mini|Wahlkampfemblem Donald Trumps mit dem Slogan (2016)

Make America Great Again (), kurz MAGA, ist ein Slogan, der in Präsidentschaftswahlkämpfen der Vereinigten Staaten mehrfach gebraucht worden ist. Prominent von Ronald Reagan im Rahmen seines Wahlkampfs 1980 benutzt, machte ihn Donald Trump in seinem Wahlkampf 2015/2016 zum Hauptmotto. Auch Barry Goldwater und Bill Clinton benutzten ihn. Der Slogan wurde in Politik, Kunst und Popkultur aufgegriffen und adaptiert. Er wurde zum Namensgeber der MAGA-Bewegung.

Benutzung durch Ronald Reagan mini|Wahlkampfbutton Reagans (1980) Ronald Reagan nutzte den Slogan Let’s make America great again für seinen Präsidentschaftswahlkampf 1980, als er in der damaligen ideellen und wirtschaftlichen Krise (Stagflation) an den Patriotismus der Wähler appellierte und eine frühere Zeit beschwor, die einfache Antworten auf komplexe Probleme gab und keinen Zweifel an der amerikanischen Überlegenheit zuließ. In: The Selling of American Politics, McGraw-Hill (englisch). So versprach Reagan in der Rede bei der Republican National Convention 1980 denjenigen, die hoffnungslos geworden seien, sie am „großen nationalen Kreuzzug“ teilhaben zu lassen, um Amerika „wieder großartig“ zu machen („For those who’ve abandoned hope, we’ll restore hope and we’ll welcome them into a great national crusade to make America great again“), was auf den Reputationsverlust der USA insbesondere in der Regierungszeit Jimmy Carters bezogen war.Luke Kinsella: The little-known history of ‘Make America Great Again’. In: News.com.au, 2. Dezember 2017.

Benutzung durch Donald Trump mini|Donald Trump mit einem der roten Caps mit dem Slogan (2016) Donald Trump nutzte den Slogan bereits vor Beginn seiner Kampagne zur Präsidentschaft und behauptete im März 2015, er habe sich den Slogan selbst ausgedacht.Matt Taibi: In: Rolling Stone, 25. März 2015 (englisch). Nach Mitt Romneys Niederlage 2012 habe er einen Slogan für eine mögliche Kampagne gesucht. Dabei schrieb sein Berater Roger Stone bereits im September 2012 in einem Tweet: „Make America Great Again — TRUMP HUCKABEE 2012 #nomormons“.Jess Joho: Sorry, Trump: ‘The Handmaid’s Tale’ was saying MAGA before you. In: Mashable, 15. Januar 2018. Trump selbst hatte schon im Dezember 2011 erwähnt, dass er möglicherweise als Unabhängiger bei der Präsidentschaftswahl 2012 antreten werde, um Amerika wieder großartig zu machen, und wiederholte diese Wortwahl mehrfach in den nächsten Monaten, da eine Gruppe seiner Unterstützer in Texas die Gründung der Make America Great Again Party angekündigt hatte.Andrew Kaczynski: Trump was saying ‘Make America Great Again’ long before he claims he thought it up. In: CNN.com, 18. Januar 2017. Siehe dazu Jonathon M. Seidl: Exclusive: Trump Supporters File Papers Paving Way for 3rd-Party Candidacy in TX — Trump Acknowledges. In: The Blaze, 1. Januar 2012; Jason Cohen: Will Donald Trump Be a Third-Party Candidate in Texas? In: Texas Monthly, 21. Januar 2013 (recte: 2012). Am 12. November 2012 ließ Trump den Slogan beim United States Patent and Trademark Office für politische Zwecke registrieren. Nachdem mehrere seiner Konkurrenten innerhalb der Vorwahl der Republikaner den Slogan in ihren Veranstaltungen aufgegriffen hatten, ließ er Scott Walker und Ted Cruz deshalb abmahnen.Karen Tumulty: How Donald Trump came up with ‘Make America Great Again’. In: The Washington Post, 18. Januar 2017 (englisch). Im August 2015 brachte Trump sein 2011 erstmals erschienenes Buch Time to Get Tough als Taschenbuch heraus und änderte den Untertitel von Make America #1 Again zu Make America Great Again.Carlos Lozada: Donald Trump’s ‘Time to Get Tough’ is out in paperback. You’ll never guess the new subtitle. In: The Washington Post, 31. August 2015. Trumps Slogan war so erfolgreich, dass er denjenigen seiner demokratischen Konkurrentin Hillary Clinton, „Stronger together“ (stärker gemeinsam), an den Rand drängte. Die Website für Trumps Präsidentschaftsübergang von November 2016 bis Januar 2017 fand sich unter der URL GreatAgain.gov.Allan Smith: In: Business Insider, 10. November 2016.

Der Inhalt ist so unbestimmt, dass der Slogan zur weiten Projektionsfläche taugt, zugleich aber immer in Richtung von etwas Reaktionärem weist.Conor Lynch: Decoding Trump’s meaningless mantra: Making America great again for the sour, mean and delusional. In: Salon.com, 21. Januar 2017 (englisch). Trump selbst bezog das Motto auf Arbeitsplätze, Unternehmertum und militärische Stärke („to me, it meant jobs. It meant industry, and meant military strength. It meant taking care of our veterans. It meant so much“). Angesprochen darauf, zu welcher Zeit Trump Amerika zurückführen wolle, nannte er die Jahrhundertwende, in der amerikanischer Unternehmergeist für Wohlstand gesorgt habe, und die späten 1940er und 1950er Jahre, in denen Amerika „niemand herumgeschubst“ habe und „wir von allen respektiert wurden“ – eine Vorstellung, die Stephan Bierling als illusorisch bezeichnet hat.Fabian Hock: «Make America great again» – Geist und Möglichkeiten des Donald Trump. In: Aargauer Zeitung, 9. Dezember 2016. Einige Anthropologen haben die Anziehungskraft des Slogans eher auf das Make als auf das Great bezogen: Der Geist des Anpackens werde durch den Imperativ zu einer konkreten Mission, etwas Reales zu schaffen und Selfmademan zu werden.Chloe Ahmann, Vincent Ialenti: Trump’s Slogan: More About the “Make” Than the “Great”. In: Sapiens.org, 25. April 2017 (englisch). Zugleich diente der Slogan der Abgrenzung zur Präsidentschaft Barack Obamas (wie bei Reagan gegenüber Carter) und der Unterstützung von Trumps politischem Tenor „America First“ – einer nationalistischen Handels-, Immigrations- und Sicherheitspolitik für die Unzufriedenen in der Gesellschaft.

Bill Clinton sprach im Wahlkampf 2016 davon, dass Trumps Slogan auf rassistische Vorstellungen zurückgehe – ein weißer aus den Südstaaten verstehe den Spruch unwillkürlich so, dass seine frühere privilegierte Position in der Gesellschaft wiederhergestellt werden solle.Tim Hains: Bill Clinton: “If You’re A White Southerner,” You Know What ‘Make America Great Again’ Really Means. In: RealClearPolitics, 7. September 2016 (englisch). Auch die Literatur-Nobelpreisträgerin Toni Morrison interpretierte den Slogan so: „‚Make America Great Again‘ means ‚Make America White Again.‘“ Der Publizist Mugambi Jouet sah den Slogan als Fortentwicklung des amerikanischen Exzeptionalismus, der von einem akademischen Konzept während der Präsidentschaft Obamas zu einem Standardelement konservativer Rhetorik geworden war und dazu benutzt wurde, Obama (und anderen Angehörigen von Minderheiten) in einer versteckt nativistischen Weise „unamerikanisches“ Verhalten und vermeintlich sozialistische oder dschihadistische Sympathien zu unterstellen und so zu delegitimieren.Mugambi Jouet: Trump Didn’t Invent “Make America Great Again”. In: Mother Jones, Januar/Februar 2017 (englisch). mini|Frau mit überdimensionaler MAGA-Mütze bei einer Veranstaltung mit Mike Pompeo im Januar 2020 in Florida Für eine besondere Identifikation sorgte die von Trumps Kampagne zum Merchandising eingesetzte, schlicht gestaltete Schirmmütze in roter Farbe, die vorn den in Times New Roman gesetzten Slogan zeigt. Trump selbst bezeichnete sie als „größtes Symbol“ seiner Kampagne, die millionenfach verkauft worden sei, und verwies mit Stolz darauf, dass sie es zu einer Empfehlung durch die Stil-Sektion der New York Times gebracht habe. Die Zeit wies darauf hin, dass eine solche, günstig produzierte, nur in einer Größe erhältliche Trucker Cap mit breiter Front – anders als die Baseballcap des Mittelstands – als Mütze des Anti-Establishments gilt. Ihre weite Verbreitung ist mit der auratischen Wirkung von Donald Trumps bekannt gewordener Frisur und mit der Wiederaneignung der ästhetischen Kultur des White Trash durch die Hipster in Verbindung gebracht worden, die im Sommer 2015 die Mützen zu einem – ironischen – Modetrend machten.Ruben Donsbach: „Make America Great Again“: Eine für alle. In: Die Zeit, 3. März 2017; Ashley Parker: Trump’s Campaign Hat Becomes an Ironic Summer Accessory. In: The New York Times, 11. September 2015 (englisch). Im Januar 2019 erklärte Politico die Mütze zum kulturellen Marker und zum Symbol der Trump-Ära, deren öffentliches Tragen für öffentliche Auseinandersetzungen und Polarisierung sorge.Rich Lowry: In Defense of the MAGA Hat. In: Politico, 24. Januar 2019. Herstellung und Vertrieb der Mütze wurden vielfach auf ihre Glaubwürdigkeit bezüglich Donald Trumps Motto des Buy American („Kauf amerikanisch“) hinterfragt. So wurde berichtet, dass die von Trumps Wahlkampagne selbst verkauften Mützen in einer Fabrik südlich von Los Angeles hauptsächlich von Latinos gefertigt wurden,Christine Mai-Duc: Inside the Southern California factory that makes the Donald Trump hats. In: The Los Angeles Times, 24. November 2015 (englisch). dass ihre Textilien jedenfalls teilweise nicht aus amerikanischer Produktion stammtenJeff Horwitz: Are Trump’s ‘Made in USA’ hats really made in USA? In: PBS.org, 8. Juli 2016 (englisch). und dass der Online-Vertrieb von einer kanadischen Firma organisiert werde.Mythili Sampathkumar: Donald Trump’s ‘Make America Great Again’ hats sold through a Canadian company. In: The Independent, 25. Juli 2017 (englisch). Zudem wurden viele Nachahmungen nicht in den USA gefertigt,Melissa Fares, Dustin Volz: ‘It’s made in Vietnam!’ At inauguration, origin of red Trump hats shocks many. In: Reuters, 21. Januar 2017 (englisch). während sich Gerüchte nicht bestätigten, dass die von Trumps Wahlkampagne vertriebenen Mützen in China hergestellt worden seien.Katie Sanders: Tweets say Donald Trump’s ‘Make America Great Again’ hats are made in China. In: Politifact, 7. Oktober 2015 (englisch).

Die Abkürzung #MAGA wurde als Hashtag durch Trumps Twitter-Nachrichten bekannt. Nachdem Trump im Rahmen seiner ersten Präsidentschaft im September 2017 Bereitschaft signalisiert hatte, als Kinder illegal in die USA Eingewanderte entgegen seinem Wahlkampfversprechen nicht abzuschieben (siehe Deferred Action for Childhood Arrivals), kam in den sozialen Netzwerken der Hashtag #burnmyMAGAhat auf, und es wurden unter Rechtskonservativen seiner Wählerbasis Videos geteilt, in denen MAGA-Mützen verbrannt wurden.Thorsten Denkler: Donald Trump: Warum auf Twitter „Make America Great Again“-Kappen brennen. In: Süddeutsche Zeitung, 16. September 2017.

Für die Präsidentschaftswahl 2020 ließ sich Trump vorab den Slogan „Keep America Great!“ registrieren, veröffentlichte allerdings kurz vor der Wahl auf YouTube ein Video mit dem Titel „M-A-G-A!“, in welchem weiterhin der ursprüngliche Slogan verwendet wurde.

MAGA-Bewegung Die Britannica definiert die MAGA-Bewegung als nativistische politische Bewegung, die sich 2016 während der Präsidentschaftskampagne von Donald Trump formierte. Die Mitglieder der Bewegung identifizierten sich mit der dort von Trump ausgerufenen Botschaft, dass die USA einst ein großartiges Land gewesen seien, diesen Status aber durch Einfluss aus dem Ausland verloren habe – sowohl im Inneren durch Immigration als auch im Äußeren durch die Globalisierung. Mitglieder der MAGA-Bewegung denken, dies sei umkehrbar durch die Implementierung von "America first" ("Amerika zuerst")-Policies, die wirtschaftlich protektionistischer sind, Immigration reduzieren, und gesellschaftskonservative Werte durchsetzen. Mainstreammedien werden innerhalb der Bewegung weitgehend abgelehnt, ihnen werden Vorurteile bis hin zu Lügen vorgeworfen. Innerhalb der Bewegung wird extreme Rhetorik verwendet, die von Kritikern in manchen Botschaften als homophob, sexistisch, rassistisch oder gewaltanstachelnd gesehen wird.