Der Hochsauerlandkreis ist ein Kreis im Südosten von Nordrhein-Westfalen im Sauerland und bezogen auf die Fläche der größte des Landes. Kreisstadt und Verwaltungssitz ist die Stadt Meschede, die vor Gründung des Hochsauerlandkreises schon Kreisstadt des Kreises Meschede war.

Geografie Lage Der Kreis wird von der Ruhr und Lenne durchflossen, die beide bei Winterberg entspringen.

Die höchste Erhebung des Hochsauerlandkreises und gleichzeitig die höchste Erhebung des Landes Nordrhein-Westfalen ist der Langenberg mit , der niedrigste Punkt im Kreis liegt an der Ruhr in Arnsberg-Voßwinkel bei Haus Füchten mit .

Nachbarkreise Der Hochsauerlandkreis grenzt im Uhrzeigersinn, im Nordwesten beginnend, an die Kreise Soest, Paderborn und Höxter (alle in Nordrhein-Westfalen), an den Landkreis Waldeck-Frankenberg (in Hessen) sowie an die Kreise Siegen-Wittgenstein, Olpe und Märkischer Kreis (alle wiederum in Nordrhein-Westfalen).

Geschichte Die Geschichte des Gebietes des heutigen Kreises vor der kommunalen Neugliederung ist eingebettet in die Geschichte des Sauerlandes, der Grafschaft Arnsberg, des Herzogtums Westfalen sowie des Wittgensteiner Landes.

Der Hochsauerlandkreis wurde in seiner heutigen Form am 1. Januar 1975 auf der Grundlage des Sauerland/Paderborn-Gesetzes gebildet. Vorher war dieser Bereich in die Kreise Arnsberg, Meschede und Brilon unterteilt. Bei der Neugliederung gab der Altkreis Arnsberg Warstein an den Kreis Soest und Balve sowie Asbeck an den Märkischen Kreis ab. Das Amt Serkenrode wurde bereits im Jahr 1969 vom Altkreis Meschede an den Kreis Olpe abgegeben.

An den neugebildeten Hochsauerlandkreis fielen vom Kreis Wittgenstein die Höhendörfer Neuastenberg („das große Dorf“), Mollseifen, Langewiese sowie die Siedlung Hoheleye, welche alle drei an die Stadt Winterberg abgegeben wurden. Der Altkreis Büren gab die Ortschaften Essentho, Meerhof, Oesdorf und Westheim an die Stadt Marsberg ab.

Einwohnerentwicklung mini|400px|right|Bevölkerungspyramide für den Hochsauerlandkreis (Datenquelle: Zensus 2011Datenbank Zensus 2011, Hochsauerlandkreis, Alter + Geschlecht)

Jahr EinwohnerLandesdatenbank Nordrhein-Westfalen 1975 269.748 1980 267.979 1985 260.684 1990 268.627 1995 283.857 2000 281.830 2005 277.219 2010 267.601 2015 263.762 2020 259.030 2022 261.647

Laut Prognose des IT.NRW, aus dem Jahre 2015, geht der Rückgang der Bevölkerung unvermindert weiter. So sagt die Prognose zwischen 2014 und 2040 einen weiteren Bevölkerungsverlust von 16 % voraus.

Für den gleichen Zeitraum prognostiziert das IT.NRW jedoch auch aufgrund des demographischen Wandels (Altenquote) einen deutlicheren Rückgang der Erwerbspersonen um 27,4 Prozent (von 136.400 auf 99.700, mithin −36.700).

Die Religionszugehörigkeit ist im Wandel und verändert sich rasant. Die Anzahl der Protestanten und vor allem die der Katholiken ist weniger geworden zwischen 2011 und 2022. Politik

Kreistag Die Sitzverteilung im Kreistag nach Fraktionen und Gruppen ist seit der Kommunalwahl 2025 wie folgt:

Die Wahlbeteiligung lag bei 61,5 %.

Kreistagswahlen von 1975 bis 2025

Jahr CDU SPD GRÜNE FDP DIE LINKE. Bürger-liste PIRATEN FW AfD 1975 61,9 % 32,7 % 4,4 % 1979 60,7 % 34,1 % 5,2 % 1984 56,4 % 32,4 % 7,3 % 4,0 % 1989 50,8 % 36,0 % 6,2 % 5,5 % 1,5 % 1994 53,5 % 35,6 % 7,0 % 3,9 % 1999 61,7 % 29,5 % 4,2 % 4,6 % 2004 59,7 % 26,1 % 6,6 % 7,6 % 2009 52,7 % 25,3 % 6,7 % 9,9 % 3,1 % 2,3 % – – – 2014 52,3 % 27,3 % 6,8 % 5,1 % 3,2 % 3,0 % 2,2 % – –202048,3 %21,2 %13,6 %6,1 %2,0 %3,0 % –2,1 %3,7 %202546,6 %22,3 %7,3 %3,9 %3,2 %2,9 %1,8 %12,1 %

Anmerkung: Die Bürgerliste 1989 war eine Bürgerliste in der Stadt Hallenberg Die Bürgerliste 2009 entstand im Jahre 2006 bei einer Abspaltung von zwei Kreistagsmitgliedern aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Es gründete sich die Wählervereinigung Sauerländer Bürgerliste (SBL). Zur Kommunalwahl 2020 sind FW und SBL nicht mehr als gemeinsame Liste zur Wahl angetreten.

Quelle: Handbuch des Kreistages für die 8. Wahlperiode, Stand 04/09, Seite 191 Ergebnisse Kreistagswahl 2014

Landräte 1975–1991: Rolf Füllgräbe (CDU) 1991–2005: Franz-Josef Leikop (CDU) (ab 1. Mai 1995 hauptamtlich) 2005–2025: Karl Schneider (CDU) seit 2025: Thomas Grosche (CDU)

Oberkreisdirektoren 1975–1987: Adalbert Müllmann 1987–1995: Egon Mühr

Parlamentarische Vertretungen Der Hochsauerlandkreis wird im Bundestag und im Landtag NRW vertreten durch: Bundestagsabgeordneter Direktmandat 2025: Friedrich Merz (CDU) Bundestagsabgeordneter Landesliste 2025: Dirk Wiese (SPD) Bundestagsabgeordneter Landesliste 2025: Sandra Stein (Grüne) Bundestagsabgeordneter Landesliste 2025: Otto Strauß (AfD) Landtagsabgeordneter: Klaus Kaiser (CDU) Landtagsabgeordneter: Matthias Kerkhoff (CDU)

Wappen, Flagge und Banner

Der Hochsauerlandkreis führt ein Wappen sowie eine Hissflagge und ein Banner.

Ehrenring des Hochsauerlandkreises Seit 1975 wurde folgenden Personen der Ehrenring des Hochsauerlandkreises verliehen: Rolf Füllgräbe (* 8. April 1929, † 23. November 2008), ehemaliger Landrat des Hochsauerlandkreises Konrad Heutger (†), ehemaliger SPD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag des Hochsauerlandkreises Egon Mühr (* 15. Dezember 1933, † 11. Januar 2008), ehemaliger Oberkreisdirektor des Hochsauerlandkreises Willi Gerlach (†), ehemaliger stellvertretender Landrat des Hochsauerlandkreises Ewald Franzmann (* 26. Juni 1929, † 27. Januar 2010), ehemaliger CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag des Hochsauerlandkreises Franz-Josef Leikop, ehemaliger Landrat des Hochsauerlandkreises

Kreisgliederung mini|Kreishaus in Meschede (2009)

Der Hochsauerlandkreis setzt sich aus zwölf Gemeinden zusammen. Zehn führen den Titel „Stadt“. Von diesen zehn sind die vier Städte Brilon, Meschede, Schmallenberg und Sundern (Sauerland) mittlere kreisangehörige Städte, da ihre Einwohnerzahlen jeweils zwischen 25.000 und 60.000 liegen. Die Stadt Arnsberg ist große kreisangehörige Stadt, da ihre Einwohnerzahl über 60.000 liegt.

Die folgende Liste zählt die zwölf Städte und Gemeinden des Hochsauerlandkreises alphabetisch mit amtlichen Namen und – in Klammern – den Einwohnerzahlen vom auf.

Name Einwohner Fläche Einw./km² Status AGS Arnsberg  km² große kreisangehörige Stadt 05 958 004 Bestwig  km² kreisangehörige Gemeinde 05 958 008 Brilon  km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 958 012 Eslohe (Sauerland)  km² kreisangehörige Gemeinde 05 958 016 Hallenberg  km² kreisangehörige Stadt 05 958 020 Marsberg  km² kreisangehörige Stadt 05 958 024 Medebach  km² kreisangehörige Stadt 05 958 028 Meschede  km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 958 032 Olsberg  km² kreisangehörige Stadt 05 958 036 Schmallenberg  km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 958 040 Sundern (Sauerland)  km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 958 044 Winterberg  km² kreisangehörige Stadt 05 958 048    km² Hochsauerlandkreis 05 958 (Einwohnerzahlen vom )

Natur und Umwelt Die im Hochsauerlandkreis vorhandene Natur weist eine große Vielfalt auf. Dabei finden sich viele schutzwürdige Gebiete mit seltenen Pflanzen und Tieren. Viele Arten weisen hier einen Verbreitungsschwerpunkt in Nordrhein-Westfalen auf. Zu diesen Arten gehören z. B. der Schwarzstorch, der Uhu, der Raubwürger und das Braunkehlchen. Dies führte zur Ausweisung einer Vielzahl von unterschiedlich großen Schutzgebieten.

Es gibt im Hochsauerlandkreis insgesamt 177 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von ca. 7.800 ha. Ferner sind 55 FFH-Gebiete mit einer Fläche von ca. 30.000 ha durch das Land NRW an die Europäische Union gemeldet worden, wobei die meisten größeren Naturschutzgebiete auch Bestandteil von meist noch größeren FFH-Gebieten sind. Zwei Vogelschutzgebiete liegen ganz und zwei weitere zum Teil im Hochsauerlandkreis, darunter das Europäische Vogelschutzgebiet Medebacher Bucht. Auch bei den Vogelschutzgebieten gibt es Überschneidungen mit Naturschutzgebieten und FFH-Gebieten. Weitere schutzwürdige Biotope sind z. B. als Naturdenkmale ausgewiesen.

Der Hochsauerlandkreis ist einer von sehr wenigen Kreisen in NRW, die für das ganze Kreisgebiet Landschaftspläne aufgestellt haben. Inzwischen befinden sich die Landschaftspläne Sundern und Arnsberg bereits wieder in einer Überarbeitung.

Wirtschaft Land- und Forstwirtschaft Seit dem systematischen Anbaubeginn von Weihnachtsbäumen in den 1980er Jahren hat sich das Sauerland mit 18.000 ha Weihnachtsbaumkulturen zum größten Anbaugebiet in Europa entwickelt. 1990 betrug die Anbaufläche noch 3.000 ha. Zuletzt kamen nach dem Orkan Kyrill 2007 3.000 ha Anbaufläche dazu. Der größte Teil dieser Flächen befindet sich im Hochsauerland.Thomas Fartmann, Steffen Kämpfer, Franz Löffler: Weihnchtsbaumkulturen im Hochsauerland. In: Der Falke, 12/2017, S. 20–23.

Sonstige Wirtschaft Die Wirtschaft im Kreis ist stark mittelständisch geprägt. Die Zahl der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe ist mit 44 % deutlich höher als im Landesdurchschnitt. Inzwischen ist der Dienstleistungssektor mit 55 % der größte Wirtschaftsbereich. War die Arbeitslosenquote in den 1980er Jahren noch eine der höchsten in NRW, ist sie heute mit 6 % eine der niedrigsten.Porträt des Kreises

Die Industrie- und Handelskammer Arnsberg, Hellweg-Sauerland und die Handwerkskammer Südwestfalen haben ihren Sitz in Arnsberg. Zum Kammerbezirk gehören neben dem Hochsauerlandkreis, der Märkische Kreis, der Kreis Olpe und der Kreis Siegen-Wittgenstein.

Mehrere Hidden Champions haben ihren Sitz im Hochsauerlandkreis. Dazu gehörten unter anderem die Firmen Burgbad, KettenWulf, Oventrop, Ritzenhoff, Tital, Trilux, Umarex und Wepa. Die Schwerpunkte der ansässigen Firmen liegen im Maschinenbau, im Automotive-Sektor, in der Lichttechnik, im Textilbereich beziehungsweise bei den Werkstofftechnologien. Zu den bekannteren, beziehungsweise größeren Firmen im Hochsauerlandkreis gehören außerdem Borbet, Brökelmann, Jäger und Busse, Centrotec, Falke, Honsel, Hoppecke, Interprint, Olsberger Hütte, Severin und Veltins. Des Weiteren befindet sich in Arnsberg ein Zentrum der Leuchtenindustrie und in Schmallenberg ein Zentrum der Sauerländer Textilindustrie.

Der Hochsauerlandkreis richtete mit den Kreisen Olpe, Siegen-Wittgenstein, Soest und dem Märkischen Kreis die Regionale 2013 aus.

Medien Die wichtigsten Tageszeitungen im Hochsauerlandkreis sind die Westfalenpost und die Westfälische Rundschau. Die Zeitungen, die beide zur Funke Mediengruppe gehören, unterhalten in den meisten Gemeinden ein Redaktionsbüro oder eine Geschäftsstelle. Darüber hinaus erscheint kostenlos, in vielen Gemeinden, mittwochs und sonntags der Sauerlandkurier und in mehreren Gemeinden im östlichen Kreisgebiet mittwochs der Briloner Anzeiger sowie samstags der Diemelbote in Marsberg und Umgebung. Ebenfalls mittwochs erscheint in Arnsberg und Sundern der Wochenanzeiger.

Der gesamte Hochsauerlandkreis ist Sendegebiet von Radio Sauerland. Der lokale Radiosender hat seinen Sitz in Meschede. Das für den Hochsauerlandkreis zuständige Fernseh- und Hörfunkstudio des Westdeutschen Rundfunks ist das WDR-Studio Siegen. Ein Regionalbüro des Senders befindet sich in Arnsberg.

Verkehr

Eisenbahn Den Hochsauerlandkreis durchzieht seit 1870 die Obere Ruhrtalbahn Hagen–Arnsberg–Meschede–Olsberg-Marsberg-Warburg der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft. Die lange Verzögerung zwischen Planung und Bau der Strecke war einer der Gründe für das wirtschaftliche Zurückbleiben der Region hinter den früh erschlossenen Nachbargebieten. Umgekehrt bedeutete die Eröffnung der Bahn einen wirtschaftlichen Impuls, insbesondere für den Westen des heutigen Hochsauerlandkreises. Die Strecke hat eine zentrale Bedeutung für den schienengebundenen Personen- und Güterverkehr des Hochsauerlandkreises.

Von der Hauptstrecke gingen Zweigbahnen ab, die um die Jahrhundertwende durch die Preußische Staatsbahn erbaut worden sind, um die verkehrstechnisch bislang schlecht erreichbaren Nebentäler der Ruhr und des Berglandes zu erschließen: