133px|rechts|Ein „doppelter Kirchner“ im Kirchner Museum Davos Der doppelte Kirchner thematisiert eine besondere Arbeitstechnik des Künstlers Ernst Ludwig Kirchner, die darin bestand, dass er häufig auch die Rückseiten seiner Gemälde für weitere Bilder nutzte. „Der doppelte Kirchner“ war von Februar bis Mai 2015 außerdem der Titel einer Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim. Auch das Kirchner Museum Davos zeigte vom Juni bis November 2015 in der Ausstellung „Der doppelte Kirchner – Die zwei Seiten einer Leinwand“ siebzehn Rückseitenbilder Kirchners. kirchnermuseum.ch, abgerufen am 12. März 2019.
Dieser Artikel umfasst die tabellarische Auflistung aller bekannten Doppelgemälde von Ernst Ludwig Kirchner und stellt damit eine Rubrik seines Gesamtwerks im Detail dar.
Doppelseitig bemalte Leinwände Das Phänomen der doppelseitig bemalten Leinwände Ernst Ludwig Kirchners ist nicht neu. Auch die anderen Brücke-Künstler wie Max Pechstein, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff bemalten hin und wieder die Rückseiten ihrer Bilder. Bei Kirchner wurden jedoch wesentlich mehr doppelseitig bemalte Leinwände gefunden als bei anderen Künstlern. Bisher sind in der Liste von Wolfgang Henze und anderen insgesamt 138 Stück erfasst (Stand Ende 2016).
Als Begründung für sein Vorgehen gab Kirchner an:
Nicht immer kann das Verhältnis der Richtungen der beiden Bildseiten angegeben werden. Mögliche Ausrichtungen sind: gleichgerichtet auf dem Kopf nach rechts nach links Bis zum Erscheinungsdatum des Gordon-Werksverzeichnisses von 1968 waren einige Gemälde bereits gewendet worden, so dass der Herausgeber teilweise eine andere Situation angibt als die vom Künstler hinterlassene.
Doppelleinwände Außerdem ist noch nicht abschließend recherchiert, ob sich unter den sogenannten „Doppelleinwänden“ ebenfalls beidseitig bemalte befanden.Der doppelte Kirchner, Herausgegeben von Inge Herold, Ulrike Lorenz und Thorsten Sadowsky, Kunsthalle Mannheim, Kirchner Museum Davos, Wienand, 2015, ISBN 978-3-86832-256-9, Seite 144. Eine „Doppelleinwand“ ist die Bezeichnung für einen zweifach mit Leinwand bespannten Rahmen mit zwei übereinander liegenden Leinwänden. Im Fall Kirchners hat man sie bei der Erstinventarisierung 10 Jahre nach dem Tod des Künstlers im Nachlass als einzelne selbständige Werke aufgenommen und auf neue Keilrahmen gespannt. Am Bündner Kunstmuseum in Chur wurden 1969 und 1970 unter den Bildern „Bergwald“ (1937) und „Augustfeuer“ (1933–35) Leinwände mit früheren Arbeiten Kirchners gefunden. Weitere werden immer noch entdeckt, so zuletzt 2016 im Frankfurter Städel das Bild „Szene im Café“ unter dem Bild „Schlittenfahrt im Schnee“., hessenschau.de, abgerufen am 27. Dezember 2016.
Werkverzeichnis