U 185 war ein deutsches U-Boot vom Typ IX C/40, das durch die Kriegsmarine während des U-Boot-Krieges im Zweiten Weltkrieg im Süd-, West- und Nordatlantik, sowie in der Karibik und vor der Küste von Brasilien eingesetzt wurde und bei seinen 3 Feindfahrten insgesamt 9 Schiffe mit 62.728 BRT versenkte. Als es 23 Mann der Besatzung vom versenkten U 604 an Bord hatte, wurde es am 24. August 1943 vor Brasilien versenkt, wobei 43 U-Boot-Fahrer umkamen und 32 in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft gerieten.

Bau und Technische Daten Die Bremer Werft der Deschimag AG Weser baute seit 1934 im Auftrag der Reichsmarine zum Teil unter Umgehung der Bestimmungen des Versailler Vertrags U-Boote. Nach Kriegsbeginn wurde die Werft in das U-Boot-Bauprogramm der Kriegsmarine miteinbezogen und stellte die Produktion im Wesentlichen auf den Bau von U-Booten der U-Boot-Klasse IX C um.Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften. 1997, S. 210–211. U 185 war Bestandteil des fünfzehnten Bauauftrags, der an diese Werft erging und die Boote U 181 bis U 188 beinhaltete. Ein IX C/40-Boot war 76,76 m lang, 6,86 m breit und hatte einen Tiefgang von 4,67 m. Es verdrängte über Wasser 1.144 t und getaucht 1.257 t. Zwei 2.200-PS-starke Dieselmotoren ermöglichten bei Überwasserfahrt eine Höchstgeschwindigkeit von 18,3 kn, das sind 33,9 km/h. Bei Tauchfahrt wurde ein IX C/40-Boot von zwei Elektromotoren angetrieben, die mit insgesamt 1.000 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 7,3 kn gewährleisteten, was 13,5 km/h entspricht. Unter Wasser hatte ein solches U-Boot bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 4 kn eine Reichweite von 63 sm.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. 1996, S. 199. Bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 10 kn hatte ein Typ IX C/40 eine Reichweite von 13.850 sm. Diese U-Boote waren mit 22 Torpedos bewaffnet, die aus vier Bug- und zwei Hecktorpedorohren ausgestoßen werden konnten. Zusätzlich verfügten sie über Artilleriebewaffnung. Wie die meisten deutschen U-Boote seiner Zeit hatte auch U 185 ein bootsspezifisches Zeichen: den grünen Bug eines Drachenbootes der Wikinger vor rotem Himmel auf blauer Gischt.Georg Högel: Embleme, Wappen, Malings deutscher U-Boote 1939–1945. 5. Auflage. Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg 2009, ISBN 978-3-7822-1002-7, S. 70

Einsatz und Geschichte Vom 13. Juni 1942 bis zum 31. Oktober 1942 gehörte U 185 zur 4. U-Flottille, einer in Stettin stationierten Ausbildungsflottille. Kommandant Maus unternahm in dieser Zeit Ausbildungsfahrten in der Ostsee zum Einfahren des Bootes und zum Training der Besatzung. Am 1. November 1942 wurde das Boot der 10. U-Flottille zugeteilt, einer im westfranzösischen Lorient stationierten Frontflottille, zu der ausschließlich Boote des Typs IX C, sowie die Milchkühe genannten Versorgungsboote der U-Boot-Klasse XIV gehörten.

Vor Gibraltar Am 27. Oktober 1942 lief Kapitänleutnant August Maus mit U 185 zu seiner ersten Unternehmung mit diesem Boot von Kiel aus. Das vorgesehene Operationsgebiet war der Nordatlantik. Am 24. November wurde U 185 durch einen Flugzeugangriff schwer beschädigt. Kommandant Maus entschied sich daher die Patrouille im vorgesehenen Operationsgebiet abzubrechen und sich mit U 118 im Seegebiet westlich von Gibraltar zu treffen. Dieses Boot diente als Tank-U-Boot für die vor Gibraltar und Marokko operierenden U-Boote der Gruppe Westwall, die nach Maßgaben der von Karl Dönitz entwickelten Rudeltaktik das Gefecht mit alliierten Geleitzügen suchen sollten, und hatte Ersatzteile an Bord. Im Anschluss an die erfolgreiche Reparatur setzte Kommandant Maus die Unternehmung in diesem Seegebiet fort und versenkte einige Tage später einen britischen Frachter, der zur Versorgung der alliierten Korps eingesetzt wurde, die einen Monat zuvor im Rahmen der Operation Torch in Nordafrika gelandet waren. 7. Dezember 1942 britischer Frachter Peter Maersk (5476) mit Torpedo versenkt Am 1. Januar traf U 185 in seinem neuen Stützpunkt Lorient ein.

In der Karibik mini|Die Windward-Passage zwischen Kuba und Haiti

Von Lorient aus lief Kommandant Maus am 8. Februar zu seiner zweiten Unternehmung mit U 185 aus. Das Boot befand sich auf der Anfahrt in das vorgesehene Operationsgebiet an der amerikanischen Westküste, als die U-Boot-Führung Kommandant Maus befahl, die Position von U 569 anzulaufen, das seit kurzem unter dem Befehl von Hans Johannsen stand, der am 11. Februar einen Geleitzug gemeldet hatte.Johannsen hatte am 7. Februar den bisherigen Kommandanten Peter Hinsch ersetzt, der von der U-Boot-Führung als „zu vorsichtig“ eingeschätzt wurde Kommandant Maus sichtete den gemeldeten Konvoi am 13. Februar und entschloss sich, entgegen den Vorgaben der Rudeltaktik, zu einem Unterwasserangriff am Tage.Die Maßgaben der Rudeltaktik sahen vor, das Eintreffen mehrerer U-Boote abzuwarten, und einen Geleitzug über Wasser in der Nacht anzugreifen. Aufgrund eines mechanischen Defekts oder infolge eines Fehlers des Ersten Offiziers von U 185, der für das Abfeuern der Torpedos zuständig war, verließ keiner der eingesetzten Torpedos die Rohre. Auch keinem der später eingetroffenen U-Boote der Gruppe Delphin gelang ein erfolgreicher Angriff. Einen Tag später brach die U-Boot-Führung den Angriff auf diesen Geleitzug ab. U 185 wandte sich wieder nach Westen und traf Anfang März im Golf von Mexiko ein. Hier war eine kleine Flotte von vier IX C-Booten zusammengezogen worden, die das Gefecht mit Einzelfahrern suchen sollten. Es handelte sich – neben U 185 – um U 68, U 155 und U 183, das zuerst eingetroffen war. Wenige Tage später versenkte Kommandant Maus einen Tanker und einen Liberty-Frachter in der Windward-Passage. 10. März 1943 US-amerikanischer Tanker Virginia Sinclair (6.151 BRT) mit Torpedo versenkt 10. März 1943 US-amerikanischer Frachter James Sprunt (7.177 BRT) mit Torpedo versenkt Da die Luftsicherung in diesem Seegebiet – neben Flugzeugen wurden auch Blimps eingesetzt – den Einsatz der U-Boote stark erschwerte, blieben die vier Boote weit hinter den in sie gesetzten Erwartungen zurück. Kommandant Maus gelang nur ein weiterer Angriff auf dieser Unternehmung. 6. April 1943 US-amerikanischer Dampfer John Sevier (7.143 BRT) mit Torpedo versenkt Anschließend kehrte das Boot nach Frankreich zurück und lief am 3. Mai 1943 in Bordeaux ein.

Vor Brasilien mini|Der brasilianische Frachter Bagé Am 9. Juni verließ Kommandant Maus mit U 185 Bordeaux zu seiner dritten Unternehmung mit diesem Boot. Als U 564 am 13. Juni bei dem Versuch, die Straße von Gibraltar zu passieren, während eines Luftangriffes durch Wasserbombentreffer schwer beschädigt wurde, erhielt Kommandant Maus den Befehl, mit U 185 den Geleitschutz für U 564 zu übernehmen und das U-Boot zur nordspanischen Küste zu geleiten.Bernard Ireland: The Battle of the Atlantic, Naval Institute Press, Annapolis, Maryland 2003, ISBN 1-59114-032-3, S. 148 Auf dieser Fahrt wurden beide Boote durch einen britischen Whitley-Bomber angegriffen, woraufhin U 564 sank. Der britische Bomber gehörte zu den Operational Training Units (OTU) des Coastal Command und war mit einer australischen Besatzung bemannt, die sich in der Ausbildung befand. Es gelang der Besatzung von U 185 das Flugzeug abzuschießen, anschließend ließ Kommandant Maus die Überlebenden von U 564 an Bord nehmen.Die fünf überlebenden australischen Besatzungsmitglieder des Whitley-Bombers wurden ihrerseits von französischen Fischern gerettet und kamen in Kriegsgefangenschaft. Nachdem er die Besatzungsmitglieder von U 564 an den deutschen Zerstörer Z 24 übergeben hatte, setzte Kommandant Maus die Anfahrt in das vorgesehene Operationsgebiet von U 185, die Westküste Amerikas, fort. Das Boot gehörte hier zu einer Gruppe von sieben U-Booten, die den Schiffsverkehr vor Brasilien angreifen sollten. Am 7. Juli entdeckte Kommandant Maus im Seegebiet zwischen Fortaleza und Natal einen Geleitzug, der sich auf dem Weg von Bahia nach Trinidad befand und versenkte drei Schiffe. 7. Juli 1943 US-amerikanischer Dampfer William Boyce Thompson (7.061 BRT) mit Torpedo versenkt 7. Juli 1943 US-amerikanischer Dampfer James Robertson (7.176 BRT) mit Torpedo versenkt 7. Juli 1943 US-amerikanischer Tanker Thomas Sinnickson (7.176 BRT) mit Torpedo versenkt Kommandant Maus meldete zudem zwei weitere Schiffe beschädigt zu haben, konnte aber deren Sinken nicht beobachten, da er sich entschloss, U 185 angesichts Artilleriebeschusses tauchen zu lassen.Eines der von Maus getroffenen Schiffe war die S.B. Hunt, ein Tanker mit 6.840 BRT, der schwer beschädigt einen Hafen erreichte und später wieder in Dienst gestellt werden konnte. Anfang August versenkte Kommandant Maus ein weiteres Schiff. 1. August 1943 brasilianischer Dampfer Bagé (8.235 BRT) mit Torpedo versenkt Anfang August wurde U 604, das im Seegebiet vor Maceio patrouillierte, durch einen Luftangriff so nachhaltig beschädigt, dass das Boot aufgegeben werden musste. Zu diesem Zeitpunkt waren U 185 und U 172 die letzten verbliebenen deutschen U-Boote in brasilianischen Gewässern. Die U-Boot-Führung wies dementsprechend die beiden Kommandanten an, sich mit U 604 zu treffen, um die Besatzung aufzunehmen.

Versenkung mini|Flugzeuge der USS Core versenkten U 185 mini|hochkant|Kapitänleutnant August Maus als Gefangener der US Navy an Bord von USS Core mini|hochkant|Captain M.R. Greer verhört August Maus an Bord von USS Core

Der Funkverkehr zwischen der U-Boot-Führung und den drei U-Booten konnte vom britischen Nachrichtendienst entziffert werden, so dass U 604 und das sich nähernde U 185 am vorgesehenen Treffpunkt aufgespürt wurden. Der Besatzung von U 185 gelang es, ein angreifendes Flugzeug mit Flak-Feuer abzuwehren. Anschließend konnte das Boot durch Tauchen entkommen. Auf der Anfahrt zum nächsten Treffen mit U 604 versenkte Kommandant Maus ein weiteres Schiff. 6. August 1943 britischer Dampfer Fort Halkett (7.133 BRT) mit Torpedo versenkt