mini|200px|Typisches nepalesisches Dal-bhat-tarkari mini|290px|Dal-bhat-tarkari mini|200px|Teller mit Momo in Nepal
Der Begriff Nepalesische Küche bezieht sich auf Speisen, die in Nepal verzehrt werden. Die kulturelle und geografische Vielfalt Nepals hat, begründet durch unterschiedliche Ethnien, Bodenarten und ein besonderes Klima, zu einer Vielzahl unterschiedlicher Speisen geführt.
Dal-bhat-tarkari () wird in ganz Nepal verzehrt. Bei Dal handelt es sich um eine aus Linsen und Gewürzen bestehende Suppe. Diese wird mit gekochtem Getreide, bhat – normalerweise Reis, manchmal jedoch auch anderem Getreide – mit Gemüsecurry, tarkari, serviert. Zu den Beilagen zählen unter anderem kleine Mengen extrem scharfen Chutneys (चटनी) oder südasiatische Pickles (achaar, अचार), welche frisch oder gegoren serviert werden können. Von diesem Gericht existieren unzählige Variationen, es wird von tausenden ausgegangen. Andere Beilagen sind Zitronenscheiben (nibuwa) oder Limetten (kagati) mit frischem grünen Chili (hariyo khursani). Dhindo (ढिंडो) ist ein weiteres Traditionsgericht Nepals.
Ein Großteil der Küche Nepals besteht aus leicht abgewandelten Gerichten anderer asiatischer Länder. Einige Speisen haben sowohl tibetanische, indische als auch thailändische Wurzeln. Momo – Tibetanische Teigtaschen mit nepalesischen Gewürzen erfreuen sich besonders in Nepal großer Beliebtheit. Ursprünglich wurden diese mit Büffelfleisch gefüllt, mittlerweile werden jedoch auch Ziegen- und Putenfleisch sowie vegetarische Füllungen verwendet. Spezielle Gerichte wie sel roti und patre werden zu besonderen Anlässen wie dem Tihar zubereitet. In jüngster Zeit wurden auch andere Variationen in die nepalesische Küche eingeführt, darunter taas,nepalitimes.com eine ähnlich wie Kebab zubereitete Speise.
Durch Kontakt zu Europäern wurde die nepalesische Küche durch Brot, Käse, Pasteten und Speiseeis bereichert. Restaurants, die Gerichte wie Pizza anbieten und ursprünglich für die Versorgung von Touristen vorgesehen waren, erfreuen sich mittlerweile auch unter Einheimischen zunehmender Beliebtheit.
Arten mini|Nepalesisches Hühner-Chow mein
Küche der Khas und Pahadi (zentrales Hügelland) Dal-bhat-tarkari ist ein Standardgericht, das zweimal am Tag gegessen wird. Da jedoch bewässerte Reisfelder aufgrund der ländlichen Gegebenheiten eine Seltenheit darstellen, wird Reis teilweise oder vollständig von anderen Getreidesorten abgelöst. Aus Weizen wird ungesäuertes Fladenbrot (Roti oder Chapati) hergestellt. Mais (makai), Buchweizen (fapar), Barley (jau) oder Millet (kodo) werden zu Haferbrei-ähnlichen dhido oder ato zubereitet. Tarkari besteht aus Spinat und frischem Gemüse (sag), fermentiertes und getrocknetes Gemüse (gundruk oder Sinki), daikon radish (mula), Kartoffeln (alu), grüne Bohnen (simi), Tomaten (golbeda), Blumenkohl (kauli), Kohl (bandakopi), Kürbis (farsi) etc. mini|200px|Typische Mahlzeit der Pahari
Früchte, die traditionell in den Tälern Nepals wachsen, sind unter anderem Mandarinen (suntala), Kaffernlimetten (kagati), Zitronen (nibuwa), Nashi-Birnen (nashpati) und Myrica (kaphal). Mangos (aap) wachsen in bis zu 800 Metern Höhe.
Joghurt (dahi) und mit Curry zubereitetes Fleisch (masu) oder Fisch (machha) werden, wenn verfügbar, als Beilagen gereicht. Der Verzehr von Huhn (kukhura) und Fisch wird außer den Brahmanen (Bahun), die vegetarisch leben, jeder Kaste erlaubt. Praktizierende Hindus hingegen verzehren niemals Rindfleisch (gaiko masu). Büffel- und Yakfleisch werden ebenfalls gemieden, da es eine zu starke Ähnlichkeit zu Rindfleisch aufweist. Schweinefleisch (sungurko masu) wurde traditionell nur von den Aadibasi verzehrt, Wildschwein (bangur ko masu) ursprünglich nur von den Magar bejagt und verzehrt. Eine besonders für den Verzehr bestimmte Wildschweinart wird in Gefangenschaft aufgezogen. Dessen Fleisch erfreut sich bei den Paharie und anderen Kasten, die traditionell kein Schweinefleisch verzehrten, steigender Beliebtheit.
mini|Khuwa-Verkäufer in Nepal
Küche Himalayas
Die Himalayanische Küche wird kulturell von der Tibetanischen Küche beeinflusst und ist mit den ethnischen Gruppen im Himalaya und Trans-Himalaya eng verbunden. Buchweizen, Gerste und Hirse sind wichtige kältebeständige Getreide, die oft zu Nudeln oder tsampa (Mehl, das aus gerösteten Körnern hergestellt wird) verarbeitet werden. Buttertee wird hergestellt, indem Butter oder Butterschmalz und Salz zu einem starken Tee verarbeitet werden. Dieser Tee dient, gemischt mit Tsampa-Mehl, als Schnellkost und wird besonders auf Reisen verzehrt.
Getreide wird darüber hinaus zur Herstellung alkoholischer Getränke verwendet (siehe unten). Kartoffeln sind ein weiteres Nahrungsmittel. Aus dem nepalesischen Flachland werden beträchtliche Mengen von Reis importiert. Das Fleisch von Yaks und möglicherweise Yak-Rind-Mischformen kann, ebenso wie deren Milch, verwendet werden. Fleisch wird meist als momo zubereitet. mini|Thukpa in einem nepalesischen Restaurant in Japan
Küche der Thakali mini|Dhindo Thali in einem Thakali-Restaurant
Thakali-Küche, eine Mischform zwischen Himalayaischer Küche und derer des Flachlandes, ist den Thakali eigen, welche im Thak-Khola Valley, einer alten und relativ einfachen Handelsroute durch die Hochpässe des Himalaya, leben. Dieses Gericht wird in Gasthäusern (bhattis) serviert, die von Angehörigen der Thakali entlang anderer Handelsrouten betrieben werden, sowie in Pokhara und anderen Städten in den Tälern von Zentralnepal.
Die Küche der Thakali ist weniger vegetarisch als die Küche der Pahari. Von den unteren Kasten wurden Yak und Yak-Rind-Hybride, auch als Jhopa bekannt, konsumiert. Kastenunabhängig wird Schafsfleisch, Bheda und Chyangra oder Chiru genannt, verzehrt. Dieses wird aus Tibet importiert. Fleisch wird meist in dünne Scheiben geschnitten und an dünnen Stäben in der Nähe des Feuers gekocht. Blutwurst wird ebenfalls vorbereitet und getrocknet. Getrocknetes Fleisch wird Gemüsecurry beigemischt oder in Butterschmalz gedünstet und in timur-ko-choup eingetaucht, hierbei handelt es sich um eine Mischung aus rotem Chilipulver, Szechuanpfeffer, Salz und hiesigen Kräutern. Mit dieser Gewürzmischung werden auch Kartoffeln oder Eier gewürzt, die gekocht, gebraten oder aus denen Omeletts zubereitet werden.
Die Küche der Thakali verwendet vor Ort angebauten Buchweizen, Gerste, Hirse und Linsenbohnen, sowie Reis, Mais und Dal, welche aus tiefergelegenen Regionen im Süden des Landes importiert werden. Getreide kann gemahlen und zu einem dickflüssigen Hirsebrei gekocht werden, der anstelle von Reis mit Dal gegessen wird. Eine Art Dal wird darüber hinaus aus getrockneten und gemahlenen Buchweizenblättern hergestellt. Zur Bereitung einer Zwischenmahlzeit kann Getreide geröstet oder in heißen Sand gesteckt werden (der dann abgesiebt wird). Die Thakalis folgen darüber hinaus den Tibetanischen Gebräuchen in Bezug auf die Zubereitung von Tsampa und Tee mit Butter und Salz. Butterschmalz wird zur Zubereitung des Tees und als Öl zum Braten verwendet.
Da die meisten Mitglieder des Thakali-Volkes Handel betrieben, konnten sie Gemüse, Obst und Eier von tiefergelegenen Regionen importieren. Täglich wurde so eine Vielzahl an unterschiedlichem Gemüse konsumiert, einige davon, insbesondere Daikon und Rote Bete, getrocknet und mit Hammelfleisch zubereitet. Aus Spinat hergestellte Suppe, bekannt alsgyang-to, wurde mit einem Spritzer timur-ko-choup serviert. Mit der Ankunft fremder Gärtner wurden auch Äpfel in die hiesige Küche eingeführt und sind seitdem Bestandteil der Esskultur.
Küche der Newar mini|Ein aufwendiges Mahl der Newa in Kathmandu mini|Sekuwa in einem Kathmandu-Restaurant Newar sind eine verstädtlichte Ethnie, die ursprünglich im Kathmandutal angesiedelt war, jedoch auch in anderen Städten des zentralen Hügellandes angetroffen werden können. In den fruchtbaren Kathmandu- und Pokharatälern ist der Anbau von Obst und Gemüse profitabler als der Anbau von Getreide, besonders da Reis und andere Waren günstig importiert werden können. Darüber hinaus verfügen die Haushalte der Newar über relativ hohes Einkommen und die Kultur legt Wert auf Nahrung und Feiern.
Obwohl die täglichen Mahlzeiten zum größten Teil aus Komponenten der allgemeinen Talregion zusammengesetzt sind, kommt zu besonderen Anlässen, beispielsweise rituellen, zeremoniellen oder anderen Festivitäten, eine größere Speisenvielfalt als die der Pahari zum Vorschein. In der Küche der Newari wird weitreichender Gebrauch von Wasserbüffelfleisch gemacht. Für Vegetarier können Fleisch und getrockneter Fisch durch frittiertes Tofu oder Hüttenkäse ersetzt werden. Gärung als Zubereitungsart wird in der Küche der Newar ein hoher Stellenwert zugeschrieben, wohingegen die Pahari einige Gewürze aachar verwenden.
Kwāti (क्वाति Suppe aus verschiedenen Bohnen), kachilā (कचिला gewürztes Hackfleisch), chhoylā (छोयला Wasserbüffelfleisch das mit Gewürzen mariniert und über den Flammen getrockneter Weizenhalme gegrillt wird), pukālā (पुकाला gebratenes Fleisch), wo (व: Linsenkuchen), paun kwā (पाउँक्वा saure Suppe), swan pukā (स्वँपुका gefüllte Lungen), syen (स्येँ gebratene Leber), mye (म्ये gekochte und gebratene Zunge), sapu mhichā (सःपू म्हिचा mit Knochenmark gefüllter Blättermagen) und sanyā khunā (सन्या खुना Sülzfischsuppe) sind einige der bekannteren Mahlzeiten, die zu besonderen Anlässen zubereitet werden.
Zum Dessert wird dhau (धौ Joghurt), sisābusā (सिसाबुसा Früchte) und mari (मरि Süßigkeiten) gereicht. Darüber hinaus gibt es achaars die aus den Früchten des Aamli zubereitet werden. Thwon (थ्वँ Reisbier) und aylā (अयला ortstypischer Alkohol) sind einige verbreitete alkoholische Getränke, die von Newars zubereitet werden.
mini|200px|Typisches Newari Choila, würzig und scharf mini|250px|Sukuti mit Papayasalat mini|200px|Yomari, Süßigkeit der Newar
Andere ethnische Varianten des zentralen Hügellandes Wasserbüffel- und Schweinefleisch wird von vielen janajati (indigene Völker mit von Hindu-Normen abweichenden Gebräuchen) verzehrt. Ursprünglich aßen die Magars zwar Schweine-, jedoch kein Wasserbüffelfleisch, bei den sich auf den ersten Blick ähnlichen Gurung war dies umgekehrt. Bei den weiter im Osten lebenden Tamang, Rai und Limbu waren einzigartige Speisen darunter kinema (fermentierte Sojabohnen), yangben (Rentierflechte), Zubereitungen mit Bambussprossen, Brot aus Hirse oder Buchweizen und das traditionelle Getränk der Limbu, tongba (Hirsebier).Eksha Limbu Edwards:
Küche der Terai Die zur Terai-Region südlich der Siwaliks gehörende Küche besteht aus verschiedenartigen Gerichten, die je nach Region unterschiedlich sind. Hierzu gehört die Küche der Maithili im Osten, die der Tharu im Westen und die Küche der Bhojpuri im Zentrum und westlichen Teilen der Region Madhesh. Weiter westlich dominieren die kulinarischen Gewohnheiten der Awadhi, welche von denen der Mughlai beeinflusst wurde – diese werden besonders von der muslimischen Bevölkerung um Nepalganj gepflegt.
Die Essgewohnheiten der Terai sind verschiedenartiger als die der in den mittleren Hügeln ansässigen Völker. Dies ist auf eine größere Auswahl an angebautem Getreide sowie aus kühleren Mikroklimata der nahegelegenen Hügelregion sowie verschiedenen Teilen Großnepals importierten Marktkulturen zurückzuführen. Im Terai angebaute Früchte sind unter anderem Mango (aap), Litchi, Papaya (armewa/mewa), Bananen (kera/kela) und Jackfrucht (katahar/katahal).
Ein typisches Terai-Service bestand aus Basmatireis mit Butterschmalz, Daal aus Straucherbsen, tarkari (verschiedene gekochte Gemüse), taruwa (ein Teig bestehend aus rohem Gemüse, wie beispielsweise Kartoffeln brinjal/Aubergine, Chili, Blumenkohl etc. in Öl gebraten), Papadum, Mango-/Zitronen-Pickels und Joghurt. Zu den verzehrten nicht-vegetarischen Bestandteilen zählen Fisch und Ziegencurry. Traditionell wurde kein Geflügel gereicht, dies hat sich jedoch durch die Verstädtlichung gewandelt, so dass auch Geflügel häufig serviert wird.