Benjamin Samuel Koren (* 1981 in Frankfurt am Main) ist ein deutsch-amerikanischer Architekt und Künstler. Er ist Gründer des Büros One to One und arbeitet als Künstler unter dem Namen Benjamin Samuel. Er lebt und arbeitet in New York.

Leben Koren wuchs in Frankfurt am Main und im US-amerikanischen Miami auf. Er studierte Architektur, Film und Musik an der University of Miami, der New York University, der Universität für angewandte Kunst Wien und der Architectural Association School of Architecture in London. 2005 erhielt er für sein Studentenprojekt Harmonic Proportion in Amorphic Form: A Music Pavilion in Hyde Park, London bei den President’s Medal Awards der Royal Institute of British Architects eine Bronze Medal Commendation. Für dasselbe Projekt erhielt er außerdem den iGuzzini Tavel Award und die SOM Foundation Travelling Fellowship. Er arbeitete für die Advanced Geometry Unit des britischen Ingenieurbüros Arup in London und für das Architekturbüro Herzog & de Meuron in Basel und Hamburg.

Architektur 2009 gründete Koren in Frankfurt am Main das Büro One to One, das im Bereich des computergestützten Entwurfs und der digitalen Fertigung arbeitet und auch in New York vertreten ist.

Für den Großen Saal der Elbphilharmonie Hamburg entwickelte Koren ein algorithmisches Verfahren für die sogenannte "Weiße Haut" des Konzertsaals. Damit wurde für jedes der 10.000 individuell gefertigten Akustikpaneele eine individuelle Oberflächenstruktur berechnet. Grundlage waren architektonische Vorgaben von Herzog & de Meuron und akustische Vorgaben von Yasuhisa Toyota; insgesamt umfassen die Paneele rund eine Million akustisch wirksame Zellen, die der Schallstreuung dienen. Die erzeugten Geometriedaten bildeten die Grundlage für die CNC-Fertigung der Paneele.

Zu den weiteren Architekturprojekten, an denen Koren beteiligt war, zählen der Louvre Abu Dhabi und die Philharmonie de Paris von Jean Nouvel sowie ein Pavillon von Zaha Hadid.

Darüber hinaus arbeitete Koren an großmaßstäblichen Kunstprojekten, darunter Arbeiten von Jeff Koons und Anish Kapoor sowie Pae White's THE Magic Carpet am Flughafen Berlin Brandenburg.

Bildende Kunst Unter dem Künstlernamen „Benjamin Samuel“ erschafft Koren Kunstwerke, Skulpturen und Lichtinstallationen.

Seine Serie von Lichtinstallationen mit dem Titel Arrays of Light beschäftigt sich mit Bildwerkpaaren, die aus dem kulturellen Fundus und der Zeitgeschichte schöpfen, indem er etwa zigtausende Daten, Noten, Standbilder, literarische Texte, Comicstrips oder Tageskursstände der Börse mittels programmierter Computeralgorithmen verdichtet. 2011 erwarb das Deutsche Filmmuseum in Frankfurt seine beiden Lichtinstallationen Hitchcock 30 und Kubrick 13+9+10, eine Verdichtung von 283.500 Standbildern aus 30 Filmen Alfred Hitchcocks und 107.445 Standbildern aus 13 Filmen Stanley Kubricks.

In seinen beiden Werken Goldberg Variationen 30+2 und Diabelli Variationen 33+1 übersetzte er die gesamten Noten der beiden musikalischen Variationswerke mit insgesamt 75.730 Zeilen MIDI-Code von Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen und 67.770 Zeilen von Ludwig van Beethovens Diabelli-Variationen. Goldberg Variationen 30+2 wird seit 2019 im Bachhaus Eisenach gezeigt und ist dort Teil der aktuellen Museumspräsentation. Anlässlich der Beethoven-Woche 2019 erwarb das Beethoven-Haus Bonn das Werk Diabelli Variationen 33+1, 2025 war es dort in der Sonderausstellung Inspiration Musik – Beethovens Kompositionen in der Kunst der Moderne zu sehen.

In den beiden Werken Deutscher Aktienindex 30+1 und Dow Jones Industrial 30+1 übersetzte er die Börsenkurswerte der deutschen und der US-amerikanischen Aktienmärkte im Krisenjahr 2008. In den beiden Werken Shakespeare 36 und Poe 69½ übersetzte er den gesamten Text der ersten Folio-Ausgabe von William Shakespeares Dramen sowie aller vollendeten Geschichten des US-amerikanischen Schriftstellers Edgar Allan Poe.

Im Jahre 2015 fand in der von der Heussenstamm-Stiftung betriebenen Heussenstamm-Galerie in Frankfurt am Main seine Solo-Ausstellung Arrays of Light/Lichtreihen statt. Im selben Jahr erschien im DISTANZ Verlag ein Werkkatalog zu der Serie.

Korens Serie von Skulpturen mit dem Titel Harmonics basiert auf dem Softwareprogramm Formensynthesizer, das auf harmonischen Grundregeln geometrische Körper im Raum erzeugt. Die Formen der Skulpturen basieren auf Schwingungsverhältnissen, denen die Fibonacci-Zahlenfolge und der Goldene Schnitt zugrunde liegen.

Publikationen Arrays of Light – Benjamin Samuel. Werkkatalog. Mit einem Vorwort von Henry Keazor sowie Gesprächen mit Dan Auiler, Anthea Bell und Uri Caine. Distanz Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-95476-126-5 …wie die Ringe des Saturn. In: Henry Keazor (Hrsg.): Hitchcock und die Künste. Schüren Verlag, Marburg 2013, S. 33–47, ISBN 978-3-89472-828-1.

Weblinks Website One to One Website Benjamin Samuel Artikel Der Demiurg am Rechner von Dieter Bartetzko. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 10. Juli 2010.

Einzelnachweise

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