Der Main ist mit 527 Kilometern Fließstrecke der längste rechte Nebenfluss des Rheins.
Die Quellflüsse des Mains entspringen im Fichtelgebirge (Weißer Main) und in der Fränkischen Alb (Roter Main). Am westlichen Rand der Stadt Kulmbach im Stadtteil Melkendorf nahe dem Schloss Steinenhausen vereinigen sich die beiden Quellflüsse zum eigentlichen Main. Der Flusslauf hält trotz vieler markanter Richtungswechsel seine – in Mitteleuropa seltene – Hauptfließrichtung von Ost nach West bei und berührt dabei mehrere fränkische Mittelgebirge. Am Main liegen große Teile des fränkischen Weinbaugebiets und zahlreiche, teils gut erhaltene historische Stadtkerne. Große Ballungsräume durchfließt der Main um Würzburg und Frankfurt. Gegenüber der Mainzer Altstadt – zwischen Ginsheim-Gustavsburg und der Maaraue in Mainz-Kostheim – mündet er in den Rhein. Von dort (Kilometer 0) flussaufwärts bis oberhalb der Eisenbahnbrücke bei Hallstadt (Kilometer 387,69) ist der Main (Ma) Bundeswasserstraße., Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
Der Main ist nicht ausnehmend lang, aber gleichwohl ein historisch und geografisch bedeutender Fluss. In der Spätantike bildete sein Unterlauf zwischen Miltenberg und Großkrotzenburg ein kurzes Stück der Außengrenze der Provinz Obergermanien des Römischen Reichs. Die Mainlinie trennte im 19. Jahrhundert die Einflusssphären der beiden deutschen Großmächte Österreich und Preußen innerhalb des Deutschen Bundes mit seinem Sitz in Frankfurt unmittelbar am Main. Der tatsächlich über weite Strecken innerhalb Oberdeutschlands verlaufende Main ist zwar weder eine Dialekt-, noch eine Kulturgrenze, doch gliedert nach häufigem Verständnis die Mainlinie Deutschland in einen nördlichen und südlichen Teil. Das Rhein-Main-Gebiet ist verkehrsgeographisch die Mitte Deutschlands und Europas.
Daten Für den Main werden verschiedene Längen genannt. Die Ursache ist, dass dem Fluss jeweils andere Ursprünge und damit Oberläufe zugerechnet werden. Zusammen mit dem längeren Quellfluss, dem Roten Main, ergibt sich eine Fließlänge von 527 km, zusammen mit dem wasserreicheren, aber kürzeren Quellfluss Weißer Main eine von 518 km. Der Main hat ab der Vereinigung dieser beiden Oberläufe eine Länge von 472 km. Rund 81 km unterhalb der Vereinigung mündet die Regnitz ein, die dort deutlich mehr Wasser führt als der Main. Betrachtet man den Gewässerweg aus dem Lauf der Regnitz mitsamt deren Hauptoberlauf Rednitz und wiederum deren eigenem Hauptoberlauf Fränkische Rezat als Quellfluss, so ergibt sich eine Gesamtlänge von 573 km . Die Länge des Gewässerwegs über Regnitz, Pegnitz und Fichtenohe, die in unmittelbarer Nähe der Quelle des Roten Mains entspringt, beträgt sogar 576 km. Der Hauptstrang ist also länger als die Mosel (544 km).
mini|links|Einzugsgebiet des Mains Das Einzugsgebiet des Mains und seiner Nebenflüsse umfasst 27.292 km² und erstreckt sich über den größten Teil Frankens, den nordöstlichsten Teil Baden-Württembergs und den Norden Südhessens. Es grenzt im Süden an das Einzugsgebiet der Donau (wenige hundert Meter südlich der Weißmainquelle liegt die Quelle der Fichtelnaab, die über Naab und Donau ins Schwarze Meer abfließt); die Grenze zwischen beiden ist Teil der Europäischen Hauptwasserscheide.
Der Main ist mit einem mittleren Abfluss von 211 m³ pro Sekunde an der Mündung in den Rhein nach Aare (560 m³/s), Maas (357 m³/s) und Mosel (315 m³/s) der viertgrößte Nebenfluss des Rheins.
Die 388 km lange schiffbare Strecke reicht von der Mündung in den Rhein flussaufwärts bis kurz vor Bamberg. Sie ist seit 1992 über den 171 km langen Main-Donau-Kanal mit der Donau verbunden.
Der Main verläuft durch die Bundesländer Bayern und Hessen. Baden-Württemberg hat im Bereich der Städte Freudenberg und Wertheim auf rund 25 km Länge Anteil am linken Ufer. Der Main bildet in dem Bereich die Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg.
Siehe auch: Liste von Städten und Orten am Main
Name Der Name Main ist keltischen Ursprungs; die Kelten nannten den Fluss (rekonstruiert) *Moinos (oder *Moginos). Als die Römer zu Beginn des 1. Jahrhunderts n. Chr. in das Gebiet kamen, latinisierten sie den Namen zu Moenus. Den ältesten Beleg (als Moenis) lieferte Pomponius Mela (kurz nach 43/44 n. Chr.).3,30: De Chorographia 3,30 amnium in alias gentes exeuntium Danuvius et Rhodanus, in Rhenum Moenis et Lupia, in oceanum Amissis, Visurgis et Albis clarissimi. Unter den Flüssen sind am bedeutendsten: Von denen, die zu anderen Völkern fließen: Donau und Rhone, in den Rhein: Main und Lippe, in den Ozean: Ems, Weser und Elbe Spätere Erwähnungen finden sich z. B. bei Plinius (Naturalis historia) oder Tacitus (Germania). Flüsse ähnlichen Namens gibt es in Irland (Maoin) und England (Meon, lateinisch Maionus).
Für den Ursprung des Namens werden mehrere Erklärungen erwogen. Einige Autoren führen ihn auf ein indogermanisches Wort mei mit der Bedeutung Wasser zurück (vgl. lettisch maina oder litauisch maiva ‚Sumpf‘), andere auf eine Mauer oder einen Zaun (vgl. lat. moenia ‚Ringmauer‘).
Im Mittelalter wurde der Fluss zumeist als Moyn oder Moyne überliefert, der Name Meyn erschien erstmals im 14. Jahrhundert.
In den am Main (vom 17. bis 19. Jahrhundert auch „Main-Fluß“ genannt) gesprochenen Mundarten führt der Fluss folgende Namen: Maa in Oberfranken, Mee im östlichen Unterfranken, Moa Wertheimer Gegend, Miltenberger Gegend, Raum Aschaffenburg (Landkreis) Mää Stadt Aschaffenburg, Main-Spessart Maa (lokal teils nasalisiert, teils verdumpft), Raum Seligenstadt, Raum Frankfurt
Geographie Flusslauf Der Main fließt von Ost nach West durch Oberfranken, Unterfranken, das nördliche Baden-Württemberg sowie Südhessen und durchquert dabei die Städte Bayreuth (am Roten Main), Kulmbach (am Weißen Main), Lichtenfels, Haßfurt, Schweinfurt, Kitzingen, Ochsenfurt, Würzburg, Gemünden, Lohr, Wertheim, Miltenberg, Aschaffenburg, Hanau, Offenbach und Frankfurt, dann mündet er an der Mainspitze gegenüber von Mainz in den Rhein.
Während der Main vor allem im unterfränkischen Abschnitt durch siedlungsarmes Gebiet fließt, ist die Untermainebene von Aschaffenburg bis zur Mündung von den großen Siedlungsflächen und vielen Verkehrswegen der Rhein-Main-Region bestimmt.
Quellflüsse Der Main hat zwei Quellflüsse, den Weißen und den Roten Main. mini|Weißmainquelle mini|Rotmainquelle
Weißer Main
Der 52 km lange Weiße Main ist der rechte und nördliche Quellfluss des Mains. Er entspringt im Fichtelgebirge – 20 km Luftlinie nordöstlich von Bayreuth, nordwestlich von Fichtelberg. Seine in Granit gefasste Quelle liegt auf am Osthang des 1024 m hohen Ochsenkopfs. Der Weiße Main durchfließt zunächst das 679 m hoch gelegene Bischofsgrün, dann das Heilbad Berneck, das durch sein Zisterzienserinnenkloster bekannte Himmelkron und schließlich nördlich der Plassenburg die Bierstadt Kulmbach. Hier verläuft er in einer bereits in den 1930er Jahren zum Schutz vor Hochwasser angelegten Flutmulde.
Der Weiße Main verdankt seinen Namen dem hellen Granitgestein seines Quellgebiets, das sein Wasser weißlich erscheinen lässt.
Roter Main
Der 72 km lange Rote Main ist der linke und südliche Quellfluss des Mains. Er entspringt in der Fränkischen Alb – 10 km südlich von Bayreuth, 5 km westlich von Creußen. Seine ungefasste Quelle (hölzernes Rohr) liegt im Lindenhardter Forst knapp 2 km nordwestlich von Hörlasreuth. Der Fluss führt Sediment aus dem lehmigen Grund seines Einzugsgebiets mit, was ihm eine rötliche Farbe gibt und seinen Namen bestimmte.
Hörlasreuth ist das erste Dorf, das der Rote Main berührt, das Städtchen Creußen der erste größere Ort. Der Rote Main fließt weiter in nördlicher Richtung bis Bayreuth und dann in zahlreichen Mäandern nordwestwärts durch ein weites Tal.
Die beiden Quellflüsse vereinigen sich am westlichen Stadtrand von Kulmbach bei Schloss Steinenhausen. An dieser Stelle beginnt der als Main bezeichnete Flussabschnitt (). Hier endet die flussaufwärts laufende Zählung der Flusskilometer.
Der Obermain mini|Basilika Vierzehnheiligen hoch über dem Maintal mini|Mainaue bei Oberau mini|links|Zufluss der Regnitz mini|Bad Staffelstein und das Maintal, Blick vom Staffelberg
Das Gebiet von den Quellflüssen Weißer Main und Roter Main bis Bamberg wird als Obermainland bezeichnet. Ab dem Zusammenfluss der beiden Quellflüsse in Kulmbach am Schloss Steinenhausen fließt der Obermain westwärts durch ein weites Tal am Nordrand der Fränkischen Alb. Zwischen den zwei Mittelstädten Bayreuth und Kulmbach an seinen Quellflüssen berührt er zwei Kleinstädte mit gut erhaltenem historischem Stadtbild: das aus einer karolingischen Burg hervorgegangene Burgkunstadt und Lichtenfels (Rathaus 1740 von Heinrich Dientzenhofer, Stadtschloss, Pfarrkirche, Tortürme).
In Burgkunstadt mündet als linker Nebenfluss die Weismain, nicht zu verwechseln mit dem Weißen Main, der auch Weißmain genannt wird.
Zwischen Lichtenfels und der Kleinstadt Bad Staffelstein durchfließt der Main einen kulturell reichen, weiten Talraum. Hier steht auf einer Anhöhe über dem linken Ufer eines der bedeutendsten Bauwerke des deutschen Barocks, die nach Plänen von Balthasar Neumann erbaute Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen. (Flussabwärts gibt es weitere Bauwerke Neumanns, besonders in und um Würzburg.) Das gegenüberliegende Ufer wird überragt von den Barockbauten des im 11. Jahrhundert gegründeten Benediktinerklosters Banz.
Oberhalb von Bad Staffelstein mit historischem Stadtbild und großem Fachwerkrathaus aus dem 17. Jahrhundert liegt der 540 m hohe Staffelberg, dessen felsiges Gipfelplateau seit der Steinzeit besiedelt war. Dort befand sich im 2./1. Jahrhundert v. Chr. das keltische Oppidum auf dem Staffelberg.
In von nun an südlicher Richtung durchzieht der Main in zahlreichen Flussschlingen eine Auenlandschaft, nimmt bei Breitengüßbach von rechts die Itz auf und erreicht nach einigen Kilometern die nordwestliche Stadtgrenze von Bamberg. Dort strömt ihm als weitaus größter Nebenfluss die Regnitz zu, deren nordwestliche Fließrichtung der Main nun aufnimmt.
Bis Bamberg ist der Obermain ein beliebter Fluss zum Kanuwandern. Aus diesem Grund wurde 1934 am Wehr in Hausen das weltweit erste Faltboot-Hebewerk gebaut.Schiffshebewerke in Deutschland, Eckhard Schinkel (Herausgeber), LWL-Industriemuseum Band 28
Nach der Gründung des Bistums Bamberg 1007 war der Main zwischen Hallstadt und Michelau rund 800 Jahre Grenze zum Bistum Würzburg.
In Bamberg beginnt der 1992 fertiggestellte Main-Donau-Kanal, über den seit 1972 die Industrieregion um Nürnberg an das deutsche Binnenschifffahrtsnetz angeschlossen ist. Seine Kilometerzählung beginnt an der Mündung der Regnitz in den Main (Main-km 384,07) bei Bischberg. Etwa 2 km oberhalb der Regnitzmündung liegt am Nordufer der 1962 eröffnete Hafen Bambergs. Bereits 1846 war der Ludwig-Donau-Main-Kanal zwischen Bamberg am Main und Kelheim an der Donau eröffnet worden. Der im Zweiten Weltkrieg beschädigte Kanal wurde 1950 aufgegeben.
Unterhalb von Bamberg fließt der nun schiffbare Main rund 50 km weit relativ geradlinig in westliche Richtung bis nach Schweinfurt. Er trennt rechts die Haßberge vom Steigerwald links. Auch dort liegen Kleinstädte mit gut erhaltenen historischen Kernen wie die Burgstadt Eltmann, Zeil mit seinem Fachwerk-Marktplatz oder Haßfurt mit der gotischen Ritterkapelle und dem Mariaburghausen am Ufer. In Limbach und Zeil gibt es bekannte Wallfahrtskirchen. Kurz vor Schweinfurt erhebt sich über Weinbergen das mächtige Schloss Mainberg. In Schweinfurt erreicht der Main das Maindreieck, der erste – vor dem Mainviereck – von zwei in der Landschaft auffälligen, geometrischen Verlaufsabschnitten des Flusses in Unterfranken.
Maindreieck mini|Das Maindreieck, rechts mit Volkacher Mainschleife
Die beiden Schenkel des Maindreiecks spannt der Main zwischen den Städten Schweinfurt und Marktbreit sowie dem nahen Ochsenfurt und Gemünden auf, sie bilden auf der Landkarte ein nach Norden offenes abgestumpftes Dreieck.