Montagnac-la-Crempse (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle et Crempse en Périgord. Die Einwohner werden Montagnacois und Montagnacoises genannt.
Der Via Lemovicensis, einer der vier historischen Wege der Jakobspilger in Frankreich, durchquert das östliche Gemeindegebiet.
Geografie
Montagnac-la-Crempse liegt etwa 26 Kilometer südwestlich von Périgueux, etwa 54 Kilometer westnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 15 Kilometer nordnordöstlich von Bergerac im Übergang der Landschaft des Périgord central zum Landais. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Crempse, den Flüsschen Seyze, Brésil und Ruisseau de la Sauvetat sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Montagnac-la-Crempse liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Das Gebiet von Montagnac-la-Crempse erstreckt sich über eine bewaldete, hügelige Landschaft, die durch die Täler der Crempse und ihrer Nebenflüsse eingeschnitten wird und deren Erhebungen nach Süden hin zunehmen und Höhen von überschreiten. Der topografisch höchste Punkt liegt mit im Südosten an der Grenze zur Nachbargemeinde Campsegret, der tiefste Punkt mit im Nordwesten beim Austritt der Crempse aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa Höhe.
Rund 53 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 44 % werden landwirtschaftlich, hauptsächlich heterogen, genutzt, rund 2 % entfallen auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation (Stand: 2018).
Umgeben wird Montagnac-la-Crempse von den sechs Nachbargemeinden:
Klima Die vorherrschenden klimatischen Bedingungen in Montagnac-la-Crempse sind durch warme und gemäßigte Temperaturen gekennzeichnet. Die Gemeinde verzeichnet eine erhebliche Niederschlagsmenge, selbst im Monat Juli mit historisch niedrigen Niederschlagswerten. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Montagnac-la-Crempse beträgt 13,4 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 5,6 °C, die höchste im Juli mit 21,5 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen 852 mm.
Natürliche Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Montagnac-la-Crempse Natürliche Risiken manifestieren sich in Montagnac-la-Crempse neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen
Da das Gemeindegebiet zum größten Teil mit Wald bedeckt ist, besteht im nahezu gesamten Gemeindegebiet zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.
Wie die Risikokarte zeigt, sind über zwei Drittel des Gemeindegebiets von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1992, 1995, 2009 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr wird als niedrig eingestuft. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Montagnac-la-Crempse besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.
Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes ist als Montanhac im Jahre 1268 erstmals belegt, im Jahre 1282 in der latinisierten Form Montaniacum de la Crempsa. Das 17. Jahrhundert liefert die Variante Montagniac (1666). Die Buchstabenkombinationen -nh-, -ni-, -gni- bewirken dabei die gleiche Aussprache wie beim heutigen -gn-. Der Name stammt von einem gallorömischen Personennamen, Montanius, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Montaniacum, Landgut des Montanius). Montanius ist im Übrigen Namensgeber von Montagnac-d’Auberoche im Périgord und der Variante Montignac. Die geografische Lage erklärt den Zusatz la-Crempse. Der Name dieses Flusses ist am Ende des 13. Jahrhunderts als Crempse belegt (1283), im 14. Jahrhundert in der latinisierten Form Crehempsa (1467). Der Ursprung des Namens ist unklar. Er wurde mit dem gallischen °crenno () in Verbindung gebracht, aber die Verbindung zum Fluss kommt nicht auf. Im Département Lot gibt es ein Cremps als Ortsnamen, aber dessen Ursprung ist ebenfalls rätselhaft. Er wurde im Zusammenhang mit dem okzitanischen crin, cren () gesehen, aber diese Etymologie ist für den Namen des Flusses nicht zufriedenstellend.
Eines der Weiler, Campagnac, der auch kurzzeitig während der Französischen Revolution eine Gemeinde war, wurde 1793 von Montagnac eingemeindet. Sein Name ist im Jahre 1268 ebenfalls belegt. Er wurde später zu Campagnac-de-Cornecul im 18. Jahrhundert. Campagnac stammt vom gallorömischen Personennamen Campanius, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Campaniacum, Landgut des Campanius). Campanius kommt vom lateinischen campania, der Region Kampanien im heutigen Italien.Siehe Tanet, Hordé, Seiten 79, 126–127, 230–231
Die Existenz einer gallorömischen Siedlung am Ufer des Flusses Crempse zu Beginn des ersten Jahrhunderts n. Chr. ist durch den Fund von Fragmenten von Dachziegeln (Tegulae) und Keramiken belegt. Im Jahr 616 vermachte der heilige Bertrand, Bischof von Le Mans, seine Villa Montaniaco in Crempto und Campaniaco der Kirche von Le Mans. 1142 übertrug Gottfried von Périgueux, Bischof von Périgueux, die Pfarrgemeinde Montagnac per Urkunde an die Abtei Saint-Cybard in Angoulême. Im 13. und 14. Jahrhundert gehörte die Pfarrgemeinde Montagnac den Grafen von Périgord. Im 15. Jahrhundert geriet Montagnac, wie andere Pfarrgemeinden der Region, in die Wirren des Hundertjährigen Krieges gegen die Engländer. Nach Wiederherstellung des Friedens erlebte die Gegend einen wahren Aufschwung, der sich im Bau prächtiger Häuser widerspiegelt, die noch heute erhalten sind oder Spuren dieser Zeit tragen. Im 16. Jahrhundert verwüsteten die Hugenottenkriege die Region. Im 17. und 18. Jahrhundert erlebte Montagnac ein beachtliches Bevölkerungswachstum. Die Einwohnerzahl erreichte 1014 im Jahr 1726. Im gesamten Gemeindegebiet entstanden prächtige Häuser, Landgüter und Herrenhäuser.
Bevölkerungsentwicklung
Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Martin aus dem 12. Jahrhundert Kapelle Sainte-Marie aus dem 12. Jahrhundert Chartreuse Le Claud Chartreuse La Freunie Chartreuse Gardonne aus dem 17. Jahrhundert Herrenhaus La Bertinie aus dem 15. Jahrhundert Herrenhaus Leygonie aus dem 15. Jahrhundert, im 18. Jahrhundert umgebaut Herrenhaus Sainte-Marie aus dem 18. Jahrhundert
Bildung Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule (École élémentaire) mit 23 Schülerinnen und Schülern in einer Klasse (2025).
Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2023 waren 148 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Montagnac-la-Crempse erwerbstätig, entsprechend 75,9 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (83,3 %) sehr viel höher war als bei den Frauen (69,5 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit acht Personen im Jahr 2023 sehr viel niedriger als im Jahr 2017 (25). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 15,7 % (2017) auf 5,4 % (2023). Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen stieg allerdings in diesem Zeitraum von 16,7 % auf 40,0 %.
Branchen und Betriebe 34 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2024 in Montagnac-la-Crempse wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Fertigung, Bergbau und andere Industrien411,8 %Baugewerbe926,5 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie25,9 %Information und Kommunikation12,9 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten823,5 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln617,6 %Andere Dienstleistungen411,8 %Gesamt34
Landwirtschaft Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 46 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 23 im Jahr 2000, auf 17 im Jahr 2010 und auf 10 im Jahr 2020, ein Rückgang von 78,3 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 939 Hektar im Jahre 1988 auf 608 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg deutlich von 20,4 Hektar auf 60,8 Hektar.
Fernwanderwege Durch das östliche Gemeindegebiet verläuft der 1570 Kilometer lange Fernwanderweg GR 654 von Gué-d’Hossus im Département Ardennes über Vézelay nach Saint-Palais im Département Pyrénées-Atlantiques, der in seinem Verlauf der Via Lemovicensis ähnelt.
Durch das Zentrum von Montagnac-la-Crempse hingegen verläuft der Fernwanderweg GR 361 von Abjat-sur-Bandiat nach Bergerac.
Verkehr Montagnac-la-Crempse liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit Nachbargemeinden.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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