Das Messer im Rücken ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahre 1975 von Ottokar Runze mit Hans Brenner in der Hauptrolle.

Handlung Das titelgebende Messer im Rücken hat einen Jungen getroffen, der sich mit seinen Kumpanen im Wald im Messerwurf versucht hatte. Der Junge kommt mit dem Leben davon und erklärt, dass nicht der Messerwerfer schuld an dem Unfall hatte, sondern vielmehr er selbst. Diese kleine Episode dient als Einstieg zur eigentlichen Geschichte, in deren Mittelpunkt eine Bluttat steht, die sich im Hamburger Rotlichtviertel St. Pauli abgespielt hatte. Sechs Zeugen behaupten gesehen zu haben, wie ein Zuhälter einen griechischen Gastarbeiter erstochen habe. Der mutmaßliche Täter floh, stellte sich aber wenig später der Polizei. Bei der Vernehmung behauptet jener Hans Eder, ein in Hamburg ansässiger, gebürtiger Wiener, bei dem Zwischenfall habe es sich um einen tragischen Unfall gehandelt. Das Messer, so Eder, habe er zufällig bei sich getragen, und der Grieche habe ihn angegriffen. Eder habe sich also lediglich verteidigt und habe den Mann niemals töten wollen.

Bei der anschließenden Vernehmung durch den Untersuchungsrichter werden sechs Zeugen befragt. Keiner von ihnen kann die Version des Zuhälters bestätigen, andererseits widersprechen sich aber auch die Zeugenaussagen untereinander. Jeder hat einen anderen Tathergang in Erinnerung, und der Zuschauer kann nun die Wahrhaftigkeit dieser Aussagen vergleichen, da der tatsächliche Vorgang wiederholt gezeigt wird. Es geht um die Frage der Schuld, und es geht um die objektive Wahrheit. Die Gegenüberstellung der verschiedenen Aussagen, die Beeinflussung der Aussagen durch die verschiedensten Interessen aller Beteiligten machen recht bald deutlich, dass es eine objektive Wahrheit aber gar nicht gibt, zumal der wichtigste Zeuge, der tote Grieche, nicht mehr befragt werden kann. Zu den Schöffen im anstehenden Schwurgerichtsprozess gehören auch zwei Elternteile der beiden am Messerwurf-Unglück beteiligten Kinder: der Vater des Werfers und die Mutter des Verletzten. Ein Lehrer der beiden Jungs ist gleichfalls dabei, ebenso ein Arzt und eine Krankenschwester sowie eine weitere, an den Vorgängen im Wald und deren Folgen nicht beteiligte Person.

Angesichts dieser Schöffen-Konstellation, so zeigt der Film, ist eine wirkliche Neutralität und Objektivität nicht zwingendermaßen angezeigt, zumal Mutter, Vater, Arzt und Krankenschwester in den Fall des messerwerfenden Kindes involviert gewesen waren. Befangenheiten und Voreingenommenheiten können, so die Botschaft, selbst die Schöffen mit den besten Absichten ihre Neutralität verlieren lassen. Die eigene Schuld, etwa die eines unaufmerksam gewesenen Elternteils oder einer medizinische Hilfe leistenden Person, darf bei der Beurteilung des zu verhandelnden, fremden Falles ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden. Was ist es also im Fall des toten Griechen? Vorsätzliche Tat, wie der Staatsanwalt unterstellt, oder ein tragischer Unglücksfall, wie der Beschuldigte behauptet? Die Schöffen müssen ein Urteil fällen, und in diesem Fall folgt dem der Schuldspruch. Hans Eder wird zurück in seine Gefängniszelle transportiert, die Schulkinder aber haben sich wieder zusammengerauft und spielen friedlich miteinander.

Produktionsnotizen Das Messer im Rücken entstand zwischen dem 1. und dem 24. März 1975 in Hamburg. Nach der FSK-Prüfung am 19. Juni 1975 kam der Film am 11. Juli 1975 in die deutschen Kinos.

Ausstattung und Kostüme stammen von Peter Scharff.

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Kategorie:Filmtitel 1975 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmdrama