan.Temperature 850hPa, Mercredi 11. Janvier 2017, 7:00 locale. NCEP Reanalysis, auf Meteociel.fr – Archives;Prognose für Do 11.01.17 12 UTC, DWD-Wetterkarte, Website der Freien Universität Berlin.Wetterkarte vom 15. Januar 2017, 06 UTC. Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG);Temperature 850hPa, Précipitations en 6 heures (mm), risque de neige, und Jet Stream, 330hPa (km/h), Dimanche 15. Janvier 2017, 7:00 locale. NCEP Reanalysis, auf Meteociel.fr – Archives;Prognose für So 15.01.17 12 UTC, DWD-Wetterkarte, Website der Freien Universität Berlin.
Mit dem Durchzug atlantischer Fronten und einem Einbruch feuchter Polarluft kam es am dritten Januarwochenende wieder zu umfangreichen Schneefällen. und MeteoSchweiz-Blog, 13.; 14.; 15; resp. 16. Januar 2017. Das folgende Hoch Brigitta (Folgebereiche wurde Christa und Doris genannt)Ende der winterlichen Hochdrucklage In: DWD: Thema des Tages, 29. Januar 2017. brachte neuerlich Kälte. Zusammen mit zwei MittelmeertiefsMétéo : froid intense sur la France. Météo-France: Actualités, 17. Januar 2017.Temperature 850hPa, und Précipitations en 6 heures (mm), risque de neige, Mercredi 18. Janvier 2017, 7:00 locale. NCEP Reanalysis, auf Meteociel.fr – Archives;Wetterkarte vom 18. Januar 2017, 06 UTC. Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG);Prognose für Mi 18.01.17 12 UTC, DWD-Wetterkarte, Website der Freien Universität Berlin. (das erste Finjas, das zweite unbenanntDie FU Berlin benennt nur diejenigen Aktionszentren, die in Deutschland wetterwirksam sind. Die Hochs und Tiefs des Mittelmeerraums und Südosteuropas bleiben typischerweise unberücksichtigt; siehe Namensvergabe für Wetterereignisse: Namensvergabe in Deutschland.) herrschten über Zentraleuropa intensive Nordostwinde, die als Bise im Schweizer Jura bis über 140 km/h erreichten. MeteoSchweiz-Blog, 17. Januar 2017.Poursuite de l’épisode froid en France. Météo-France: Actualités, 19. Januar 2017. Die Minusgrade stießen bis in den nordafrikanischen Magreb vor,Extreme Niederschläge im Mittelmeerraum. In: DWD: Thema des Tages, 21. Januar 2017.Wetterkarte vom 21. Januar 2017, 06 UTC. Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG);Temperature 850hPa, Précipitations en 6 heures (mm), risque de neige, und Jet Stream, 330hPa (km/h), Samdi 21. Janvier 2017, 7:00 locale. NCEP Reanalysis, auf Meteociel.fr – Archives. mit Schnee bis in die Niederungen auf MallorcaCosta del Snow – Shock for British holidaymakers as freak Blizzards hit Majorca and Benidorm with snowstorms sweeping across the Med. In: The Sun online, 18. Januar 2017. wie auch kräftigem Schneefall im Atlasgebirge.La Tunisie grelotte sous la neige. In: Tribune de Geneve online, 16. Januar 2017. und In: Tout Sur l'Algérie, 19. resp. 21. Januar 2017. Die beiden Mittelmeertiefs lagen mehrere Tage lagestabil, was auf ihrer Vorderseite zu großen Niederschlagsmengen in Süd- und Mittelitalien, auf Sardinien und Korsika führte, mit bis über 2 Meter Schnee im Apennin, und auch noch auf den Balearen und an der spanischen Ostküste.
In der vierten Januarwoche herrschten in Europa mit Hoch Christa über Mittel- bis Zentralosteuropa und Doris über NordosteuropaPrognose für Di 24.01.17 12 UTC, DWD-Wetterkarte, Website der Freien Universität Berlin;Wetterkarte vom 24. Januar 2017, 12 UTC. Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG);Géopotentiel z500 & pression au sol, Mardi 24. Janvier 2017, 7:00 locale. NCEP Reanalysis, auf Meteociel.fr – Archives. und einem Kaltlufttropfen über FrankreichWenn ein Tropfen kalter Luft auf Reisen geht... In: DWD: Thema des Tages, 24. Januar 2017. durch Winde aus verschiedenen Richtungen und Hochnebel kleinräumig starke Temperaturunterschiede von bis zu 15 °C, teils frühlingshaft mild, teils noch mit kräftigem Frost. und MeteoSchweiz-Blog, 22. resp. 25. Januar 2017, insb. Abschnitt Grosse Temperaturunterschiede auf kleinem Raum (22.). Erst gegen Ende des Monats brachten massivere Atlantiktiefs (Gordon,Prognose für Sa 27.01.17 12 UTC, DWD-Wetterkarte, Website der Freien Universität Berlin;Wetterkarte vom 27. Januar 2017, 12 UTC. Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG). Inbeom,Prognose für Di 31.01.17 12 UTC, DWD-Wetterkarte, Website der Freien Universität Berlin;Wetterkarte vom 31. Januar 2017, 12 UTC. Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG);Température 850hPa, Mardi 31. Janvier 2017, 7:00 locale. NCEP Reanalysis, auf Meteociel.fr – Archives. JürgenPrognose für Fr 03.02.17 12 UTC, DWD-Wetterkarte, Website der Freien Universität Berlin;Wetterkarte vom 3. Februar 2017, 06 UTC. Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG);Température 850hPa, Vendredi 2. Févier 2017, 7:00 locale. NCEP Reanalysis, auf Meteociel.fr – Archives.) auch in Zentraleuropa eine Wetterumstellung, und MeteoSchweiz-Blog, 30. resp. 31. Januar 2017. Dabei kam es verbreitet zu schwerem Eisregen, auf den britischen Inseln war die Wende Januar/Februar das Maximum der Kältewelle. Die Kaltluft hielt sich im Raum des Schwarzen Meeres noch bis in die ersten Februartage, ein Tropfen dieser Luftmassen wanderte über Anatolien bis Arabien, was dort zu noch nie vorher gemessenen Tiefstwerten führte.
+ Minimaltemperatur, Niederschlag und Temperaturanomalie rahmenlos|hochkant=1.1|zentriert rahmenlos|hochkant=1.1|zentriert rahmenlos|hochkant=1.1|zentriert Erste Phase (Karten 1.–7. Jan.): Tief Axel und Einbruch polarer Kaltluft von Norden (unter −30 °C von Moskau ostwärts); stärkerer Schneefall in Nordnorwegen, am Baltikum, im Nordstau der Gebirge, in Süditalien und den Ostküsten von Adria und Ägäis; trockene Kälte im Südstau der Alpen und im pannonischen Raum, in Spanien, Südfrankreich. rahmenlos|hochkant=1.1|zentriert rahmenlos|hochkant=1.1|zentriert rahmenlos|hochkant=1.1|zentriert Zweite Phase (Karten 8.–14. Jan.): Abzug von Hoch Angelika nach Osten und Tiefs Dieter/Egon über dem Nordwesten Europas mit atlantischen Fronten: Vorstoß der Warmluft mit abnorm milden Wetter im Weißmeerraum; extreme Kälte besonders am Südwestbalkan (> −9 °C unter dem langjährigen Mittel), −25 °C auch in Höhenlagen der Karpaten und Sudeten in der Slowakei, Polen und Rumänien; stärkerer Schneefall in Südnorwegen, den Alpen, an der spanischen Nordküste und der östlichen oberen Adria. rahmenlos|hochkant=1.1|zentriert rahmenlos|hochkant=1.1|zentriert rahmenlos|hochkant=1.1|zentriert Dritte Phase (Karten 15.–21. Jan.): Hoch Brigitta über Zentraleuropa und Mittelmeertiefs Finjas, N.N.: Vorstoß der Kaltluft nach Südwesteuropa; stärkerer Schneefall am adriatischen Apennin, aber auch in Westnorwegen, im Baskenland, an der spanischen Ostküste, am Atlas, in Inselitalien, Ostgriechenland, sonst trockene Kälte insbesondere in Nordfrankreich, den Westalpen und Karpaten. rahmenlos|hochkant=1.1|zentriert rahmenlos|hochkant=1.1|zentriert rahmenlos|hochkant=1.1|zentriert Vierte Phase (Karten 22.–28. Jan.): Zunehmender Einfluss atlantischer Tiefs (Gordon) in Westeuropa, Kaltluftmassen (Christa, Doris) im östlichen Europa, Tieflagen (unbenannt) im Mittelmeerraum; Kälte vom Alpenraum über den Balkan bis Russland. rahmenlos|hochkant=1.1|zentriert rahmenlos|hochkant=1.1|zentriert rahmenlos|hochkant=1.1|zentriert Fünfte Phase (Karten 29. Jan.–4. Feb.): Tiefs im Atlantikraum bis Zentralosteuropa, Kaltluft (abziehendes Hoch Doris) im Schwarzmeerraum bis Arabien, Hoch Erika über den Weißmeerraum: Sprunghafte Temperaturverteilungen über ganz Europa
Jährlichkeit und klimatologische Zusammenhänge