rahmenlos|170pxrahmenlos|170pxrahmenlos|170px Königreich Englandrahmenlos|40px927–1707Königreich Grossbritannienrahmenlos|40px1707–1801Vereinigtes Königreichrahmenlos|45pxseit 1801
Siebzehn Schweizer Truppen in englischen und britischen Diensten waren (nicht alle von den eidgenössischen Behörden genehmigt) von 1691 bis 1856 für das Königreich England, das Königreich Grossbritannien (ab 1707) und das Vereinigte Königreich Grossbritannien und Irland (ab 1801) im Einsatz, meist zugunsten von verbündeten Staaten.
Schweizer Truppen in fremden Diensten hiess der von Behörden der Schweizer Eidgenossenschaft mit Staatsverträgen geregelte Solddienst von geführten, ganzen Truppenkörpern im Ausland.
Diese Verträge enthielten ein Kapitel, das die militärischen Angelegenheiten regelte: die sogenannte Kapitulation (oder Privatkapitulation, wenn einer der Vertragspartner ein privater Militärunternehmer war).
Übersicht der Schweizer Truppen in englischen und britischen Diensten siehe auch Hinweis auf Diskussionsseite. Königreich England927–1707#engBezeichnungJahrKönigin Elisabeth I. 1558–1603 König Jakob II. 1685–1689Königin Maria II. 1689–1694König Wilhelm III. 1689–17021Bataillon Oberkan 1691–16942Regiment Sacconay 1694–1706dann HollandKönigin Anne 1702–1714 Königreich Grossbritannien1707–1801#engBezeichnungJahrKönig Georg I. 1714–17273Eidgenössisches Hilfskorpsaus Holland17154Zweites Berner Regimentaus Holland1719König Georg II. 1727–17605Bataillon Ostindien nicht regulär 1751–17556Regiment Prevost nicht regulär 1755–1756König Georg III. 1760–18017Regiment von Roll«Royal Etranger» 1794–18168Kolonialregiment de Meuron«His Majesty’s Regiment de Meuron»vorher Holland 1796–18169Regiment Stuart nicht regulär«Queen’s Own Germans» 1798–181810Emigranten-Regiment de Rovéréa nicht regulär 1799–180111Emigranten-Regiment Bachmann nicht regulär 1799–180112Emigranten-Regiment von Salis-Marschlins 1799–180113Emigranten-Regiment Paravicini nicht regulär 179914Emigranten-Bataillon de Courten nicht regulär 1800–180115Freikorps Managhetta nicht regulär 1799–1801 Vereinigtes KönigreichGrossbritannien und Irland1801–1927#engBezeichnungJahrKönig Georg III. 1801–182016Regiment von Wattenwyl 1801–1816Königin Victoria 1837–190117British Swiss Legion nicht regulär 1855–1856
Königinnen, die Schlüsselpersonen Die Monarchen der Britischen Inseln setzten ihre grosse Finanzkraft ein, um indirekt auf die Machtverhältnisse auf dem europäischen Festland einzuwirken. Sie sicherten ihren politischen Einfluss vor allem, indem sie ihren wechselnden Verbündeten die Geldmittel zur Werbung von Schweizer Truppen zur Verfügung stellten.
Königin Elisabeth I. hatte das Königreich England zur führenden Weltseemacht gemacht. Handel, Schmuggel und Raubzüge auf die spanische Flotte mit ihren Kolonialgütertransporten führten zu einem immensen Reichtum der Krone und der führenden Gesellschaftsschicht. Die unverheiratete und kinderlose Elisabeth I. war jedoch die letzte der Tudors. Nach ihrem Tod 1603 ging die Krone an die Stuarts.
Die Dynastie der Stuarts lieferte sich einen jahrzehntelangen Machtkampf mit dem englischen Parlament, der nach der sogenannten Glorious Revolution (deutsch: Glorreiche Revolution) 1689 mit der Bill of Rights (deutsch: Gesetzesvorlage der Rechte) und der Vertreibung des letzten männlichen Stuart auf dem Thron, Jakob II., endete.
(Die Bill of Rights ist die Grundlage für das heutige parlamentarische Regierungssystem im Vereinigten Königreich. Die britische Königin ist dadurch nicht mehr allein, sondern nur gemeinsam mit dem Parlament Trägerin der Staatssouveränität.)
Zwölf Jahre vorher hatte dessen Tochter, Maria II., ihren Cousin Wilhelm III. von Oranien, den Statthalter, Generalkapitän und Admiral der Vereinigten Niederlande, geheiratet, den prominentesten damaligen Führer der protestantischen Konfession. Er war der starke Mann, den hochstehende Persönlichkeiten des Parlaments zu Hilfe riefen und der sich militärisch mit einer Invasion Englands durchsetzte. Wilhelm und Maria anerkannten die Bill of Rights, dies im Gegensatz zu Jakob, der nach Frankreich zu Ludwig XIV. flüchten musste.
An seiner Stelle wurde das Paar 1689 in der Westminster Abbey als gleichberechtigte Monarchen der Königreiche England, Schottland und Irland gekrönt.
Ein Jahr vorher hatte Ludwig den Pfälzischen Erbfolgekrieg vom Zaun gerissen. Sein Versuch, die Stuarts auf der britischen Insel wieder zu installieren, misslang. Wilhelm brachte die Aufstände in Schottland und Irland bis 1691 unter Kontrolle und begann die antifranzösische Allianz zu unterstützen – auch mit Schweizer Truppen.
Der Konflikt wurde vor allem in Deutschland ausgetragen, weitete sich aber in die Niederlande, nach Italien, Spanien, in die Kolonien und in einen Kaperkrieg auf hoher See aus. Er konnte mit dem Frieden von Rijswijk 1697 beendet werden. Bezeichnung, Einsatzdauer (1eng) Bataillon OberkanHeinrich Türler, Viktor Attinger, Marcel Godet: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Vierter Band, Neuenburg 1927. 1691–1694 Jahr, Vertragspartner 1690, Privatkapitulation von Oberst Heinrich Oberkan aus Zürich mit Wilhelm III., von den eidgenössischen Behörden geduldet.
Im 17. Jahrhundert dienten bereits schweizerische Söldner in den Heeren Hollands und Englands. Die Kapitulation der Eidgenossen von 1480 mit Frankreich, und vor allem dessen finanzielle Möglichkeiten, verhinderten jedoch längere Zeit eine offizielle militärische Annäherung zwischen Wilhelm III. und den Eidgenossen. Besonders die protestantischen Kantone verfolgten mit Sorge die Bedrängnis ihrer niederländischen Glaubensgenossen. Es brauchte aber etliche unfreundliche Akte Frankreichs, z. B. den offensiven Einsatz seiner Schweizer Truppen trotz anders lautender Kapitulationsbestimmungen, schliesslich die Aufhebung des Ediktes von Nantes 1685 mit der Vertreibung der Hugenotten und den französischen Überfall 1688 auf die Kurpfalz, bis in der Eidgenossenschaft die Stimmung kippte. Anfänglich wurden inoffiziell Privatkapitulationen, wie die von Oberkan, geduldet, jedoch schon bald mit obrigkeitlicher Bewilligung Schweizer Truppen für andere Staaten im Vertragsverhältnis angeworben.
1690 schlossen die protestantischen Kantone Zürich, Bern, Glarus, Schaffhausen und Appenzell Ausserrhoden sowie die Stadt St. Gallen mit Englands König Wilhelm III. einen VertragMoritz von Wattenwyl: Die Schweizer in fremden Kriegsdiensten. Separatdruck aus dem Berner Tagblatt, Bern 1930. für zwei Schweizer Regimenter ab, in den die holländischen Generalstaaten ausdrücklich eingeschlossen wurden, dem aber noch keine unmittelbare englische Werbung folgte. Bestand,Formation 1 Bataillon von 800 Mann. Herkunft Kader, Truppe k. A. Besitzer, Kommandant, Namensgeber Oberst Heinrich Oberkan aus Zürich. Er hatte den französischen Dienst quittiert und in England angeworben. Einsatz, Ereignisse Das Bataillon in englischem Sold wurde dem Herzog Viktor Amadeus II. von Savoyen zur Verfügung gestellt.
Es kämpfte im Pfälzischen Erbfolgekrieg im Piemont.
Beim Tod von Oberst Oberkan 1694 ging sein Bataillon im Regiment Sacconay auf. Bezeichnung, Einsatzdauer (2eng) Regiment Sacconay 1694–1706/1714 Jahr, Vertragspartner 1694, Kapitulation von Oberst Jean de Sacconay aus Lausanne mit Wilhelm III., von den eidgenössischen Behörden anerkannt. Bestand,Formation 1 Regiment von 1'600 Mann. Herkunft Kader, Truppe Viele Offiziere stammten aus der Waadt und dem Freistaat Graubünden, die Mannschaft aus Bern, Waadt, Basel, Graubünden und Zürich. Je eine Kompanie war im Besitz der Brüder Caspar und Salomon Hirzel aus Zürich.mini|Savoyen und Piemont um 1700 Besitzer, Kommandant, Namensgeber Oberst Jean de Sacconay aus Lausanne. Er hatte den französischen Dienst quittiert und in Holland angeworben, wo ihn Wilhelm mit der Werbung beauftragte; 1707 Oberst Antoine de Mestral aus der Waadt. Einsatz, Ereignisse Das Bataillon Oberkan wurde, nach dessen Tod 1694, in englischem Sold mit einem weiteren Bataillon zum Regiment ausgebaut und dem Herzog Viktor Amadeus II. von Savoyen zur Verfügung gestellt.
Es kämpfte im Pfälzischen Erbfolgekrieg im Piemont.
Zwei Jahre später, 1696, wechselte das Regiment in holländischen Dienst. Dort wurde es 1714 aufgelöst und seine Einheiten auf die übrigen Schweizer Regimenter und das von Albemarle verteilt. Nachdem Maria II. 1694 gestorben war, wurde Wilhelm III. Alleinherrscher bis zu seinem Tod 1702. Seine Nachfolgerin Anne, die Schwester von Maria, war 1707 die erste Königin von Grossbritannien, jedoch auch die letzte Monarchin der Stuarts.
Es folgte, 1714 mit Georg I., die Ära des Hauses Hannover.
Die Stuart-Anhänger geben nicht auf Georg I. und seine Nachfolger waren mehrmals mit dem Versuch der Jakobiten konfrontiert, die Hannoveraner wieder durch die Stuarts zu ersetzen. Meist gingen die Aufstände von Schottland aus und wurden niedergeschlagen – auch mit der Hilfe von Schweizer Truppen, die von Holland bezogen und mit englischem Geld finanziert wurden. Bezeichnung, Einsatzdauer (3eng) Eidgenössisches Hilfskorps aus Holland 1715 Jahr, Vertragspartner 1688: Hilfsbündnis zwischen Wilhelm III. und den Generalstaaten. Bestand,Formation 6 Bataillone der Schweizer Regimenter in holländischen Diensten. Herkunft Kader, Truppe Aus den holländischen Regimentern Stürler, Schmidt und de Chambrier. Besitzer, Kommandant, NamensgeberJacques François de Goumoens von Orbe und Bern. Einsatz, Ereignisse Die Truppen wurden Georg I. von den Generalstaaten zur Bekämpfung des 1. Jakobiten-Aufstandes in Schottland zur Verfügung gestellt. Die schottischen Jakobiten standen, nach dem Tod von Ludwig XIV. ohne französische Unterstützung, auf verlorenem Posten. Bezeichnung, Einsatzdauer (4eng) Zweites Berner Regiment aus Holland 1719 Jahr, Vertragspartner 1688: Hilfsbündnis zwischen Wilhelm III. und den Generalstaaten. Bestand,Formation 1 Regiment von 1'600 Mann. Herkunft Kader, Truppe Das holländische Zweite Berner Regiment. Besitzer, Kommandant, NamensgeberJacques François de Goumoens von Orbe und Bern. Einsatz, Ereignisse Die Truppen wurden Georg I. von den Generalstaaten in englischem Sold zum Einsatz gegen eine zweite Aufwallung des 1. Jakobiten-Aufstandes in Schottland zur Verfügung gestellt. Die Kämpfe waren auf einen unrealistischen Plan des spanischen Kardinals Giulio Alberoni zurückzuführen, England zu erobern.
Frankreich und die Kolonien im Fokus mini|Mogulreich um 1700
Die Britische Ostindien-Kompanie (BEIC) war durch einen Freibrief von Elisabeth I. entstanden und mit weitestgehenden Rechten, Privilegien, Monopolen sowie einer eigenen Armee ausgestattet, mit dem Zweck – vereinfacht gesagt –, die Kolonien in Asien hemmungslos ausbeuten zu können.
Sie hatte sich in den Karnatischen Kriegen gegen identische französische Absichten zu behaupten.
Die britische Position Fort St. George in Madras seit 1639 (später: 1665 Bombay, 1686 Fort St. David bei Pondicherry und 1696 Fort William an der Gangesmündung bei Kalkutta) geriet im Ersten Karnatischen Krieg unter Druck, als sich die Franzosen in Pondicherry, Chandarnagar an der Gangesmündung, Mahe und Carrical festgesetzt hatten und ihr Gouverneur, Admiral Bourdonnais, 1746 das britische Madras erobern konnte.
Dem vom französischen Generalgouverneur in Pondicherry, Dupleix, beauftragten Ingenieur Hauptmann Paradis, einem Schweizer aus Freiburg (?), geboren in LondonJulian James Cotton: His Majesty’s regiment de Meuron, in The Calcutta Review, No. 234, October 1903, Seite 193.Eine andere Quelle bezeichnet Louis Paradis de La Roche allerdings als französischen Staatsbürger, geboren in Landau (Elsass). (?), gelang es, Madras gegen eine zehnfache Übermacht des mit den Briten verbündeten Mahfuz Khan, Sohn des Herrschers von Arcot, Anwaruddin Khan, in der Schlacht von Aydar zu behaupten.
Der Sieg war allerdings vergeblich: im Frieden von Aachen wurde Madras 1748 wieder Grossbritannien zugeteilt.