Als Meningismus wird das Symptom der schmerzhaften Nackensteifigkeit („Genickstarre“) bei Reizungen und Erkrankungen der Hirnhäute bezeichnet. Er ist eine reflektorische Verspannung der Nackenmuskulatur als Reaktion auf den Schmerz; bei tiefer Bewusstlosigkeit (Koma) löst er sich wieder. Zu einem meningealen Reizsyndrom (genannt auch meningeales Syndrom und MeningitissyndromKarl Wurm, A. M. Walter: Infektionskrankheiten. 1961, S. 183 f. (Meningismus und Meningitissyndrom).) gehören ferner Übelkeit bis zum Erbrechen sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit (Photo-/Phonophobie).
Folgende klinische Zeichen sind typischerweise beim Meningismus ebenfalls positiv: Brudzinski-Zeichen Kernig-Zeichen Lasègue-Zeichen
Erkrankungen miniatur|Ausgeprägter Meningismus bei einem Erkrankten der Meningokokken-Epidemie von 1911–1912 in Texas. Typische Erkrankungen mit Meningismus sind: Meningitis (Hirnhautentzündung) Subarachnoidalblutung Meningeosis carcinomatosa Septikopyämie Sonnenstich Sinusthrombose
Differentialdiagnose
Schmerzhafte Nackensteifigkeit kann auch durch nicht meningeale Ursachen hervorgerufen werden, sie wird dann neutraler als Nackenbeugeschmerz bezeichnet. Dafür kommen differentialdiagnostisch in Frage: Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule Arthrose im Bereich der Halswirbelgelenke Migräne Frakturen der Halswirbel Tumor Rigor Angina tonsillaris
Einzelnachweise
Kategorie:Krankheitsbild in der Neurologie Kategorie:Krankheitssymptom in der Neurologie Kategorie:Hirnhaut