Brodtkowitz, , ist ein Ortsteil der (Groß-)Gemeinde Kolkwitz im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg (Deutschland). Bis zur Eingliederung in Krieschow-Wiesendorf zum 1. Januar 1972 war Brodtkowitz eine selbständige Gemeinde.

Geographie Brodtkowitz liegt knapp 14 Kilometer südwestlich der Innenstadt von Cottbus, rund acht Kilometer nordwestlich der Stadt Drebkau und rund neun Kilometer südöstlich von Vetschau/Spreewald. Der Ortskern liegt bei .

Die Gemarkung wurde aufgelöst und mit der Gemarkung Krieschow vereinigt. Sie entspricht den Fluren 5 und 6 der jetzigen Gemarkung Krieschow. Die frühere Gemarkung von Brodtkowitz grenzte im Norden an die (frühere) Gemarkung von Wiesendorf, im Osten an die (frühere) Gemarkung von Illmersdorf, im Süden an Casel und im Westen an Wüstenhain. Im Westen bildet das Buchholzer Fließ die Ortsteilgrenze bzw. die frühere Gemarkungsgrenze. Südlich des Ortskerns verläuft der Abzugsgraben Brodtkowitz zum Buchholzer Fließ.

Der Ort ist über die K7132 von Krieschow und Wiesendorf zu erreichen. Kleinere Verbindungsstraßen führen weiter nach Wüstenhain und Casel. Zum Ortsteil Brodtkowitz gehört der Wohnplatz Heideschänke (südlich des Ortskerns) und der inoffizielle Wohnplatz Heideweg (im Norden der früheren Gemarkung).

Geschichte Brodtkowitz erscheint erstmals schriftlich in einer Urkunde aus dem Jahr 1527. Ernst Eichler hält den Namen für eine spätere, nicht altsorbische Bildung von einem Personennamen oder Familiennamen Brodk oder Brodka, zu brodk = kleiner Bart oder auch kleine Furt. Letztere würde sogar besser passen wegen der Lage von Brodkowitz am Buchholzer Fließ. Der Name wurde zu Brodke/Bradke eingedeutscht und mit dem Suffix -ojce versehen. Siegfried Körner favorisiert dagegen eine patronymische Bildung von aso. *Brodkovici Leute des Brod(e)k zu aso. *broda = Bart. Seltener wäre die Form aso *Brodkovica = Ort an der kleinen Furt. Rudolf Lehmann charakterisiert die Dorfstruktur als Weiler.

Besitzgeschichte mini|Brodtkowitz (und Nachbarort Wüstenhain) mit Neuer Schenke, Schankmühle und östlich gelegener Ziegelei auf dem Urmesstischblatt 4250 Vetschau von 1846 Brodtkowitz gehörte im 16. Jahrhundert zum Rittersitz Raakow. Am 17. Oktober 1527 wurde Siegmund (I.) von Köckritz mit den Raakower Lehngütern belehnt, wie sie vorher schon sein Vater hatte. Es handelte sich dabei um eine Wiederbelehnung nach dem Wechsel in manu dominante (Tod des böhmisch-ungarischen Königs Ludwig II. 1526 in der Schlacht bei Mohács und Regierungsantritt des neuen böhmischen Königs Ferdinand I.). Nach diesem Lehenbrief waren es die Dörfer Brodtkowitz, Groß Jauer, Illmersdorf, Kausche, Koschendorf, Kunersdorf, Laubst, Löschen, Pritzen und Siewisch mit allen Zubehörungen. Aus der Formulierung wie sie vorher schon sein Vater hatte lässt sich als Vorbesitzer von Brodtkowitz der Vater des Siegmund, Nickel von Köckritz erschließen, der um 1500 nachweislich auf Raakow saß. Einige Zeit danach erwarben die Brüder Christoph, Hans und Caspar von Zabeltitz Brodtkowitz (und Chransdorf) zunächst pfandweise, dann als erbliches Lehn, denn am 11. Dezember 1545 wurden sie vom damaligen niederlausitzer Landvogt Albrecht von Schlick Graf von Passaun mit Brodtkowitz (und Chransdorf) belehnt. Sie verkauften dafür ihr Dorf Wadelsdorf an Eustach von Kalckreuth. Anscheinend wurde der Verkauf und die Belehnung der von Zabeltitz von den von Köckeritz angefochten, denn in späteren Lehnbriefen taucht stets die Formel auf: … soviel Zuspruch, Rechte und Gerechtigkeit, als sie in den angeblich noch versetzten Dörfern Cranersdorf (Chransdorf) und Protkowitz … haben. Die Ansprüche der von Köckritz auf Chransdorf und Brodtkowitz wurden bis Anfang des 17. Jahrhunderts aufrechterhalten. Allerdings standen sie offensichtlich nur auf dem Papier, denn am 20. April 1588 wurde Caspar von Zabeltitz auf Illmersdorf mit den beiden Dörfer belehnt. Caspar war ein Sohn des Hans von Zabeltitz. Am 26. Mai 1615 erhielt (ein) Caspar von Zabeltitz erneut einen Lehnbrief über Chransdorf und Brodtkowitz. Houwald nimmt an, dass es bereits der gleichnamige Sohn war. Das ist nicht ganz sicher, denn Caspar von Zabeltitz, Sohn des Hans auf Illmersdorf war 1571 noch unmündig. Am 12. August 1634 und am 12. Juni 1641 wurde Hans, der Sohn des Caspar (II.) mit Brodtkowitz und Illmersdorf belehnt. Caspar hatte seinem Sohn am 29. Mai 1632 die beiden Dörfer für 19.000 Taler verkauft. 1644 beim Regierungsantritt vom brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm war Caspar von Zabeltitz bereits verstorben, Hans war nicht anwesend. Die Annahme von Houwald eines älteren und jüngeren Caspar auf Illmersdorf dürfte damit korrekt sein. Die vier Töchter des Caspar (und Schwestern des Hans), von denen zwei bereits verheiratet waren, hatten erhalten bzw. sollten noch im Falle ihrer Heirat erhalten, je 1000 Taler Heiratsgut. Die zwei noch unverheirateten Töchter Eva und Margarethe sollten außerdem je 200 Taler zu ihrer Hochzeit und in der Zeit vor ihrer Hochzeit je 60 Taler pro Jahr zu ihrem Lebensunterhalt bekommen. Hans von Zabeltitz war entweder mit Dorothea von Knobelsdorf und/oder Anna von Muschwitz verheiratet. Aufgrund des verbreiteten Namens Hans in der Zabeltitz’schen Familie ist dies nicht ganz sicher. Sie hatte 4.000 Taler in die Ehe eingebracht. Auch Hans standen 2.000 Taler Lehngeld zu. Lehngeld und Ehegeld sollten unverzinsbar auf dem Gut stehen bleiben. Die Eltern behielten sich allerdings die Nutzung des Vorwerks wegen des von der Mutter eingebrachten Ehegeldes von 400 Talern und des Lehengeldes für Hans in Höhe von 2.000 Gulden auf Lebenszeit vor. Interessant sind die Abgaben vom Gut Brodtkowitz von einem Schock Karpfen (= 60 Stück), einem halben Schock Hechte, zwei Viertel Wein, ein Viertel Äpfel und zwei Scheffel Birnen. Sollte Hans vor den Eltern sterben, sollten die genannten 6.000 Taler (für die vier Schwestern und den Sohn Hans) wieder an die Eltern fallen. Auf dem Gut lasteten außerdem ein Ritterdienst bestehend aus einem drei Viertel Pferd und zwölf Scheffel Pfarrzehnten, die Hans übernehmen musste.

1651 beschwerten sich die nach dem Dreißigjährigen Krieg übrig geblieben (oder auch neu zugezogenen) Bauern in Brodtkowitz über ihren Dorfherrn Hans von Zabeltitz, dass er acht wüste Höfe mit sieben Hufen zu einem neuen Vorwerk eingezogen habe, aber die vorherige Steuerlast von 550 fl. Schatzung nun auf die verbliebenen Bauern und Gärtner umgelegt habe, d. h., er wollte von den eingezogenen sieben Bauernhufen keine Steuern bezahlen. Das Vorwerk war damals an einen von Muschen (von Mosch) verpachtet. Anscheinend hatte Hans von Zabeltitz von seinem Vater Caspar noch eine Schuld in Höhe von 2.000 Talern gegen Siegmund von Zabeltitz in Klein Döbern übernommen, die auf dem Gut stehen geblieben war und verzinst werden musste. 1652 war Hans von Zabeltitz verstorben, nach Houwald war bis dato auch dessen Sohn Caspar ohne Erben verstorben. Das stark belastete Gut Brodtkowitz wurde nun Siegmund von Zabeltitz auf Klein Döbern gerichtlich übertragen. Dieser verkaufte es für 2.500 Taler weiter an Caspar Friedrich von Loeben. Die Formalitäten wie Auflassung, Bestätigung und Belehnung waren noch nicht vollzogen, als Siegmund von Zabeltitz Anfang/Mitte 1656 starb. Am 27. August 1656 forderte nun die Witwe des Siegmund Sibylla geb. von Muschwitz auf Klein Döbern von der Witwe des Hans (oder des Caspar?) ihr die fälligen Zinsen von den 2.000 Talern zu bezahlen, oder aber ihr das Gut zu überlassen, dann würde letztere die Zinsen von ihr erstattet bekommen. Nun erhielt am 26. Februar 1658 zunächst formal der Sohn Wolf Siegmund des verstorbenen Siegmund, auch in Namen seiner drei abwesenden Brüder Georg Siegmund, Caspar Christoph und Hans Heinrich von Zabeltitz den Lehnbrief für Brodtkowitz. Der Verkauf von Brodtkowitz kam dann schließlich doch zustande, denn am 18. August 1658 wurde Caspar Friedrich von Loeben mit dem Gut Brodtkowitz belehnt. In die gesamte Hand aufgenommen waren seine Brüder Hans Adam und Seyfried und sein Vetter, der kurfürstlich-brandenburgische Geheimrat Johann Friedrich Freiherr von Loeben auf Schönfeld.

Caspar Friedrich von Loeben besaß neben Brodtkowitz auch die Orte Wiesendorf, Kackrow und Laasow. Er war kurfürstlich-brandenburgischer Leutnant und Landesdirektor des Weichbildes Cottbus. Er war mit Eva Barbara von Roeder verheiratet, mit der er die Söhne Adam Wilhelm, Kaspar Friedrich und Johann Ferdinand hatte. Er starb am 25. April 1671. Die drei Söhne waren zu diesem Zeitpunkt noch minderjährig und erhielten mit ihrem Onkel Seyfried von Loeben auf Kunersdorf, Limberg und Milkersdorf einen Vormund. Sie erhielten am 8. Juni 1672 den Lehnbrief für Brodtkowitz. Der jüngste Sohn Johann Ferdinand starb jung am 14. November 1688, und der älteste Sohn Adam Wilhelm ging in dänische Kriegsdienste. Erbe war daher der Sohn Kaspar Friedrich, der am 4. Januar 1663 in Wiesendorf geboren worden war. Er erhielt am 26. Juni 1692 den Lehnbrief sowie am 29. Mai 1697 einen neuen Lehnbrief. Er heiratete am 19. Februar 1684 seine Cousine Erdmuthe Tugendreich von Schlieben, Tochter des Cornett Christian Dietrich von Schlieben auf Vetschau und der Anna Maria von Löben. Erdmuthe Tugendreich war die Pflegetochter des Seyfried von Loeben, da deren Mutter 1677, der Vater 1680 verstorben war. 1697 und folgende Jahre prozessierte Kaspar Friedrich von Loeben gegen Johann Eberhard von Droste zu Zützen zu Reddern wegen der Verdämmung des Buchholzer Fließes zwischen Casel und Brodkowitz. Kaspar Friedrich und Erdmuthe Tugendreich hatten zwei Söhne (und eine nicht bekannte Anzahl Töchter), von denen Christian Friedrich am 1. Mai 1721 Brodtkowitz vom Vater erhielt, das dieser wegen seines Alters seine Güter nicht mehr selber bewirtschaften konnte.