Ilse Glaninger-Balzar (auch Ilse Glaninger-Halhuber; * 2. Mai 1919 in Innsbruck als Ilse Halhuber; † 4. November 1998 ebenda) war eine österreichische Bildhauerin.

Leben Ilse Glaninger-Balzar wurde als zweites Kind des Ingenieurs Max Halhuber und seiner Frau Anna, geb. Larcher, in Innsbruck geboren. Ihr älterer Bruder war der Kardiologe Max-Joseph Halhuber. Ilse Halhuber besuchte die Staatsgewerbeschule in Innsbruck, wo Hans Pontiller ihr Lehrer war. Im Zweiten Weltkrieg war sie als Rot-Kreuz-Helferin und Lazarettschwester tätig. 1943/44 studierte sie an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Josef Müllner. 1947/48 hielt sie sich mit einem Stipendium des Französischen Kulturinstituts in Paris auf, wo sie von Ossip Zadkine und Germaine Richier beeinflusst wurde. Anschließend ließ sie sich als freischaffende Künstlerin in Innsbruck nieder. Ab 1948 erhielt sie erste öffentliche Aufträge, unter anderem im Rahmen des Kunst-am-Bau-Programms des Landes TirolIngeborg Erhart und Cornelia Reinisch-Hofmann: Kunst im öffentlichen Raum in Tirol 2009–2013. In: Tiroler und Südtiroler Kulturabteilungen (Hrsg.): Kunst im öffentlichen Raum. Kulturberichte 2013/2014 aus Tirol und Südtirol. Bozen/Innsbruck 2014, S. 143 (PDF; 9 MB), hauptsächlich aber für Tiroler Kirchen. 1951 übernahm sie die plastischen Arbeiten am Film Blaubart.

1945 war sie Mitbegründerin der Tiroler Künstlerschaft, in der sie von 1946 bis 1952 Vertreterin der Bildhauer im Vorstand und ab 1974 Doyenne war. 1952 war sie in einer Gießerei in Rendsburg (Schleswig-Holstein) tätig.

Ihr erster Mann, Walter Glaninger, den sie 1943 heiratete, fiel noch im selben Jahr an der Front. Das gemeinsame Kind starb bei der Geburt. 1962 heiratete sie den Ingenieur Ladislaus Balzar.

Zu Ilse Glaninger-Balzars Werken zählen Statuen und Reliefs, vorwiegend in Terrakotta oder Bronze. Neben religiösen Motiven schuf sie auch Porträtbüsten von Bekannten wie Raimund Berger oder Max Mell. Ihre Skulpturen folgen der ausgewogenen Formsprache Pontillers, sind aber mit expressiven Akzentuierungen bereichert. Geschlossene Formen werden zeichenhaft-filigran aufgebrochen und stellen eine Synthese zwischen Tradition und expressiver Modernität dar.

Auszeichnungen Berufstitel Professor, 1975 Ehrenzeichen für Kunst und Kultur der Stadt Innsbruck, 1980Stadt Innsbruck: Ehrenzeichen für Kunst und Kultur (PDF; 306 kB)

Werke mini|hochkant|Linkes Portal Maria als Trösterin der Betrübten, Neue Pfarrkirche Wattens Stuckreliefs, Stadtsaal Hall in Tirol, 1948 Terrakottarelief Zwölf Apostel, Pfarrkirche Scharnitz, 1954 Bronze-Hochrelief Pietà, Landwirtschaftliche Landeslehranstalt Imst, 1955 Terrakottastatue hl. Leonhard, Leonhardskapelle, Schloss Naudersberg, 1956 Kreuzwegstationen, Amboschranken, Bronzeportale, Neue Pfarrkirche Wattens, 1957–1959Pfarre Wattens: Marienkirche – Neue Pfarrkirche Schutzmantelmadonna (Kriegerdenkmal), Pfarr- und Wallfahrtskirche Seefeld in Tirol, 1959 Porträtbüste Ferdinand Raimunds, Foyer des Burgtheaters, Wien, 1963 Ausgestaltung und Adaptierung der Taufkapelle, Bronzetür, Glasgemälde, Pfarrkirche Wörgl, 1963 Rossbrunnen, Innsbruck-Wilten, 1971 Volksaltar, Ambo, Leuchter, Antependium und Priesterbank, Pfarrkirche Silz, 1972–1974 Skulpturen Auferstandener, Pfingstwunder, Familienaltar, Taufaltar, Pfarrkirche Hl. Familie, Wilten-West, 1968–1976 Bronzeskulptur Auferstandener, Auferstehungskirche, Telfs, 1977–1979 Volksaltar, Osterleuchter, Pfarrkirche Sölden, 1979

Literatur

Felix Braun: Die Bildhauerin Ilse Glaninger-Halhuber. In: Alte und Moderne Kunst, Heft 60 und 61 (1962), S. 45–47 (Digitalisat) Inge Praxmarer: „Als ob sie uns Ruhm der Überlegenheit nehmen wollten.“ Bildende Künstlerinnen in Tirol. In: Amt der Tiroler Landesregierung (Hg.): Panoptica. frauen.kultur.tirol. Innsbruck 2013, S. 49–50 (PDF; 16 MB)

Weblinks

Einzelnachweise

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