Der Revisionistische Maximalismus war eine kurzfristige jüdische faschistische Ideologie, die Teil der Brit-HaBirionim-Fraktion des Revisionistischen Zionismus (ZRM) war. Sie wurde von Abba Ahimeir gegründet.Eran Kaplan: The Jewish Radical Right. Revisionist Zionism and Its Ideological Legacy. University of Wisconsin Press, Madison WI 2005, ISBN 0-299-20380-8, S. 15.Colin Shindler: The Triumph of Military Zionism. Nationalism and the Origins of the Israeli Right (= International Library of Political Studies. 9). Tauris, London u. a. 2006, ISBN 1-84511-030-7, S. 13. Die Vertreter dieser Richtung unterstützten das faschistische Regime Benito Mussolinis und erstrebten die Schaffung des israelischen Staates gemäß faschistischen Grundsätzen.Joseph Heller: The Failure of Fascism in Jewish Palestine 1935–1948. In: Stein Ugelvik Larsen (Hrsg.): Fascism Outside of Europe. The European Impulse Against Domestic Conditions in the Diffusion of Global Fascism. Social Science Monographs, Boulder CO 2001, ISBN 0-88033-988-8, S. 362–392, hier S. 364–365. Sie wurde 1930 die größte Fraktion innerhalb der ZRM, zerbrach aber nach der umstrittenen Entscheidung Ahimeirs, Nazi-Deutschland in seiner faschistischen und antikommunistischen Haltung zu unterstützen und gleichzeitig seine antisemitische Politik zu bekämpfen. Angesichts der Empörung, die er auslöste, revidierte Ahimeir kurzfristig seine Position, seine Anhänger griffen deutsche Konsulate an. Doch die Unterstützer, die Ahimeir infolge seines Liebäugelns mit Nazi-Deutschland verloren hatte, kamen nicht zurück. Der Maximalismus brach zusammen, bis er 1938 unter einer neuen Führung wieder begründet wurde.Joseph Heller: The Failure of Fascism in Jewish Palestine 1935–1948. In: Stein Ugelvik Larsen (Hrsg.): Fascism Outside of Europe. The European Impulse Against Domestic Conditions in the Diffusion of Global Fascism. Social Science Monographs, Boulder CO 2001, ISBN 0-88033-988-8, S. 362–392, hier S. 380.

Die Kennzeichnung als „Faschisten“ ist kritisch zu betrachten, da der Begriff in den Debatten der Zeit exzessiv benutzt wurde, in den 1930er Jahren wurden sogar Sozialdemokraten von Stalin als Faschisten oder „Sozialfaschisten“ bezeichnet. In Palästina wurden in dieser Zeit revisionistische Zionisten von den Führern der Arbeiterbewegung oft als Faschisten bezeichnet und die Revisionisten griffen das sozialdemokratisch dominierte Allgemeine Bündnis der Arbeit (Histadrut) und David Ben-Gurion mit Begriffen wie „rotes Hakenkreuz“ und Vergleichen mit dem Faschismus und Hitler an.Douglas Feith: Jabotinsky by Hillel Halkin. In: Wall Street Journal. 30. Mai 2014, (Review: wsj.com).Yaacov Shavit: Revisionism in Zionism. The Revisionist Movement. The Plan for Colonizatroy Regime and Social Ideas 1925–1935. Hadar, Tel Aviv 1978, S. 336, (Hebräisch).

Geschichte mini|hochkant|Abba Ahimeir, Gründer des Revisionistischen Maximalismus Der Revisionistische Maximalismus wurde offiziell von Abba Ahimeir 1930 ins Leben gerufen, einem jüdischen Historiker, Journalisten und Politiker, der die Revisionisten des ZRM zur Übernahme der faschistischen Prinzipien der Regierung Benito Mussolinis aufrief, um einen integralistischen „reinen Nationalismus“ unter den Juden zu schaffen.

Ursprünglich Mitglied der Arbeiterbewegung, der die Oktoberrevolution unterstützt und Juden zu ihrer eigenen Oktoberrevolution aufgerufen hatte,Colin Shindler: The Triumph of Military Zionism. Nationalism and the Origins of the Israeli Right (= International Library of Political Studies. 9). Tauris, London u. a. 2006, ISBN 1-84511-030-7, S. 156. wandte er sich später enttäuscht vom Bolschewismus ab, den er mehr und mehr als russische nationalistische Bewegung wahrnahm, weniger als Bewegung zur Förderung des internationalen Klassenkampfes.

Nach dieser Enttäuschung entwickelte sich Ahimeir angesichts der arabisch-jüdischen Gewaltausbrüche der Jahre 1928 und 1929 immer mehr zum Nationalisten.

Der Revisionistische Maximalismus lehnt den Kommunismus, Humanismus, Internationalismus, Liberalismus, Pazifismus und Sozialismus ab; er verurteilte die liberalen Zionisten, sie würden sich nur für die Mittelklasse einsetzen anstatt für die jüdische Nation im Ganzen. Nach dem Anstieg antijüdischer Gewalt im Mandatsgebiet im Jahr zuvor, stieg die Zustimmung zur Fraktion der Brit HaBirionim in der ZRM schnell an, sie wurde 1930 der stärkste Flügel der Partei.

1930 erklärte Brit HaBirionim in der Konferenz der ZRM unter Ahimeirs Führung öffentlich ihren Wunsch, einen faschistischen Staat zu begründen.

Ahimeir behauptete, das jüdische Volk würde die arabische Herrschaft in Palästina überleben:

Die Revisionistischen Maximalisten waren wie Brit HaBirionim Gegner des Pazifismus und befürworteten den Militarismus. 1932 demonstrierten sie gegen Norman Bentwichs Antrittsrede zum Thema Frieden, über die Ahimeir sagte, „Wir brauchen keine Kathedrale des internationalen Friedens mit dem Namen Bentwichs, sondern eine Militärakademie mit dem Namen Ze’ev (‚Wolf‘) Jabotinsky“. „Wir können die Ehre Israels verteidigen…nicht indem wir unsere Bäuche mit Friedensreden füllen….sondern eher indem wir die Lehren Jabotinskys studieren“. Brit HaBirionim-Demonstranten verteilten außerhalb des Gebäudes Broschüren, die Friedensforschung zu einem „Werk des Teufels“ erklärten, zu „antizionistischen Maßnahmen, einem Dolchstoß in den Rücken des Zionismus“.

Ahimeir glaubte einen „Neo-Revisionismus“ erzeugen zu können und befürwortete diesen bei einem Treffen der Hatzohar-Bewegung in Wien im Jahre 1932.

1932 drängte Brit HaBirionim den ZRM, ihr politisches Programm anzunehmen, die „Zehn Gebote des Maximalismus“, die „im Geist des vollständigen Faschismus“ verfasst waren. Gemäßigte ZRM-Mitglieder lehnten dies ab, der gemäßigte Vertreter Yaacov Kahan drängte Brit HaBirionim umgekehrt, die demokratische Natur des ZRM anzuerkennen und die Partei nicht zur Übernahme diktatorischer faschistischer Ziele zu bewegen.

Siehe auch Kahanismus

Einzelnachweise

Kategorie:Faschismus * Kategorie:Jüdische Geschichte Kategorie:Soziale Bewegung Kategorie:Gründung einer politischen Organisation 1930 Kategorie:Aufgelöst 1933