Anauon – im Lateinischen Anabum; () – ist ein Ortsname, der in der Geographia des Claudius PtolemaiosPtolemaios, Geographia 2,11,15 als einer der im Osten der südlichen Germania magna und entlang der Donau liegenden Orte (πόλεις) mit 41° 55′ bzw. 41° 40′ Länge (ptolemäische Längengrade) und 47° 30′ Breite angegeben wird. Anauon folgt damit nach Ptolemaios als letzter Ort an der Donau im Osten nach Singone. Wegen des Alters der Quelle kann eine Existenz des Ortes um 150 nach Christus angenommen werden.

Bislang konnte der Ort nicht sicher lokalisiert werden. Ein interdisziplinäres Forscherteam um Andreas Kleineberg, das die Angaben von Ptolemaios neu untersuchte, lokalisiert zurzeit Anauon anhand der transformierten antiken Koordinaten beim heutigen Komárno (Komorn) im Nitriansky kraj (Neutraer Landschaftsverband) in der Südslowakei. Die Stadt liegt direkt an der Mündung der Waag in die Donau.Andreas Kleineberg, Christian Marx, Eberhard Knobloch, Dieter Lelgemann: Germania und die Insel Thule. Die Entschlüsselung von Ptolemaios’ „Atlas der Oikumene“. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011, ISBN 978-3-534-24525-3, S. 60.

Anmerkungen

Literatur

Corinna Scheungraber, Friedrich E. Grünzweig: Die altgermanischen Toponyme sowie ungermanische Toponyme Germaniens. Ein Handbuch zu ihrer Etymologie unter Benutzung einer Bibliographie von Robert Nedoma. Herausgegeben von Hermann Reichert (= Philologica Germanica 34). Fassbaender, Wien 2014, ISBN 978-3-902575-62-3, S. 61–64.

Weblinks Edition der Geographike Hyphegesis mit Übersetzung und Karte der Germania magna, abgerufen am 16. November 2016 Google Earth in der Antike. In: Der Spiegel. 39/2010, abgerufen am 16. November 2016

Kategorie:Siedlungsname (Germania magna)