Die Gabriel-Colman-Umlagerung ist eine Namensreaktion aus der organischen Chemie. Die Umlagerungsreaktion wurde 1900 von Siegmund Gabriel und James Colman entdeckt und nach diesen benannt.Gabriel, S.; Colman, J.: Über die Einwirkung von Natriumalkylaten auf Phthalylglycinester und dessen Homologe Chem. Ber. 1900, 33, S. 980–995, DOI:10.1002/cber.190003301172.Gabriel, S.; Colman, J.: Über eine Umlagerung der Phtalimidoketone Chem. Ber. 1900, 33, S. 2630–2634, DOI:10.1002/cber.190003302209. 450px|zentriert|Übersicht der Gabriel-Colman-Umlagerung
Bei der Gabriel-Colman-Umlagerung wird ein Ester des Phthalimids oder Saccharins mithilfe eines Alkoholats zu einem substituierten Isochinolin umgelagert. Bei der Funktionellen Gruppe X kann es sich dementsprechend entweder um eine Carbonyl- oder Sulfonylgruppe handeln.
Reaktionsmechanismus Erster Reaktionsschritt ist die nukleophile Addition einer starken Base (z. B. ein Methanolat) an einem der Carbonylkohlenstoffatome des Phthalsäure-Derivats 1. Durch Ringöffnung entsteht das Anion 2, welches schnell zum Carbanion 3 umlagert. Voraussetzung hierfür ist ein enolisierbarer Wasserstoff am angrenzenden Kohlenstoffatom. Durch Cyclisierung des Carbanions und anschließende Eliminierung des Methanolats entsteht das Produkt 4. Jie Jack Li: Name reactions, a collection of detailed reaction mechanism. 5. Edition. Springer 2014, S. 275, ISBN 978-3-319-03979-4.Hill, J. H. M.: Mechanism of the Gabriel-Colman Rearrangement J. Org. Chem. 1965, 30, S. 620–622, DOI:10.1021/jo01013a078 . 650px|zentriert|Mechanismus der Gabriel-Colman-Umlagerung
Beim dargestellten Isochinolin-Derivat 4 liegen Tautomere vor: 400px|zentriert|Tautomere des Produktes der Gabriel-Colman-Umlagerung
Einzelnachweise
Kategorie:Namensreaktion Kategorie:Umlagerung Kategorie:Kohlenstoff-Kohlenstoff-bindungsknüpfende Reaktion