Zoltán Fodor (* 8. September 1964 in Budapest) ist ein ungarischer Physiker. Er leistete wichtige Beiträge zur Theorie der Quarks, zur Entwicklung der Quantenchromodynamik und zur großen Vereinheitlichung des Standardmodells der Elementarteilchen.

Leben Fodor erhielt seine Promotion von der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest. Er forschte mehrere Jahre am CERN in Genf, am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg, KEK in Tsukuba und an der Eötvös-Loránd-Universität. Seit 2003 ist er Professor für Physik an der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften der Bergischen Universität Wuppertal.

Von seiner Gruppe stammen ab-initio-QCD-Gitterrechnungen zur Proton-Neutron-Massendifferenz (mit einer Genauigkeit von 0,3 MeV),Borsanyi, Dürr, Fodor u. a., Ab initio calculation of the neutron-proton mass difference, Science, Band 347, 2015, S. 1452–1455, Arxiv zur QCD-ZustandsgleichungBorsanyi, Fodor u. a., Full result for the QCD equation of state with 2+1 flavors, Phys.Lett. B, Band 730, 2014, S. 99–104, ArxivBorsanyi, Fodor u. a., Recent results on the Equation of State of QCD, Lattice 2014, Arxiv 2014, dem QCD-Phasendiagramm und anderen thermodynamischen Eigenschaften von QCD mit Materie und den Massen der leichten Hadronen (mit Pion- und Kaon-Massen als Input).Dürr, Fodor, u. a., Ab Initio Determination of Light Hadron Masses, Science, Band 322, 2008, S. 1224–1227Zoltan Fodor, Christian Hoelbling, Light Hadron Masses from Lattice QCD, Rev. Mod. Phys., Band 84, 2012, S. 449, Arxiv Er ist Sprecher der Budapest-Marseille-Wuppertal Collaboration.BMW, Universität Wuppertal, abgerufen am 23. April 2021 Sie benutzt den Supercomputer am Forschungszentrum Jülich.

Er befasste sich auch mit Gitterrechnungen zu Axionen, bislang noch nicht nachgewiesene Elementarteilchen, aus denen sich möglicherweise die Dunkle Materie zusammensetzt. Mit der Hilfe von Gitter-QCD-Rechnungen machte die Gruppe von Fodor 2016 Vorhersagen zur Axionmasse und der Rolle von Axionen im frühen Universum.Fodor u. a., Calculation of the axion mass based on high-temperature lattice quantum chromodynamics, Nature, Band 539, 2016, S. 69–71Fodor u. a., Axion cosmology, lattice QCD and the dilute instanton gas, Phys. Lett. B, Band 752, 2016, S. 175–181

2021 war er der korrespondierende Autor eines Nature-ArtikelsSz. Borsanyi, Z. Fodor, L. Varnhorst u. a.: Leading hadronic contribution to the muon magnetic moment from lattice QCD, Nature, 7. April 2021, Abstract, Arxiv über ab-initio-QCD-Gitterrechnungen zum anomalen magnetischen Moment des Myons (g-Faktor), der im Gegensatz zu bisherigen Standardmodell-Rechnungen doch keine Diskrepanz zu den neuen experimentellen Messergebnissen am Fermilab (Muon g-2) aufweist.

2023 wurde Fodor in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.

Weblinks Homepage von Prof. Zoltán Fodor bei der BUW

Einzelnachweise

Kategorie:Physiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Physiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Bergische Universität Wuppertal) Kategorie:Person (CERN) Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Ungar Kategorie:Geboren 1964 Kategorie:Mann