Ljuboml ( und ; ; ) ist eine ukrainische Stadt mit etwas mehr als 10.000 Einwohnern. Sie liegt in der Oblast Wolyn, nahe dem polnisch-ukrainischen Grenzübergang Jahodyn beim Dorf Starowojtowe. Die nächstgrößeren Städte sind Kowel, Wolodymyr und Nowowolynsk. mini|links|Panoramablick auf den Ort

Geschichte Die Ortschaft wurde 1287 zum ersten Mal schriftlich erwähnt, erhielt 1541 das Magdeburger Stadtrecht und lag bis zur Dritten Polnischen Teilung 1795 in der Woiwodschaft Ruthenien / Chełmer Land in der Polnischen Adelsrepublik. Danach kam sie zum Russischen Reich, nach dem Ersten Weltkrieg kurzzeitig zur Westukrainischen Volksrepublik und 1921 zu Polen. Infolge des Hitler-Stalin-Pakts besetzte die Sowjetunion im Herbst 1939 das Gebiet. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 kam die Stadt unter deutsche Herrschaft und gehörte zum Generalgouvernement. 1944 wurde sie durch die Rote Armee zurückerobert und in die Ukrainische SSR der Sowjetunion eingegliedert. Seit deren Zerfall 1991 ist Ljuboml Teil der unabhängigen Ukraine.

Jüdisches Leben in Ljuboml Die jüdische Gemeinschaft in Ljuboml bestand schon im 14. Jahrhundert und war eine der ältesten im polnisch-litauischen Reich. Bereits 1510 (oder 1521) wurde die große, eindrucksvolle Wehrsynagoge erbaut.https://shtetlroutes.eu/en/lyuboml-putvnik/ Jüdische Geschichte in Ljuboml. Abgerufen am 17. Februar 2018.

1847 lebten 2130 Juden in der Stadt, 50 Jahre später 3300; dies waren 72 % der Einwohner. Im Ersten Weltkrieg nahm die Gesamtbevölkerung ab, der Anteil der Juden wuchs aber auf 91 % im Jahr 1931.

Da einige jüdische Bewohner im Herbst 1939 ein Willkommensschild für die einrückende Rote Armee errichtet hatten, richtete die abziehende polnische Division einige Bürger hin.

Unter der Sowjetherrschaft wurden die Juden nicht verfolgt, jedoch waren alle unabhängigen Organisationen und Aktivitäten verboten und es wurde keine Rücksicht auf jüdische Bräuche und Gewohnheiten genommen.Luboml: The Memorial Book of a Vanished Shtetl. ISBN 978-0-88125-580-5.Berl Kagan: Luboml. KTAV Publishing House, Inc., 1997, ISBN 978-0-88125-580-5, S. 244 ().

Nach dem Überfall auf die Sowjetunion gelangte Ljuboml unter deutsche Herrschaft. Die Juden wurden in ein Ghetto auf engstem Raum zusammengepfercht und gezwungen, die alten Thorarollen und Bücher aus der Synagoge zu holen und zu verbrennen. Am 1. Oktober 1942 wurden die Juden in einer Massenaktion in einem nahegelegenen Wald erschossen.

Von den Juden Ljubomls überlebten nur 51 den Holocaust.http://www.jewishvirtuallibrary.org/luboml-ukraine-jewish-history-tour Überlebende Juden. Abgerufen am 17. Februar 2018. Die Synagoge wurde während der deutschen Besatzung zwar beschädigt, blieb aber erhalten und wurde, kurz nach dem Krieg, von den sowjetischen Behörden vollständig abgetragen.

Verwaltungsgliederung Am 4. August 2017 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Ljuboml (ukrainisch ). Zu dieser zählen noch die 14 in der untenstehenden Tabelle aufgelistetenen Dörfer.Відповідно до Закону України "Про добровільне об'єднання територіальних громад" у Волинській області у Любомльському районі Любомльська міська, Бірківська, Запільська, Куснищанська, Підгородненська та Почапівська сільські ради рішеннями від 2, 3 і 4 серпня 2017 Zuvor bildete die Stadt die gleichnamige Stadtratsgemeinde Ljuboml (Любомльська міська рада/Ljubomlska miska rada) im Zentrum des Rajons Ljuboml.

Am 17. Juli 2020 wurde der Ort Teil des Rajons Kowel.Верховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX "Про утворення та ліквідацію районів"

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Ljuboml Teil der Gemeinde: Name ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch polnisch Birky Бірки Борки (Borki) Borki Boremschtschyna Боремщина Боремщина (Boremschtschina) Boremszczyzna Horodnje Городнє Городнее (Gorodneje) Horodno Krasnowolja Красноволя Красноволя Krasnowola Kusnyschtscha Куснища Куснища (Kusnischtscha) Kuśniszcze Lysnjaky Лисняки Лысняки (Lysnjaki) Leśniaki Pidhorodnje (bis 2024 PidhorodneВерховна Рада України; Постанова від 19.09.2024 № 3984-IX Про перейменування окремих населених пунктів та районів) Підгороднє (bis 2024 Підгородне) Подгородное (Podgorodnoje) Podhorodno Potschapy Почапи Почапы Poczapy Sapillja Запілля Заполье (Sapolje) Zapole Sastawje Застав'є Заставье Zastawie Skyby Скиби Скибы (Skiby) Skiby Tschornoplessy Чорноплеси Черноплесы (Tschernoplessy) Czarnoplesy Wilka-Pidhorodnenska Вілька-Підгородненська Вилька-Подгородненская (Wilka-Podgorodnenskaja) Wólka Podhorodeńska Wyhnanka Вигнанка Выгнанка (Wygnanka) Wygnanka

Persönlichkeiten Natalija Uschwij (1898–1986), ukrainisch-sowjetische Film- und Theaterschauspielerin Sonia Orbuch (1925–2018), polnisch-jüdisch-amerikanische Holocaust-Pädagogin

Wappen Beschreibung: In Gold zwei pfahlgestellte silberne bewehrte gegengekehrte graue rotgezungte Wisente.

Trivia Im Jahr 1918 gab der Magistrat von Ljuboml eine Briefmarkenserie mit Ansichten der Stadt heraus. Die Beschriftung war in den 4 Sprachen , , und . Es war das erste Mal, dass hebräische Buchstaben auf Briefmarken erschienen.https://shtetlroutes.eu/en/lyuboml-putvnik/ Briefmarken in Hebräisch. Abgerufen am 17. Februar 2018.

Weblinks

Offizielle Website des Bezirks Ljuboml Dokumentarfilm „Luboml: My Heart Remembers“ über das jüdische Leben in Ljuboml zwischen den Kriegen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Oblast Wolyn Kategorie:Ersterwähnung 1287 Kategorie:Rajon Kowel Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1541