mini|hochkant=2.5| Der Diskuswurf der Männer bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta wurde am 29. und 31. Juli 1996 im Centennial Olympic Stadium ausgetragen. Vierzig Athleten nahmen teil.

Olympiasieger wurde der Deutsche Lars Riedel. Er gewann vor den beiden Belarussen Uladsimir Dubrouschtschyk und Wassil Kapzjuch.

Für Deutschland starteten neben dem Sieger Riedel Michael Möllenbeck und Jürgen Schult. Möllenbeck schied in der Qualifikation aus. Schult erreichte das Finale und belegte Rang sechs. Athleten aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Aktuelle Titelträger Olympiasieger 1992Romas Ubartas ()65,12 mBarcelona 1992Weltmeister 1995Lars Riedel ()68,76 mGöteborg 1995Europameister 1994Uladsimir Dubrouschtschyk ()64,78 mHelsinki 1994Panamerikanischer Meister 1995Roberto Moya ()63,58 mMar del Plata 1995Zentralamerika und Karibik-Meister 1995Yojer Medina ()18,46 mGuatemala-Stadt 1995Südamerika-Meister 1995Gert Weil ()19,02 mManaus 1995Asienmeister 1995 Bilal Saad Mubarak ()18,87 mJakarta 1995Afrikameister 1996Serge Doh ()51,92 mYaoundé 1996Ozeanienmeister 1994Gordon Barff ()48,54 mAuckland 1994

Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord74,08 mJürgen Schult ()Neubrandenburg, Deutschland25. August 1991, sport-record.de (englisch)Olympischer Rekord68,82 mFinale OS Seoul, Südkorea1. Oktober 1988 Rekordverbesserung Der deutsche Olympiasieger Lars Riedel verbesserte den bestehenden olympischen Rekord im Finale am 31. Juli um 1,42 m auf 69,40 m. Den Weltrekord verfehlte er dabei um 4,68 m.

Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: – verzichtet x ungültig Anmerkungen zu zwei Angaben: Zeiten: Ortszeit Atlanta (UTC−5) Weiten: in Metern (m) angegeben

Qualifikation 29. Juli 1996Official Report of the Centennial Olympic Games, v.3 The Competition Results, Resultate Leichtathletik: S. 94, englisch/französisch (PDF, 27.555 KB), abgerufen am 10. Januar 2022

Für die Qualifikation wurden die Athleten in zwei Gruppen gelost. Acht Werfer (hellblau unterlegt) übertrafen die direkte Finalqualifikationsweite von 62,50 m. Damit war die Mindestanzahl von zwölf Finalteilnehmern nicht erreicht. So wurde das Finalfeld mit vier weiteren Wettbewerbern (hellgrün unterlegt) aus beiden Gruppen nach den nächstbesten Weiten aufgefüllt und es wurden schließlich 62,22 m für die Finalteilnahme benötigt.

Gruppe A

9:30 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite 1 Lars Riedel 64,66 – – 64,66 2 Uladsimir Dubrouschtschyk 63,22 – – 63,22 3 Attila Horváth 58,94 62,90 – 62,90 4 Vaclavas Kidykas 59,64 62,74 – 62,74 5 Jürgen Schult 62,58 – – 62,58 6 Adam Setliff 62,36 58,42 60,06 62,36 7 Nick Sweeney 58,82 62,04 61,06 62,04 8 Robert Weir 61,64 60,54 x 61,64 9 Adewale Olukoju x 60,98 59,32 60,98 10 Diego Fortuna 57,78 59,30 60,08 60,08 11 Svein Inge Valvik 59,34 58,34 59,60 59,60 12 Roberto Moya 59,22 57,60 x 59,22 13 Daschdendewiin Machaschiri 59,16 54,18 x 59,16 14 Igor Primc 59,12 56,40 57,62 59,12 15 Costel Grasu 58,30 x 58,56 58,56 16 Andrij Kochanowskyj 57,90 x x 57,90 17 Marcelo Pugliese 56,72 x x 56,72 18 Alexander Boritschewski x 56,46 55,18 56,46 19 Roman Poltoratski x x 51,96 51,96 20 Jaroslav Žitňanský x 50,94 51,50 51,50

Gruppe B mini|hochkant=1.6| 11:00 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Weite 1 Virgilijus Alekna 64,50 – – 64,50 2 Anthony Washington 63,66 – – 63,66 3 Witali Sidorow x 57,60 63,42 63,42 4 Sergei Ljachow 59,62 62,42 – 62,42 5 Alexis Elizalde 60,98 62,22 61,44 62,22 6 Wassil Kapzjuch 57,28 61,14 62,22 62,22 7 John Godina 61,82 59,88 57,46 61,82 8 Ramón Jiménez-Gaona 58,18 61,36 x 61,36 9 Li Shaojie 58,54 60,06 60,20 60,20 10 Marek Bílek 59,86 58,42 58,62 59,86 11 Aleksander Tammert 58,84 x 59,04 59,04 12 Dragan Mustapić x 57,94 56,62 57,94 13 Shakti Singh 53,72 56,58 54,30 56,58 14 Vésteinn Hafsteinsson 53,94 52,14 56,30 56,30 15 Jason Tunks x x 55,58 55,58 16 Mickaël Conjungo x x 55,34 55,34 17 Michael Möllenbeck x 55,18 55,06 55,18 18 Glen Smith 54,88 x x 54,88 19 Chris Sua'mene 49,22 51,28 50,24 51,28 ogV David Martínez x x x ohne Weitere in Qualifikationsgruppe B ausgeschiedene Diskuswerfer:

Finale

31. Juli 1996, 19:33 Uhr Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch 4. Versuch 5. Versuch 6. Versuch Endresultat Anmerkungen 1 Lars Riedel x x 65,40 63,10 69,40 OR 69,24 69,40 OR 2 Uladsimir Dubrouschtschyk 64,86 66,60 64,38 59,68 x x 66,60 3 Wassil Kapzjuch 63,24 64,00 65,80 x 63,82 65,08 65,80 4 Anthony Washington 65,42 x x 61,34 x 62,50 65,42 5 Virgilijus Alekna 62,28 65,30 64,50 x 64,54 63,74 65,30 6 Jürgen Schult 62,82 64,42 62,62 64,62 64,38 63,78 64,62 7 Witali Sidorow 63,44 x x 62,76 63,78 62,82 63,78 8 Vaclavas Kidykas 61,48 57,52 62,78 x 61,68 61,88 62,78 9 Alexis Elizalde 60,52 60,36 62,70 nicht im Finale derbesten acht Werfer 62,70 10 Attila Horváth 60,66 62,28 59,72 62,28 11 Sergei Ljachow 60,62 59,90 x 60,62 12 Adam Setliff x 56,30 x 56,30 Zwölf Athleten hatten sich für das Finale qualifiziert, acht über die geforderte Qualifikationsweite und vier weitere über ihre Platzierungen. Jeweils zwei US-Amerikaner, Deutsche, Litauer und Belarussen trafen auf je einen Teilnehmer aus Kuba, Russland, der Ukraine und Ungarn.

Der dreifache Weltmeister Lars Riedel aus Deutschland war der Favorit für den Olympiasieg. Weitere Medaillenanwärter waren der belarussische Europameister und Vizeweltmeister Uladsimir Dubrouschtschyk, dessen Landsmann Wassil Kapzjuch als WM-Dritter, und Riedels Landsmann Weltrekordler Jürgen Schult, WM-Fünfter und EM-Dritter.

Die Führung nach der ersten Runde hatte der US-Amerikaner Anthony Washington inne. Er lag mit 65,42 m vor Dubrouschtschyk, der auf 64,86 m gekommen war. Im zweiten Versuch zog Dubrouschtschyk mit 66,60 m an Washington vorbei, der Litauer Virgilijus Alekna erreichte mit 65,30 m Platz drei. Riedel hatte bis dahin zwei Fehlversuche, stand also sehr unter Druck, um sich zumindest noch unter die besten Acht zu platzieren und damit die Möglichkeit für drei weitere Versuche zu haben. Riedel gelangen 65,40 m und lag damit hinter Washington auf Platz vier. Kapzjuch hatte 65,80 m erzielt und war nun Zweiter hinter seinem Teamkameraden Dubrouschtschyk.

Im vierten Durchgang gab es keine Veränderungen im Klassement. In Runde fünf bewies Riedel schließlich sein hohes Niveau und warf den Diskus auf die neue Olympiarekordweite von 69,40 m. Die letzte Versuchsserie brachte keine Veränderungen mehr. Lars Riedel gewann damit vor Uladsimir Dubrouschtschyk und Wassil Kapzjuch. Anthony Washington wurde Vierter vor Virgilijus Alekna und Jürgen Schult.

Videolinks Men's Discus Atlanta Olympics 31-07-1996, youtube.com, abgerufen am 10. Januar 2022 1996 Olympic Games Men's Discus Throw, youtube.com, abgerufen am 5. März 2018

Literatur Gerd Rubenbauer (Hrsg.), Olympische Sommerspiele Atlanta 1996 mit Berichten von Britta Kruse, Johannes Ebert, Andreas Schmidt und Ernst Christian Schütt, Kommentare: Gerd Rubenbauer und Hans Schwarz, Chronik Verlag im Bertelsmann Verlag, Gütersloh / München 1996, S. 38f

Weblinks Official Report of the Centennial Olympic Games, v.3 The Competition Results, Resultate Leichtathletik: S. 94, englisch/französisch (PDF, 27.555 KB), abgerufen am 10. Januar 2022 Olympedia, Athletics at the 1996 Summer Olympics, Discus Throw, Men, olympedia.org (englisch), abgerufen am 10. Januar 2022 Atlanta 1996, Athletics discus throw men Results, Offizielle Seite des IOC, abgerufen am 10. Januar 2022 Athletics at the 1996 Atlanta Summer Games: Men's discus throw, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 10. Januar 2022

Einzelnachweise

Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 1996