mini|Hafeneinfahrt mini|Fährhafen mini|hochkant|Standbild Magnus Stenbocks vor dem Helsingborger Rathaus Helsingborg (historisch Hälsingborg; hochdeutsch veraltet Helsingburg) ist eine Stadt im südschwedischen Schonen in der Provinz Skåne län. Sie hat 104.250 Einwohner (Stand 31. Dezember 2015). Damit ist sie die achtgrößte Stadt Schwedens und nach Malmö die zweitgrößte Stadt Schonens. Helsingborg ist der Hauptort der gleichnamigen Gemeinde. Die Stadt ist ein bedeutender Industriestandort und hat den zweitgrößten Hafen des Landes.

Geographie und Geologie mini|Die landborgen im Zentrum Helsingborgs Helsingborg liegt an der Westküste Schonens an der schmalsten Stelle des Öresunds, der Meerenge zwischen Schweden und der dänischen Insel Seeland, gegenüber der dänischen Stadt Helsingør. Im Norden, Osten und Süden ist die Stadt von offenem Land, das vorwiegend landwirtschaftlich genutzt wird, umgeben.

Prägend für das Stadtbild ist eine geologische Verwerfungszone, die sich leicht landeinwärts entlang des Öresundes zieht und die Stadt in einen höher- und einen tiefergelegenen Teil gliedert. Die Verwerfungskante, Teil der Tornquistzone, einer Verwerfung, die sich diagonal vom Kattegat durch Schonen bis nach Bornholm erstreckt, und die östlich angrenzende hochgelegene Ebene tragen die Bezeichnung Landborgen. Einige wenige natürliche Einschnitte in dem Hang, der im Stadtzentrum eine Höhe von 20 bis 40 Metern erreicht, verbinden die historische Altstadt mit den Stadtteilen oberhalb des Hangs. Die Altstadt liegt eingezwängt zwischen Landborgen und dem Öresund auf Meeresniveau. Über die durch die Landborgen gezogene natürliche Grenze hat sich die Innenstadt bis heute nicht landeinwärts ausgedehnt. Stattdessen wurde durch Landgewinnung im Öresund neues Bauland im Zentrum Helsingborgs geschaffen.

Im Süden Helsingborgs mündet der Fluss Råån in den Öresund.

Klima Durch die Lage Helsingborgs am Öresund herrscht in der Stadt ein kühlgemäßigtes Klima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 8,2 Grad Celsius. Die mittlere Monatstemperatur im Januar liegt bei −0,1 Grad Celsius, im Juli bei 16,8 Grad Celsius. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge beträgt 568 mm.

Namensherkunft Der Stadtname leitet sich vermutlich von hals für „Hals“, einer Bezeichnung für die schmalste Stelle des Öresunds, „ing“ für „Leute, Gefolge, Bewohner“ und borg für „Burg“ ab. Nach einer Rechtschreibreform 1906 wurde der Name 1912 in Hälsingborg geändert, um ihn den neuen Schreibregeln anzupassen. Diese Änderung wurde im Rahmen einer Gemeindereform 1971 rückgängig gemacht.

Geschichte mini|hochkant|Der ehemalige Burgturm Kärnan 2005 Helsingborg, ursprünglich eine dänische Stadt, ist eine der ältesten Städte im heutigen Schweden und war wegen seiner strategisch günstigen Lage am Öresund immer wieder umkämpft. Die Siedlung wurde um 1070 erstmals in einem Brief Adams von Bremen erwähnt; jedoch gilt heute die erste urkundliche Nennung unter der Bezeichnung Helsingaburgh durch den dänischen König Knut IV. vom 21. Mai 1085 als Geburtsstunde der Stadt.

Es wird vermutet, dass es hier zum Ende des 9. Jahrhunderts eine kleinere Befestigungsanlage zum Schutz der Überfahrt zwischen Schonen und Seeland gab. Zu den ersten größeren Bauten im Umkreis der Burg gehörten die drei Kirchen St. Clemens, St. Petri und St. Olai. Die einfache Festung wurde im 12. Jahrhundert durch ein Burgschloss aus Sandstein ersetzt, dessen dominierender Teil ein runder Turm mit etwa vier Meter dicken Wänden war. Die Stadt wuchs und immer mehr Menschen siedelten am Ufer des Öresunds im Schutze der Burg.

Im 14. Jahrhundert zählte Helsingborg zu den wichtigsten Städten Dänemarks. Die Burg gehörte mit ihrem um diese Zeit errichteten Verteidigungsturm, bezeichnet als Kärnan, zu einer der stärksten Festungen Nordeuropas. Die neuerbaute Sankt-Marien-Kirche, eine der größten Stadtkirchen Dänemarks in dieser Periode, zeugte von der Bedeutung Helsingborgs.

1329 verpfändete der dänische König Christoph II. Helsingborg  – wie ganz Schonen und Blekinge – an Graf Johann III. von Holstein-Kiel. Von ihm erkaufte 1332 Magnus von Norwegen und Schweden das Pfand.

Nach dem Erwerb des Pfands behauptete Magnus die Souveränität über Blekinge und Schonen und ließ sich als König von Schonen und Blekinge huldigen. Blekinge und Schonen, und damit Helsingborg, kamen so in eine Personalunion mit Norwegen und Schweden. Die Souveränität des Magnus wurde 1343 von Waldemar IV. Atterdag von Dänemark, nie aber vom Papst anerkannt. Waldemar nahm 1360 Schonen und Blekinge zurück.

Nach der Schlacht bei Helsingborg 1362 eroberten 1369 die Truppen der Kölner Konföderation unter dem Kommando des Lübecker Bürgermeisters Bruno von Warendorp die Festung Helsingör. Die Einnahme dieser strategischen Schlüsselposition am Sund war Voraussetzung für die Beendigung des Zweiten Waldemarkrieges zwischen der Hanse und Dänemark durch den Frieden von Stralsund 1370.

mini|links|Darstellung Helsingborgs aus dem Jahre 1589 Trotz der Einführung des Sundzolls 1429 nahm die Bedeutung Helsingborgs im 15. und 16. Jahrhundert ab, nachdem in Helsingør auf der gegenüberliegenden Seite des Sunds die modernere Festung Schloss Kronborg errichtet worden war. Im 17. und 18. Jahrhundert war das Geschick der Stadt von schweren Verwüstungen durch die dänisch-schwedischen Kriege bestimmt, die die Bevölkerung oftmals zur Flucht zwangen.

Die Stadt geriet 1658 durch den Frieden von Roskilde an die schwedische Krone. Im Schonischen Krieg zwischen 1675 und 1679 wurde Helsingborg zwei Mal von Dänemark unter Feldmarschall Gustav Wilhelm von Wedel zurückerobert. Aus diesem Grund beschloss der schwedische König Karl XI. den Abriss der Stadtmauern und des größten Teils des Schlosses. Einzig der Turm Kärnan blieb bestehen. Im Verlauf des Großen Nordischen Krieges landete 1709 ein starkes dänisches Heer unter Christian Detlev von Reventlow südlich von Helsingborg und nahm die Stadt ein. Der schwedischen Generalgouverneur von Schonen, Magnus Stenbock, besiegte am 28. Februar 1710 die dänische Armee in der Schlacht bei Helsingborg, und die Stadt wurde wieder von der schwedischen Krone regiert. 1719 wurde Helsingborg, wie ganz Schonen, Teil von Schweden.

Für die Bevölkerung der Stadt waren die vielen Kriege verheerend. Seuchen und der zu Kriegszeiten stark eingeschränkte Handel über den Öresund sorgten für eine Stagnation der Bevölkerungszahlen und der wirtschaftlichen Entwicklung. 1711 brach zudem die Pest aus, die ein Jahr später überwunden war.

mini|Stadtplan von Helsingborg um 1909 Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann sich die Stadt langsam wieder zu erholen. Vor allem viele neue Industriebetriebe und die Abschaffung des sogenannten Sundzolls für die Passage des Öresunds 1857 führten zu einem starken Bevölkerungswachstum. 1884 hatte Helsingborg 14.279 Einwohner. 1892 nahm die erste Fährverbindung nach Helsingør mit Dampfschiffen ihren Betrieb auf. Der Hafen wurde bedeutend für den Export von Getreide und anderen Gütern. Mehrere Industrielle, die oft gleichzeitig Ämter in der Gemeinde oder im schwedischen Reichstag innehatten, trieben die Entwicklung der Stadt voran.

Um die Jahrhundertwende expandierte die Stadt schnell und wuchs mit ehemals eigenständigen Ortschaften zusammen, die nun einer Stadt gehörten, die in den 1920ern bereits mehr als 50.000 Einwohner zählte und damit Schwedens fünftgrößte Stadt war. 1903 wurde im Rahmen der sogenannten „Helsingborgausstellung“ ein Straßenbahnnetz eingeweiht, das bis 1967 bestand.

Im Zweiten Weltkrieg führte zwischen 1940 und 1943 die den Deutschen von der schwedischen Regierung zugestandene Versorgungslinie (permittenttågen) der Wehrmacht zur russischen Front in Finnland und ins besetzte Norwegen durch Helsingborg. Nach der Auflösung des Vertrages und der einsetzenden Verfolgung unter anderem der jüdischen Bevölkerung in Dänemark flüchteten 1943 Nacht für Nacht hunderte Menschen über den Öresund und suchten in Helsingborg Schutz.

Stadtgliederung mini|Patrizierhäuser im Stadtteil Olympia Die Stadt Helsingborg besteht aus den 32 der 42 Gemeindebezirke (b-områden) der Gemeinde Helsingborg, die den „Innenbezirk“ (innerområde) der Gemeinde bilden. Ein Stadtbezirk ist jeweils nach einem der Stadtteile, die er umfasst, benannt. Speziell am Stadtrand zählen umgebende Industriegebiete sowie große forst- und landwirtschaftlich genutzte Flächen zu einem Stadtbezirk.

Die Charaktere der einzelnen Stadtteile sind sehr unterschiedlich. So gibt es die historische Altstadt (Gamla stan) mit einer zum Teil mehrere Jahrhunderte alten Bebauung, Massenwohnsiedlungen am Rande der Stadt wie Drottninghög, die in den 1960er und 70er Jahren im Rahmen des sogenannten Millionenprogramms, eines landesweiten Wohnungsbauprojekts der schwedischen Regierung, entstanden, städtische Villengegenden wie Olympia aus der wirtschaftlichen Hochzeit der Stadt und eher ländliche Gegenden wie in Råå.

Die Stadtbezirke Helsingborgs (Einteilung sowie Einwohnerzahl Stand 1. Januar 2006)1Norr (3600)12Centrum (3347)22Närlunda (1125)250px|Übersichtskarte zu den Helsingborger Stadtbezirken2Mariastaden (2302)13Eneborg (3816)23Eskilsminne (1835)3Ringstorp (2802)14Wilson Park (1988)24Gustavslund (2772)4Berga (1720)15Rosengården (4388)25Planteringen (2663)5Drottninghög (2708)16Husensjö (1564)26Elineberg (2115)6Dalhem (4530)17Sofieberg (1606)27Ramlösa (4593)7*Tågaborg (7113)18Adolfsberg (4319)28Miatorp (2406)8Stattena (2549)19Söder (3665)29Högasten (1034)9Fredriksdal (4202)20Högaborg (4017)30Ättekulla (3274)10Slottshöjden (3621)21Fältabacken (930)31Råå (3021)11Olympia (1843)* Stadtbezirke Tågaborg N (7a) und Tågaborg S (7b) hier zusammengefasst, da sie gemeinsam einen Stadtteil ausmachen.

Bevölkerung Entwicklung der Einwohnerzahl Bis etwa 1800 zählte Helsingborg unter 1500 Einwohner. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl sprunghaft an, was vor allem auf die zu dieser Zeit boomende Wirtschaft, sowie auf Eingemeindungen kleinerer umgebender Ortschaften zurückzuführen ist.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Helsingborg von 1570 bis 2005. Die Angaben beziehen sich vor 1862 (wahrscheinlich) auf die Stadt Helsingborg (s), von 1862 bis 1970 auf die Stadtgemeinde Helsingborg (g) und ab 1971 auf den Innenbezirk (innerområde) der Gemeinde Helsingborg (i). mini|400px|Entwicklung der Einwohnerzahlen der Stadt Helsingborg JahrEinwohnerUniversität Stockholm, Institut für Stadt- und Gemeindegeschichte: Gemeinde Helsingborg: (pdf)Bezug1570659s1610754s1650978s16901.287s17301.269s17701.321s18102.087s18504.140s189020.410g193055.889g195071.627g197082.432g199584.494i31. Dezember 200087.908i31. Dezember 200188.616i31. Dezember 200289.393i31. Dezember 200389.955i31. Dezember 200490.768i31. Dezember 200591.468i31. Dezember 201097.122i31. Dezember 2015104.250i

Bevölkerung mit ausländischem Hintergrund Der Anteil der Bevölkerung mit ausländischem Hintergrund an der Gesamtbevölkerung beträgt in Helsingborg 23,2 Prozent. Dabei sind unter „Bevölkerung mit ausländischem Hintergrund“ die Einwohner zu verstehen, die entweder im Ausland geboren sind oder deren beide Elternteile im Ausland geboren sind.

Die wichtigsten Herkunftsländer der im Ausland Geborenen, insgesamt sind es rund 150 Nationen, und die Zahl der von dort stammenden Personen zeigt für das Jahr 2006 die Tabelle. Die Zahlen beziehen sich auf die Gemeinde Helsingborg; allerdings lassen sich durchaus Rückschlüsse auf die Situation in der Stadt Helsingborg ziehen, da rund 84,5 Prozent der ausländischen Bevölkerung der Gemeinde in der Stadt leben.

HerkunftslandAnzahl PersonenJugoslawien3111Dänemark2258Bosnien und Herzegowina1474Polen1387Irak1171Libanon1016Finnland860Deutschland785Iran689Vietnam510Rumänien434Ungarn387Norwegen385Türkei309Übrige5494

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