mini|Gabriel Zuchtriegel im Februar 2025 in Pompeji (Foto: S. Vacca) Gabriel Zuchtriegel (* 24. Juni 1981 in Weingarten/Württemberg)Antonio Ferrara: Pompei, è Gabriel Zuchtriegel il nuovo direttore: succede a Osanna. „Racconterò la bellezza del Paese“, La Repubblica am 20. Februar 2021, abgerufen am 22. Februar 2021. ist ein deutsch-italienischerGabriel Zuchtriegel è un cittadino italiano, L’Occhio di Salerno, 15. Juli 2020, abgerufen am 8. Februar 2026. Klassischer Archäologe. Er ist seit 2021 Generaldirektor des Archäologischen Parks von Pompeji.
Werdegang Gabriel Zuchtriegel studierte von 2001 bis 2006 an der Humboldt-Universität zu Berlin Klassische Archäologie sowie die Nebenfächer Ur- und Frühgeschichte und Altgriechisch mit dem Magisterabschluss. Als Assistent bei Dieter Mertens und Martin Bentz nahm er an Ausgrabungen in Selinunt (Sizilien) teil. 2010 wurde er an der Universität Bonn bei Bentz mit einer Dissertation über eisenzeitliche und archaische Funde aus der Ausgrabung eines Heiligtums in Gabii (Latium) promoviert. Zuchtriegel erhielt 2010/2011 das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts.Heike Schmoll: „Die Zeit ist der Gegner.“ Worin ihr Beitrag für die Gesellschaft liegen könnte, hat die Archäologie nie gefragt. Ein Gespräch mit dem Direktor des Archäologischen Parks in Pompeji Gabriel Zuchtriegel. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Mai 2026, S. 6. Gefördert mit einem Feodor-Lynen-Forschungsstipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung leitete er von 2012 bis 2015 die Ausgrabungen der griechischen Kolonien Siris und Herakleia in Lukanien (heutige Region Basilikata) und arbeitete in dieser Zeit an der Università degli Studi della Basilicata, wo er 2014/2015 auch als Dozent (professore a contratto) lehrte.CV Gabriel Zuchtriegel Parco Archeologico di Pompei, abgerufen am 28. Dezember 2024.
Das italienische Kulturministerium berief Zuchtriegel 2015 zum Direktor des Parco Archeologico di Paestum e Velia und des dazugehörigen Museums, sein Vertrag wurde 2019 um ein weiteres Mandat von vier Jahren verlängert. Seit 2019 lehrt er außerdem als Dozent im Studiengang Archäologie und Kulturen des antiken Mittelmeerraums der Scuola Superiore Meridionale in Neapel, einer Graduiertenschule (Scuola superiore universitaria) an der Universität Neapel Federico II. Im Juli 2020 nahm er zusätzlich zur deutschen die italienische Staatsbürgerschaft an. Mitte Februar 2021 wurde er als Nachfolger von Massimo Osanna zum Direktor des Archäologischen Parks von Pompeji berufen und trat sein Amt zum 1. April 2021 an.Ministero dei beni e delle attività culturali e del turismo Pressemitteilung vom 20. Februar 2021: Archeologia, Franceschini: è l’archeologo tedesco. Zuchtriegel il nuovo direttore di Pompei, abgerufen am 20. Februar 2021 2025 wurde sein Vertrag für vier weitere Jahre verlängert.Deutschlandfunk Kultur vom 6. April 2025: Zuchtriegel bleibt Direktor des Archäologischen Parks Pompej, abgerufen am 6. April 2025
Seit 2021 ist Zuchtriegel ordentliches Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts.
Veröffentlichungen Gabii I: Das Santuario Orientale im Zeitalter der Urbanisierung. Eisenzeitliche und archaische Funde der Ausgrabungen 1976/77. Osanna Editore, Venosa 2012, ISBN 978-88-8167-300-1 (zugleich Dissertation 2010 Universität Bonn). Colonization and Subalternity in Classical Greece. Experience of the Nonelite Population. Cambridge University Press, Cambridge 2018, ISBN 978-1-108-41903-1. Vom Zauber des Untergangs. Was Pompeji über uns erzählt. Propyläen, Berlin 2023, ISBN 978-3-549-10048-6 (italienische Übersetzung 2023; englische Übersetzung von Jamie Bulloch unter dem Titel The Buried City: Unearthing the Real Pompeii. University of Chicago Press, Chicago 2025, ISBN 978-0-226-83961-5). The Making of the Doric Temple. Architecture, Religion, and Social Change in Archaic Greece. Cambridge University Press, Cambridge 2023, ISBN 978-1-00-926010-7. Pompei. La città incantata. Feltrinelli, Rom 2023, ISBN 9788807493522. Pompejis letzter Sommer. Als die Götter die Welt verließen. Propyläen, Berlin 2025, ISBN 978-3-549-11000-3.
Herausgeber mit Angelo Meriani: La Tomba del Tuffatore. Rito, arte e poesia a Paestum e nel Mediterraneo d’epoca tardo-arcaica. Atti del convegno internazionale, Paestum, 4-6 ottobre 2018. Edizioni ETS, Pisa 2020, ISBN 978-88-467-5912-2. mit Maria Luisa Catoni: Arte e sensualità nelle case di pompei. Artem, Napoli 2022, ISBN 978-88-569-0867-1.
Weblinks
Lebenslauf Gabriel Zuchtriegel beim Archäologischen Park Pompeji Veröffentlichungen von Zuchtriegel im Opac des Servizio Bibliotecario Nazionale
Neue Zürcher Zeitung vom 1. Juni 2024: «Wie immer man die Zukunft angeht: Es hat immer sehr, sehr viel mit der Vergangenheit zu tun»: ein Gespräch mit Gabriel Zuchtriegel, dem Direktor des Archäologischen Parks von Pompeji, von Luzi Bernet Finestre sull‘arte vom 12. Juli 2024: So vermitteln wir Pompeji und die neuen Entdeckungen: Interview mit Regisseur Gabriel Zuchtriegel, von Ilaria Baratta Augsburger Allgemeine Kultur vom 24. November 2024: Interview: Kann sich die Archäologie Diskretion erlauben, Herr Zuchtriegel? Von Jörg-Peter Rau
Audios
Gregor Papsch: Gabriel Zuchtriegel – „Die Toten von Pompeji, das sind wir alle“ Beitrag vom 9. Mai 2023 auf SWR2 Kultur. WDR 5 (Westdeutscher Rundfunk) Tischgespräch vom 3. Juli 2024: Gabriel Zuchtriegel im Tischgespräch mit Lothar Lenz rbb fernsehen DER TAG in Berlin & Brandenburg vom 21. Oktober 2025: Zu Gast Gabriel Zuchtriegel, Direktor des Archäologischen Parks Pompeji SWR Treffpunkt Musik vom 8. Mai 2026: Gast im Studio Gabriel Zuchtriegel, Moderation Gregor Papsch
Einzelnachweise
Kategorie:Klassischer Archäologe Kategorie:Museumsleiter (Italien) Kategorie:Absolvent der Humboldt-Universität zu Berlin Kategorie:Hochschullehrer (Universität Neapel Federico II) Kategorie:Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts Kategorie:Sachbuchautor Kategorie:Deutscher Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1981 Kategorie:Mann