Badefols-d’Ans (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Terrassonnais Haut Périgord Noir. Die Einwohner werden Badefolais und Badefolaises genannt.

Geografie

Badefols-d’Ans liegt etwa 38 Kilometer ostsüdöstlich von Périgueux, etwa 28 Kilometer westnordwestlich von Brive-la-Gaillarde und etwa 38 Kilometer nördlich von Sarlat-la-Canéda an der Grenze zum benachbarten Département Corrèze. Die Gemeinde befindet sich in der Région naturelle des Périgord central, Teil des touristisch benannten Périgord noir. Ihr Gebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom im Oberlauf zeitweise trockenfallenden Flüsschen Lourde, das es im Norden begrenzt, von den ebenfalls zeitweise trockenfallenden Flüsschen Taravellou und Ruisseau des Lions, die beide hier entspringen, sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Badefols-d’Ans liegt in der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat.

Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine hügelige, teils bewaldete Landschaft mit vereinzelten Weinbergen mit Erhebungen bis nahe des Zentrums, das sich auf auf derselben Hügelkette befindet. Der topographisch tiefste Punkt liegt mit im äußersten Norden beim Austritt der Lourde aus dem Gemeindegebiet.

67 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, hauptsächlich heterogen genutzt, etwa 32 % sind bewaldet, etwa 1 % entfällt auf bebaute Gebiete.

Badefols-d’Ans wird von folgenden acht Gemeinden umgeben:

mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Badefols-d’Ans

Naturrisiken Naturrisiken manifestieren sich in Badefols-d’Ans als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen Stürme, Gewitter, Schnee, große Fröste oder Hitze Dürren Waldbrände Bodensetzungen Radon

Die Gemeinde ist der Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Der übergroße Teil des Gemeindegebiets besteht deshalb eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte zur Vorbeugung von Waldbränden.

Wie die Risikokarte zeigt, ist Badefols-d’Ans zu etwa 80 % seines Gemeindegebietes von der mittleren Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. In mehreren Teilen des französischen Staatsgebiets kann Radon, das sich in bestimmten Wohnungen oder anderen Räumlichkeiten ansammelt, eine erhebliche Belastungsquelle für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Gemäß der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde Badefols-d’Ans in Zone 3 eingestuft, d. h. in ein Gebiet mit erheblichem Radonpotenzial.

Etymologie und Geschichte Der Ort wurde häufig von Cro-Magnon-Menschen besucht, die zahlreiche Werkzeuge und Waffen aus Feuerstein hinterließen. Die Entdeckung eines gallorömischen Mosaiks Ende des letzten Jahrhunderts deutet auf die Existenz einer Villa zu dieser Zeit hin.

Die Existenz eines Höhlenunterstands und der romanischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert belegt das lange Bestehen des Dorfes. Sein Name ist im Kirchenregister des 13. Jahrhunderts in der Form Badeffol belegt und variiert bis in die heutige Zeit. Man findet Badafou (1292) und Badafol (1382), Badefol auf der Carte de Cassini (Ende 18. Jahrhundert). Sein Ursprung aus dem Okzitanischen ist unstrittig, seine Lesart ist es nicht. Badefol könnte sich aus den Wörtern badar () und fol () zusammengesetzt sein. Beide Wörter stammen aus dem Latein. „Offen“ und „verrückt“ könnte man den Bewohnern zusprechen. Andererseits könnte man Badefol als Zusammensetzung von bada fol, im Okzitanischen badaud sehen, ebenfalls eine spöttische Art, sich auf die Dorfbewohner zu beziehen.

Der Namenszusatz Ans erschien erstmals und einmalig im 13. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Capella d’Ans (1243). Ans ist der Name einer Kastellanei, die sich noch im 14. Jahrhundert über 18 Pfarrgemeinden erstreckte und die die bedeutendste der Vizegrafschaft Limoges war. 1762 wurde das Gebiet von Badefols zur Markgrafschaft erhoben. Der Herr von Artigeas wurde Marquis von Bonneguise und zusammen mit seinem Bruder Jean Mitherr von Badefols.

Der Name stammt wahrscheinlich von einem gallorömischen Namen einer Person Antius, der ursprünglich eine Person aus Anzio (), einer Stadt in der italienischen Region Latium, bezeichnete.

Als Zusammensetzung in der Schreibweise Badefol Dans wurde der Name der Gemeinde bei der Gründung während der Französischen Revolution eingetragen.

Das Gebiet von Ans kannte lange Zeit einen gewissen Wohlstand aufgrund seiner Schmiedeöfen, von denen mehrere über den lokalen Bedarf hinaus produzierten. 1730 gab es 30 Betriebe, 56 im Jahre 1811, die 1172 Arbeiter beschäftigten. Ab den 1850er Jahren verschwanden diese Produktionsstätten nach und nach.Tanet, Hordé, Seiten 31 und 39

Bevölkerungsentwicklung

Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Vincent-et-Saint-Cloud aus dem 12./13. Jahrhundert, seit 1948 als Monument historique klassifiziert Die Burg Badefols-d’Ans bildet einen Sporn und dominiert die weite Ebene am Hang. Bereits Ende des 13. Jahrhunderts erwähnt, stammen die Burggebäude aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Ein Seitenflügel und eine Terrasse wurden im 17. Jahrhundert errichtet. Das Schloss wurde 1944 von Truppen der Division Brehmer niedergebrannt, nachdem seine Besitzer, die Familie Lestrade de Conty, die Résistance unterstützt hatten, später jedoch wieder aufgebaut. Es ist seit 2007 als Monument historique eingeschrieben

Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 148 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Badefols-d’Ans erwerbstätig, entsprechend 36,1 % der Gesamtbevölkerung der Gemeinde. Die Zahl der Arbeitslosen ist mit 13 im Jahr 2022 sehr viel niedriger als im Jahr 2016 (37). Die Arbeitslosenquote sank von 20,9 % (2016) auf 8,6 % (2022).

Branchen und Betriebe 36 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Badefols-d’Ans wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Gesamt36Fertigung, Bergbau und andere Industrien38,3 %Baugewerbe719,4 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1130,6 %Information und Kommunikation12,8 %Immobilien38,3 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten719,4 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln12,8 %Andere Dienstleistungen38,3 %

Landwirtschaft Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 46 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 38 im Jahr 2000, auf 30 im Jahr 2010 und schließlich auf 23 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 50 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verminderte sich von 1119 Hektar im Jahre 1988 auf 902 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg hingegen von 24,3 Hektar auf 39,2 Hektar.

Verkehr Badefols-d’Ans liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die Departementsstraßen D 62 und D 71 sind die hauptsächlichen Verkehrsadern der Gemeinde. Die D 62 führt in nordwestlicher Richtung nach Hautefort, die D 71 in nordöstlicher Richtung nach Coubjours. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.

Gemeindepartnerschaft Mit der belgischen Gemeinde Ans in der Provinz Lüttich besteht seit 1999 eine Partnerschaft.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Weinbauort in Frankreich Kategorie:Ersterwähnung im 13. Jahrhundert