mini|Conrad Fehr mini|hochkant=1.2|Morgenröte (Berliner Impressionen); Aquarell auf Karton Conrad Heinrich Franz Fehr (* 19. November 1854 in Toftlund, Kreis Hadersleben/Herzogtum Schleswig; † 22. Juni 1933 in Berlin) war ein dänisch-deutscher Maler, Grafiker und Bildhauer.

Leben Conrad Fehr wurde im deutsch-dänischen Grenzgebiet geboren als Sohn des Ökonomen Jes Richter Fehr und dessen Frau Jørgine Adelheide Mathilde, geb. Nilsen-Borgen. Ab 1870 absolvierte er bei einem Onkel in Hadersleben eine dreijährige Brauerlehre und arbeitete anschließend ein Jahr als Brauer in Dortmund. Fehr studierte von 1877 bis 1881 mit einem Stipendium des preußischen Staates an der Akademie der Bildenden Künste München unter den Professoren Gyula Benczúr, Alois Gabl, Alexander Wagner und Ludwig von Löfftz. Während des Studiums wurde er 1878 mit einer Bronze-Medaille und 1879 mit einer Silber-Medaille geehrt. Es folgten längere Studienreisen nach Holland, Belgien, Dänemark und Paris und 1881/82 Bildnis-Aufträge in Kiel und Flensburg. Ab 1883 hatte er seinen Wohnsitz in Berlin, wo er ab 1885 an der Zeichenschule des Vereins der Berliner Künstlerinnen unterrichtete. 1884 hatte er Nicoline (Caroline Sophie) Kunkel (1858–1927) aus Kiel geheiratet.

1892 erfolgte von ihm die Gründung einer akademischen Schule für bildende Kunst, der „Akademie Fehr“ als Alternative zu der Berliner Akademie der Künste. An der bis 1912 existierenden Einrichtung unterrichteten u. a. Themistokles von Eckenbrecher, Walter Leistikow, Alfred Mohrbutter und Karl Storch d. Ä., der Kupferstecher Gustav Eilers sowie die Bildhauer Max Baumbach, Adolf Brütt, August Gaul und Fritz Klimsch Sein Debüt als Bildhauer hatte Fehr 1896 auf der Großen Berliner Kunstausstellung, wo er nach Beendigung seiner Lehrtätigkeit auch als Maler regelmäßiger Gast war. 1884 erhielt er in London eine Bronze-Medaille. Von 1908 bis 1913 führten ihn längere Reisen zu Porträt-Aufträgen in den Norden. Während dieser Jahre war er zunächst in Blumenthal/Unterweser wohnhaft, danach in Neu-Rönnebeck. Nach dem Ersten Weltkrieg war er für längere Zeit in Kopenhagen, um verschiedene Aufträge für Porträts auszuführen.

Conrad Fehr machte sich vorrangig einen Namen als Lehrer seiner Akademie, seine Genrebilder und religiösen Szenen wie auch die zahlreichen Porträts und Landschaften zeigen ihn aber als beachtlichen Künstler. Fehr war vor allem Bildnismaler und -zeichner (Öl; Aquarell; Pastell; Bleistift; Buntstift; Kohle; Kreide) und avancierte rasch zum gefragten Porträtisten des Großbürgertums.

Schüler (Auswahl) mini|hochkant=2|Fehr’sche Kunstakademie 1897

Elsa Genest-Arndt Dora Koch-Stetter Elise Mahler Joseph Oppenheimer Clara Porges Martha Rose-Grabow Marie Schnür Józef Rapacki (1871–1929)

Werke (Auswahl) Porträts Peter Wilhelm Forchhammer, 1882, Gemälde Georg Hulbe, 1882, Zeichnung Geh. Ober-Regierungsrath Lüders, 1884, Öl/PastellAbbildung in: Verzeichniss der Werke lebender Künstler auf der Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste zu Berlin, 1884, S. 33. Historiker Wilhelm Wattenbach, 1887, Pastell Staatsminister Albert von Maybach, 1887 Heinrich Sauermann, 1887 Wilhelm Voigt, 1908, Zeichnung Karl Theodor Weierstraß, 1895, Radierung Humboldt-Universität zu Berlin, Kunstsammlung. Bürgermeister Schön, Lübeck, 1910 Afrikaforscher Karl Peters, 1910 Friedrich Graf von Baudissin, 1920, ZeichnungAbbildungen, Museumsportal der Museen Schleswig-Holstein & Hamburg. Peter Christian Hansen, 1928, Zeichnung Familie des Geheimen Kommerzienrats Konsul August Anton Sartori in Kiel, Gruppenbild mit 20 Personen

Andere Gemälde Sängerknaben, um 1900, Gemälde Aufziehendes Gewitter über der Nordseeküste bei Lökken/Nordjütland, 1923, Pastell Vorfrühling (Tauwetter), um 1900, Pastell Landsknecht, 1887, RadierungAbbildung, Ausstellung von Aquarellen, Pastellgemälden und Handzeichnungen zu Dresden vom 14. August bis 25. September 1887 in den Räumen des Königl. Polytechnikums.

Bildhauer Bronzebüste des Flavius BelisariusAbbildung, Auktionshaus Hermann-Historica, München.

Literatur

Stine Wiell:

Weblinks

Einzelnachweise Matrikel 03462, 1877 AdBK München, abgerufen am 21. November 2016.

Brigitte Roßbeck: Franz Marc. Die Träume und das Leben – Biographie. Siedler Verlag, München 2015, ISBN 978-3-88680-982-0, Anm. 180/181 ().

Carsten Roth: Fehr, Conrad Heinrich Frantz. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Siehe Literatur.

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