mini|hochkant=1.01|Stolperstein in Padua

Die Liste der Stolpersteine in der Provinz Padua enthält die Stolpersteine in der italienischen Provinz Padua in Venetien, die an das Schicksal der Menschen dieser Stadt erinnern, die von Nationalsozialisten oder italienischen Faschisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden von Gunter Demnig verlegt, deren Name lautet auf Italienisch: pietre d'inciampo.

Im Regelfall liegen die Stolpersteine vor dem letzten selbstgewählten Wohnsitz des Opfers. Die ersten Verlegungen in dieser Provinz erfolgten am 13. Januar 2015 in Padua.

Listen Bovolenta In Bovolenta wurden zwei Stolpersteine für die Brüder Gioachino und Giuseppe Niero an einer Adresse verlegt:

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEGIOACHINO NIEROGEBOREN 1907VERHAFTET SEPT. 1943DEPORTIERTMAUTHAUSENERMORDET 18.4.1945SANKT KONRADPiazza Accademia 24 wurde am 29. Juni 1907 in Bovolenta geboren, als Erstgeborener unter sieben Geschwistern. Seine Eltern waren Gesù Romano Niero und Stella Brunello. Zuerst wohnte die Familie in der via Mazzini, später an der Piazza Accademia. Er besuchte die höhere Schule in Padua und studierte dann Wirtschaft an der Università Ca' Foscari in Venedig. Im Oktober 1930 wurde er in den Offizierslehrgang der Alpini aufgenommen. Er leistete seinen Fahneneid in Belluno, wurde 1931 Unteroffizier und 1939 Leutnant der Reserve. Am 15. Februar 1943 wurde er neuerlich eingezogen und kämpfte danach auf dem Balkan. Während eines Erholungsaufenthaltes in seiner Heimatstadt sprach er sich nach dem 8. September 1943 bei einer öffentlichen Veranstaltung gegen die Rekrutierung junger Soldaten zugunsten der faschistischen Italienischen Sozialrepublik aus. Er wurde von Faschisten aus Bovolenta aus der Wohnung verschleppt, zuerst ins Durchgangslager Fossoli, später in das Konzentrationslager Mauthausen deportiert. Er musste Zwangsarbeit verrichten und wurde von einem Außenlager ins nächste verlegt. Am 18. April starb er auf dem Todesmarsch zum Außenlager Ebensee in St. Konrad.Ansprache von Moritz Freimüller am 15. November 2015.

In Kirchdorf an der Krems erinnert ein Denkmal an die Opfer. 120px HIER WOHNTEGIUSEPPE NIEROGEBOREN 1911ERMORDET 16.3.1945SANT'ANGELODI PIOVE DI SACCOPiazza Accademia 24 wurde am 2. Februar 1911 in Bovolenta geboren. Er war eines der sieben Kinder des Paares Stella Brunello und Gesù Romano Niero. Giuseppe war Landwirt und lebte in Campolongo Maggiore, einer Gemeinde in der Metropolitanstadt Florenz. Giuseppe Niero war bekannter Antifaschist. Am 16. März 1945 wurde er von den Schwarzen Brigaden aus Piove di Sacco (PD), welche unter dem Kommando von Ulderico Sadocco standen, festgenommen. Der junge Giuseppe wurde in die Kaserne in Sant’Angelo di Piove di Sacco gebracht, wo man ihn beschuldigte, englischen Soldaten Unterschlupf gegeben zu haben. Er wurde gefoltert und noch am selben Tag ermordet.Pierantonio Gios: Guerra e Resistenza, le relazioni dei parroci della Provincia di Padova, Pliniana, Selci, Lama (PG), 2007, S. 92 hier zit. nach Adriano Mansi: Centro di Ateneo per la storia della Resistenza e dell’età contemporanea – Università degli studi di Padova, Episodio di Sant’Angelo di Piove, 16.3.1945, abgerufen am 2. August 2018.Adriano Mansi: Episodio di Sant’Angelo di Piove, 16.3.1945, Centro di Ateneo per la storia della Resistenza e dell’età contemporanea – Università degli studi di Padova, abgerufen am 2. August 2018.

Padua In Padua wurden bis Februar 2022 insgesamt 34 Stolpersteine verlegt.

Die Tabelle ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.

Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEGIULIO ANCONAGEBOREN 1872VERHAFTET 30.7.1944DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 6.8.1944 Via Giovanni Prati, 7 wurde am 29. Februar 1872 in Padua als Sohn von Leon Vita Ancona und Rachele Jarach geboren. Er heiratete Ada Levi. Das Paar hatte zwei Kinder, Enrico und Irma. Seine Ehefrau und seine Tochter wurden im Dezember 1943 in Padua verhaftet, zuerst im KZ Vo' Vecchio in Padua interniert, später in der Risiera di San Sabba von Triest. Am 30. Juli 1944 wurde auch Giulio Ancona verhaftet, er kam in das Gefängnis von Padua. Am nächsten Tag wurden seine Frau und seine Tochter mit dem Konvoi No. 33T in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort unmittelbar nach der Ankunft am 3. August 1944 in einer Gaskammer ermordet. Am 2. August 1944 wurde Giulio Ancona mit dem Konvoi No. 14 nach Auschwitz deportiert und dort unmittelbar nach der Ankunft am 6. August 1944 in einer Gaskammer ermordet.Centro di Documentazione Ebraica Contemporanea: Ancona, Giulio, abgerufen am 23. September 2020

Sein Sohn konnte sich verstecken, nahm eine andere Identität an und überlebte so die Shoah. Dessen Tochter, Maria Antonietta Ancona, wurde später Präsidentin des Sizilianischen Institutes für Hebräische Studien.La Repubblica: L'odissea dei siciliani nell'ottobre nero delle deportazioni, Beitrag von Lucia Vincenti, 18. Oktober 2017 Sie war bei der Verlegung der Stolpersteine für ihre Familienangehörigen anwesend. 120px HIER WOHNTEIRMA ANCONAGEBOREN 1903VERHAFTET 4.12.1943DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET 3.8.1944 Via Giovanni Prati, 7 wurde am 12. Oktober 1903 in Padua als Tochter von Giulio Anconai und Ada Levi geboren. Sie hatte einen Bruder, Enrico. Irma Ancona blieb unverheiratet. Am 4. Dezember 1943 wurde sie als erste ihrer Familie verhaftet. Am 31. Dezember 1943 wurde auch ihre Mutter gefangen genommen. Beide waren zuerst im KZ Vo' Vecchio in Padua interniert, später in der Risiera di San Sabba von Triest. Sie wurden am 31. Juli 1944 mit dem Konvoi No. 33T in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Irma Ancona wurde zusammen mit ihrer Mutter unmittelbar nach der Ankunft am 3. August 1944 in einer Gaskammer ermordet.Centro di Documentazione Ebraica Contemporanea: Ancona, Irma, abgerufen am 24. September 2020

Ihr Vater wurde drei Tage später ebenfalls in einer Gaskammer von Auschwitz ermordet. Ihr Bruder konnte die Shoah überleben und eine Familie gründen. 120px HIER STUDIERTEGIORGIO ARANYGEBOREN 1919VERHAFTET 6.3.1944DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET Via VIII Febbraio 1848, 2Palazzo del Bo wurde am 1. Dezember 1919 in Győr, einer Stadt im Westen Ungarns, geboren. Seine Eltern waren Caterina Goldberger und Desiderio Arany. Der junge Giorgio immatrikulierte sich im akademischen Jahr 1937–38 an der Universität Padua, wurde 1938 allerdings aufgrund der italienischen Rassengesetze ausgeschlossen. Wenig später konnte er sein Studium an der Fakultät für Ingenieurswesen mit einer Sondererlaubnis wieder aufnehmen. Am 6. März 1944 wurde Giorgio Arany in Triest verhaftet und im KZ Risiera di San Sabba interniert. Während seiner monatelangen Gefangenschaft wurde auch seine Mutter Caterina am 6. Mai 1944 verhaftet. Am 11. Juli deportierte man ihn mit dem Transport Nr. 31T ins KZ Auschwitz. Bei seiner Ankunft im KZ am 14. Juli 1944 wurde er mit der Matrikelnummer A-17543 registriert. Giorgio Arany hat die Shoah nicht überlebt.