Der Kreis Warendorf liegt im Münsterland im Regierungsbezirk Münster im Norden des Landes Nordrhein-Westfalen. Er entstand am 1. Januar 1975 im Zuge der Kreisgebietsreform durch das Münster/Hamm-Gesetz. Einwohnerreichste Stadt des Kreises ist Ahlen, Kreisstadt ist Warendorf.
Geographie Lage Das Gebiet des Kreises ist weitgehend flache münsterländische Parklandschaft, die höchste Erhebung sind die Beckumer Berge mit dem 173 Meter hohen Mackenberg in Oelde und die ebenfalls 173 m hohe Abraumhalde in Ahlen.
Größte Flüsse im Kreisgebiet sind Ems, die den Kreis in Ost-West-Richtung durchfließt, und Lippe, die in Ahlen und Wadersloh die südliche Kreisgrenze bildet.
Kreisgliederung
Der Kreis Warendorf gliedert sich in 13 kreisangehörige Gemeinden, von denen vier Mittlere kreisangehörige Städte sind.
Name Einwohner Fläche Einw./km² Status AGS Ahlen km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 570 004 Beckum km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 570 008 Beelen km² kreisangehörige Gemeinde 05 570 012 Drensteinfurt km² kreisangehörige Stadt 05 570 016 Ennigerloh km² kreisangehörige Stadt 05 570 020 Everswinkel km² kreisangehörige Gemeinde 05 570 024 Oelde km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 570 028 Ostbevern km² kreisangehörige Gemeinde 05 570 032 Sassenberg km² kreisangehörige Stadt 05 570 036 Sendenhorst km² kreisangehörige Stadt 05 570 040 Telgte km² kreisangehörige Stadt 05 570 044 Wadersloh km² kreisangehörige Gemeinde 05 570 048 Warendorf km² mittlere kreisangehörige Stadt 05 570 052 km² Kreis Warendorf 05 570 (Einwohnerzahlen vom )
Nachbarkreise und -städte Der Kreis Warendorf grenzt im Uhrzeigersinn im Norden an den Kreis Steinfurt (in Nordrhein-Westfalen), an den Landkreis Osnabrück (in Niedersachsen), an die Kreise Gütersloh und Soest, an die kreisfreie Stadt Hamm, an den Kreis Coesfeld sowie an die kreisfreie Stadt Münster.
Geschichte Der heutige Kreis Warendorf entstand am 1. Januar 1975 im Rahmen des Münster/Hamm-Gesetzes durch den Zusammenschluss der damaligen Kreise Beckum und Warendorf. Hinzu kamen noch die Stadt Drensteinfurt, die bis dahin dem Kreis Lüdinghausen angehörte, sowie Albersloh, Rinkerode und Telgte aus dem aufgelösten Kreis Münster. Von den Gemeinden des Altkreises Warendorf wurden Westbevern nach Telgte sowie Ostenfelde und Westkirchen nach Ennigerloh eingemeindet. Einen, Freckenhorst und Milte wurden in die Stadt Warendorf eingemeindet. Die Ämter Beelen und Ostbevern wurden aufgehoben. Die Archive der Kreise Beckum und Warendorf wurden zusammengelegt zum heutigen Kreisarchiv Warendorf.
Einwohnerentwicklung mini|400px|right|Bevölkerungspyramide für den Kreis Warendorf (Datenquelle: Zensus 2011)
Jahr EinwohnerLandesdatenbank Nordrhein-Westfalen 1975 242.195 1980 247.941 1985 247.357 1990 257.028 1995 272.534 2000 280.443 2005 283.395 2010 278.145 2015 277.431 2020 277.417 2022 282.263
Politik
Landrat 1975–1993: Josef Predeick, CDU 1993–1999: Franz-Josef Harbaum, CDU 1999–2006: Wolfgang Kirsch, CDU seit 2006: Olaf Gericke, CDU
Oberkreisdirektoren 1975–1986: Winfried Schulte 1987–1999: Wolfgang Kirsch, CDU
Kreistag 2025 Aktuell gibt es im Kreistag folgende Sitzverteilung nach Fraktionen (Stand August 2021):
CDU SPD GRÜNE FWG DIE LINKE. AfD FDP Fraktionslose Gesamt 27 12 9 7 4 3 3 FREIE WÄHLER:1 66
Wappen In Rot ein schräger goldener Wellenbalken, begleitet von je einer goldenen Rosette.
Das Kreiswappen ist eine Kombination der Wappen der ehemaligen Kreise Beckum und Warendorf. Die Farben Rot und Gold deuten auf die Farben des Hochstifts Münster hin, zu dem das Gebiet beider Kreise bis 1803 gehörte. Der Wellenbalken aus dem Beckumer Kreiswappen weist auf den Wasserreichtum des Beckumer Hügellandes und auf seinen Hauptwasserlauf, die Werse, hin. Die Sonnenräder (Rosetten) des alten Warendorfer Kreiswappens sind dem Familienwappen der Familie Vogt von Warendorpe entnommen.
Verliehen am 20. Mai 1976.
Partnerschaften Der Kreis Warendorf unterhält eine Partnerschaft mit dem Landkreis Müritz in Mecklenburg-Vorpommern.
Infrastruktur/Verkehr mini|Das Logo für Öffentlichkeitsarbeit des Kreises Warendorf
Verkehr Der Kreis wird im südlichen Kreisgebiet von der Bundesautobahn 2 mit den Abfahrten Beckum und Oelde erschlossen. An der Westflanke des Kreises führt die Bundesautobahn 1 vorbei. Hier besteht allerdings keine eigene Abfahrt im Bereich des Kreises Warendorf (Ahlen und Drensteinfurt), sondern erst im Nachbarkreis Coesfeld. Weiterhin wird der Kreis durch zahlreiche Bundes- und Landesstraßen (B 51, B 58, B 61, B 64, B 475, B 476) erschlossen.
Zwei Bahnstrecken mit Fern- bzw. Regional-Verkehr und eine Nebenbahn erschließen das Kreisgebiet im Personenverkehr: Bielefeld – Hamm mit den Bahnhöfen Oelde, Neubeckum und Ahlen(Westf), Hamm – Münster – Osnabrück mit Stationen in Mersch, Drensteinfurt, Rinkerode, Westbevern und Ostbevern sowie Bielefeld – Münster mit Stationen in Beelen, Warendorf, Warendorf-Einen-Müssingen (Bedarfshalt) und Telgte.
Die Strecken Neubeckum–Ennigerloh und Münster–Neubeckum–Beckum–Lippstadt–Warstein werden nur noch im Güterverkehr durch die Westfälische Landes-Eisenbahn bedient.
Busverbindungen werden hauptsächlich durch die Regionalverkehr Münsterland (RVM) angeboten, die auf wichtigen Linien im Stunden-Takt fährt. In den Randgemeinden kann dies teilweise auch durch Busunternehmen der Nachbarkreise geschehen. Einige Linien wurden auf einen Anrufbetrieb mit Kleinbussen umgestellt („Taxibus“).
Trinkwasser Nördlich der Ems gelangen durch die vielen sandhaltigen Böden mehr Nitrate ins Grundwasser als südlich der Ems mit mehr tonhaltigen Böden, welche weniger wasserdurchlässig sind. Deshalb werden die Grenzwerte im Trinkwasser vor allem nördlich der Ems überschritten.
Krankenhäuser St.-Franziskus-Hospital, Ahlen – Haus der Grundversorgung Kinderklinik St. Franziskus, Ahlen – Haus der Grundversorgung, Perinataler Schwerpunkt St.-Elisabeth-Hospital, Beckum – Haus der Grundversorgung Marienhospital, Oelde – Haus der Grundversorgung St.-Josef-Stift, Sendenhorst – Fachklinik für Orthopädie, Traumatologie und Rheumatologie St.-Rochus-Hospital, Telgte – Fachklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Josephs-Hospital, Warendorf – Haus der Grundversorgung Klinik Walstedde, Drensteinfurt – Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
Lokalradio Radio WAF
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem damaligen Landkreis Warendorf bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen WAF zugewiesen. Nach dessen Auflösung führte der neugegründete Kreis Warendorf ab dem 1. Januar 1975 das Kennzeichen weiter.
Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus dem Altkreis Beckum Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren PA bis ZZ und den Zahlen von 1 bis 999.
Seit dem 22. April 2014 ist auch das Unterscheidungszeichen BE (Beckum) erhältlich.
Siehe auch Liste der Museen im Kreis Warendorf
Literatur
Weblinks
Website des Kreises Warendorf Die Veränderung der Wirtschaftsstruktur im Kreis Warendorf 1969–1990 (PDF; 1,49 MB) Bestände des Kreisarchivs Warendorf im Archivportal-D
Einzelnachweise
Warendorf