mini|Lage von Alison (hier: alisu nach Ptolemaios) AlisonZu griechisch Alison siehe Andreas Kleineberg, Christian Marx, Eberhard Knobloch, Dieter Lelgemann: Germania und die Insel Thule. Die Entschlüsselung von Ptolemaios´ "Atlas der Oikumene". Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011, S. 51 (Stichwort Alisum)49. ‚Polis’ Germaniens, im Westen der südlicheren der beiden mittleren Klimazonen auf 28° L und 51° 30ˈ NB vor Βουδορίς (...). Siehe Corinna Scheungraber, Friedrich E. Grünzweig: Die altgermanischen Toponyme sowie ungermanische Toponyme Germaniens. Ein Handbuch zu ihrer Etymologie unter Benutzung einer Bibliographie von Robert Nedoma. Herausgegeben von Hermann Reichert (= Philologica Germanica 34). Fassbaender, Wien 2014, ISBN 978-3-902575-62-3, S. 50. (), auch AleisonVgl. (Vgl. ), im Lateinischen AlisumSiehe Andreas Kleineberg, Christian Marx, Eberhard Knobloch, Dieter Lelgemann: Germania und die Insel Thule. Die Entschlüsselung von Ptolemaios´ "Atlas der Oikumene". Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011, S. 51 (Stichwort Alisum). oder AlisoVgl. Corinna Scheungraber, Friedrich E. Grünzweig: Die altgermanischen Toponyme sowie ungermanische Toponyme Germaniens. Ein Handbuch zu ihrer Etymologie unter Benutzung einer Bibliographie von Robert Nedoma. Herausgegeben von Hermann Reichert (= Philologica Germanica 34). Fassbaender, Wien 2014, ISBN 978-3-902575-62-3, S. 50–51 (Stichwort ALISO 2).) ist ein Ortsname, der in der Geographia des Claudius Ptolemaios (2, 11, 14) als einer der im Innern der Germania magna liegenden Orte (πόλεις) mit 28° 00' Länge (ptolemäische Längengrade) und 51° 30' Breite angegeben wird. Alison lag damit nach Ptolemaios nahe dem antiken Ort Boudoris in der Germania magna. Wegen des Alters der Quelle kann ein Alter der Siedlung um 150 nach Christus angenommen werden.
Das römische Kastell Aliso
Der Ortsname Aliso ist im antiken Schrifttum überliefert durch Velleius Paterculus und Tacitus; sehr wahrscheinlich bezieht sich Ptolemaios mit Alison auf diesen Ortsnamen.
Ohne Nennung des Ortsnamens berichtet Cassius DioCassius Dio, Römische Geschichte 54,32,3. von einem römischen Kastell, das Drusus am Zusammenfluss der Flüsse Lippe und Elison erbaut haben soll. Hans Kuhn geht davon aus, dass Dios Ort mit dem Aliso der oben genannten antiken Autoren übereinstimmt.Hans Kuhn geht hierbei von der Entsprechung von Fluss- und Ortsnamen im Allgemeinen aus. Vgl. (kostenpflichtig über GAO, De Gruyter Online) Allerdings wird mittlerweile das von Cassius Dio genannte Lager in der Regel mit dem Römerlager Oberaden identifiziert und die Gleichsetzung mit Aliso infrage gestellt.Rudolf Asskamp: Die Zeit der römischen Feldzüge in Germanien (12 v.-16 n. Chr.). Internet-Portal „Westfälische Geschichte“, abgerufen am 25. Oktober 2020.
Ebenfalls ohne Angabe des Ortsnamens berichten DioCassius Dio, Römische Geschichte 56,22,2. und Sextus Iulius FrontinusSextus Iulius Frontinus, Strategemata 3,15,4 und 4,7,8. zudem von Ereignissen, die sich in Aliso begeben haben dürften.
Der Name Aliso steht nach Hans KraheHans Krahe: Unsere ältesten Flußnamen. O. Harrassowitz, Wiesbaden 1964, S. 110. in Zusammenhang mit einem sehr verbreiteten alteuropäischen Gewässernamen. Das häufige Vorkommen des Namens erschwert es, das römische Kastell zu lokalisieren. Auf die ptolemäischen Koordinaten verlässt sich die Forschung hier nicht, zumal nicht erwiesen ist, dass Ptolemaios das Kastell angegeben hat. Toponymische Forschungen zu heutigen Fluss- oder Ortsnamen erbrachten bisher keinen Erfolg.Vgl. (kostenpflichtig über GAO, De Gruyter Online)
Lokalisation Die tatsächliche Lage des Ortes ist bis heute nicht geklärt. Ein interdisziplinäres Forscherteam um Andreas Kleineberg, das die ptolemäischen Koordinaten von 2006 bis 2009 neu untersuchte und interpretierte, lokalisiert zurzeit Alison auf dem Gebiet bei Bergisch Gladbach in Nordrhein-Westfalen. Neuere Funde und Ausgrabungen in den Jahren 2014 und 2015 haben ergeben, dass die Stadt bereits im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. besiedelt und zur Industrie genutzt wurde. Es wurden römische Kalkbrennöfen gefunden, die diesem Zeitraum zuzuordnen sind.
Antike Quellen Velleius Paterculus, Römische Geschichte 2,120,4. Tacitus, Annales 2,7,3. Ptolemaios, Geographia 2,11,14.
Anmerkungen
Literatur (kostenpflichtig über GAO, De Gruyter Online)
(kostenpflichtig über GAO, De Gruyter Online)
Corinna Scheungraber, Friedrich E. Grünzweig: Die altgermanischen Toponyme sowie ungermanische Toponyme Germaniens. Ein Handbuch zu ihrer Etymologie unter Benutzung einer Bibliographie von Robert Nedoma. Herausgegeben von Hermann Reichert (= Philologica Germanica 34). Fassbaender, Wien 2014, ISBN 978-3-902575-62-3, S. 50–51.
Weblinks Edition der Geographike Hyphegesis mit Übersetzung und Karte der Germania magna, abgerufen am 15. November 2016. Google Earth in der Antike. In: Der Spiegel. 39/2010, abgerufen am 15. November 2016
Kategorie:Siedlungsname (Germania magna)