mini|Kathedrale Santa Maria Assunta in Catanzaro

Das Bistum Catanzaro (lat. Catacium/Cathacium, auch Catanzarium, adj. Dioecesis Catacensis/Cathacensis) war eine Diözese der römisch-katholischen Kirche mit Sitz in der Stadt Catanzaro in der Provinz Catanzaro in der Region Kalabrien (Italien). Das Bistum wurde 1121 durch Abtrennung vom Bistum Squillace gebildet. Es war zunächst direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt, ab Ende des 12. Jahrhunderts war es dann ein Suffraganbistum des Metropolitansitzes Reggio Calabria. 1927 wurde es aus der Unterstellung unter das Erzbistum Reggio Calabria gelöst und selber zum Erzbistum erhoben. 1986 wurde das Erzbistum Catanzaro mit dem Bistum Squillace zum Erzbistum Catanzaro-Squillace vereinigt, und das neue vereinigte Erzbistum wurde 2001 schließlich zum Metropolitansitz erhoben.

Lage Das ursprüngliche Bistumsgebiet grenzte im Nordosten an das Bistum Belcastro, im Norden an das Erzbistum Cosenza und das Bistum Lamezia Terme, im Südwesten an das Bistum Squillace und im Südosten an das Ionische Meer. Es umfasste die Gemeinden und Städte Catanzaro, Cropani, Rocca Falluca (Wüstung), Sellia, Simeri, Taverna und Tiriolo. Die Bischofskirche war die Kathedrale Santa Maria Assunta e dei Santi Pietro e Paolo in Catanzaro. Diese Kirche ist heute die Kathedrale des Erzbistums Catanzaro-Squillace.

Geschichte Das Bistum Catanzaro wurde am 14. Januar 1121 von Papst Calixtus II. (wieder?) begründet; das neue Bistumsgebiet wurde vom Bistum Squillace abgetrennt und dem Heiligen Stuhl direkt unterstellt. Das Bistum Squillace verlor dadurch die (nördliche) Hälfte des ursprünglichen Bistumsgebietes. Der ursprüngliche Sitz des neuen Bistums war nach der Gründungsurkunde der Ort Tres Tabernae, das heutige Taverna. In der Gründungsurkunde wird erwähnt, dass Tres Taberna schon früher ein eigenes Bistum gewesen sei, das aufgrund der Sarazenenangriffe mit dem Bistum Squillace vereinigt worden sei. Dies ist jedoch sehr zweifelhaft. Möglicherweise liegt hier eine Verwechslung mit einem früheren Bistum Tres Tabernae in Latium vor. Jedenfalls gibt es keine urkundlichen Belege, dass Taverna vor der Bistumsgründung von 1121 schon einmal Bischofssitz war. Papst Calixtus II. schenkte dem Bistum auch die Gebeine des Hl. Vitalianus, Bischof von Capua, der nun zum Stadt- und Bistumsheiligen von Catanzaro wurde. Die Erwähnung von Taverna als ursprünglicher Bischofssitz in der Gründungsurkunde gab Anlass zu einem Streit zwischen Catanzaro und Taverna um den Bischofssitz.

Bischof und Domkapitel nahmen nach Gründung des Bistums jedenfalls ihren Sitz in Catanzaro. Bereits 1122 ist die Weihe der Kathedrale in Catanzaro urkundlich belegt. 1168 erhielt das Bistum Catanzaro eine Bestätigung des Bistumsgebietes und des Bischofssitzes von Papst Alexander III. Dem Bistum wurden die Orte Catanzaro, Taverna, Rocca Falluca (heute Wüstung), Tiriolo, Amato, Simeri, Barbaro, Cardeto, Castello di Mileto, Sellia und Castello zugewiesen. Nach dem Liber censuum von 1192 war das Bistum Catanzaro dann aber dem Erzbistum Reggio Calabria als Suffraganbistum unterstellt. 1217 bestand das Domkapitel aus 11 Kanonikern. Der Streit um den Bischofssitz zwischen Catanzaro und Taverna schwelte auch in den folgenden Jahrhunderten weiter, bis Kaiser Karl V. 1532 ein Machtwort sprach und alle Ansprüche von Taverna zurückwies.

1927 wurde das Bistum Catanzaro aus der Unterstellung unter das Erzbistum Reggio herausgelöst und zum Erzbistum erhoben. Es erhielt aber (noch) nicht die Stellung eines Metropolitansitzes. 1986 wurde das Erzbistum Catanzaro mit dem Bistum Squillace zum Erzbistum Catanzaro-Squillace vereinigt, und das neue Erzbistum wurde schließlich mit Wirkung vom 30. Januar 2001 auch zum Metropolitansitz erhoben. Das Erzbistum Crotone-Santa Severina und das Bistum Lamezia Terme wurden als Suffraganbistümer zugeordnet.

Am 18. November 1989 verlor die Erzdiözese Catanzaro-Squillace die Parochien Bivongi, Camini, Campoli (Fraz. Caulonia), Foca (Fraz. Caulonia), Ursini (Fraz. Caulonia), Monasterace, Pazzano, Placanica, Riace, Riace Marina, Stignano und Stilo an die Diözese Locri-Gerace. Umgekehrt erhielt sie zwei Parochien vom Bistum Locri-Gerace, beide in Fabrizia, und eine Parochie vom Erzbistum Crotone-Santa Severina, Cuturella (Fraz. Cropani). Von der Diözese Lamezia Terme erhielt sie die Parochie Castagna (Fraz. Carlopoli) und von der Erzdiözese Cosenza-Bisignano die Parochie Panettieri.

Bischöfe von Catanzaro Die Erzdiözese Catanzaro-Squillace hat auf ihrer Website eine Cronotassi Vescovi des alten Bistums Catanzaro, die allerdings in den Anfangsjahrhunderten doch z. T. erheblich von den publizierten Listen abweicht. Amtszeiten wurden vervollständigt, obwohl für die Amtszeiten mancher Bischöfe nur wenige Nachweise vorliegen. Ein Quellenverzeichnis ist nicht angegeben. Daher wird diese Bischofsliste bei der folgenden Aufstellung nicht verwendet; es werden nur einige wenige Kommentare zu dieser Liste gemacht.