Die 16. Ausgabe des Festival della Canzone Italiana di Sanremo fand 1966 vom 27. bis 29. Januar im städtischen Kasino in Sanremo statt und wurde von Mike Bongiorno zusammen mit Paola Penni und Carla M. Puccini moderiert.
Ablauf mini|Das städtische Kasino, Veranstaltungsort des Sanremo-Festivals In diesem Jahr wurden zwei Lieder mehr als in den Vorjahren zugelassen, es wurden also an den ersten beiden Abenden je 13 Lieder präsentiert. Je sechs schafften es ins Finale, zusätzlich wurden zwei von einer eigenen Jury „zurückgeholt“, sodass am letzten Abend ganze 14 Lieder um den Sieg konkurrierten. Ein internationaler Partner war nicht mehr verpflichtend, wodurch wieder mehr italienische Teilnehmer im Wettbewerb waren. Unter den 21 Dirigenten des Orchesters debütierten Detto Mariano und Nello Ciangherotti. Die Organisation verblieb bei Gianni Ravera, die Moderation bei Mike Bongiorno.
Viel Aufmerksamkeit auf sich zog im Teilnehmerfeld die Kombination Domenico Modugno und Gigliola Cinquetti, schließlich hatte Modugno den Sieg Cinquettis 1964 noch scharf kritisiert; doch die nun volljährige Sängerin konnte sich neu präsentieren. Weitere interessante Zusammenstellungen dieses Jahres waren Claudio Villa und Pino Donaggio sowie Ornella Vanoni und Orietta Berti. Adriano Celentano kehrte nach fünf Jahren zum Festival zurück und auch Bobby Solo konnte trotz Widerstand vonseiten der RAI erneut teilnehmen. Neu dabei war der junge Lucio Dalla. Aus dem Ausland nahmen unter anderem die Band The Yardbirds und der Sänger Pat Boone teil. Spürbar war der Einfluss der von der Beatlemania ausgelösten Beatwelle, auf der Gruppen wie Equipe 84 oder I Ribelli nach Sanremo kamen.
Große Entdeckung 1966 war die 19-jährige Caterina Caselli, die mit Nessuno mi può giudicare und ihrem Auftreten überzeugen konnte. Weitere Favoriten waren Sergio Endrigo mit Adesso sì und Iva Zanicchi mit La notte dell’addio. Stars wie Celentano, Solo oder Gino Paoli sowie die modernen Beatgruppen fielen bei den Jurys hingegen durch. Im Finale kam es zu einem Aufruhr, als I Ribelli (ihr Entdecker Celentano war im Publikum anwesend) sich von Fans feiern ließen und die Bühne nicht mehr verlassen wollten; um Iva Zanicchis folgenden Auftritt zu ermöglichen, mussten die Veranstalter die Polizei einsetzen. Dies sorgte für Empörung bei den Anwesenden des Clan Celentano und aufgrund der wütenden Proteste musste die Fernsehübertragung unterbrochen werden. Vier Personen (darunter Miki Del Prete) wurden anschließend wegen Bedrohung eines Amtsträgers angezeigt.
Mit dem Sieg von Dio, come ti amo endete das Festival 1966, allerdings erwies sich Casellis Nessuno mi può giudicare als erfolgreichster Wettbewerbsbeitrag des Jahres.
Teilnehmende Beiträge Platzierung Interpret Lied Autoren 1 Domenico Modugno / Gigliola Cinquetti Dio, come ti amo Domenico Modugno 2 Caterina Caselli / Gene Pitney Nessuno mi può giudicare Daniele Pace, Mario Panzeri, Luciano Beretta, Miki Del Prete 3 Wilma Goich / Les Surfs In un fiore Carlo Donida, Mogol 4 Claudio Villa / Pino Donaggio Una casa in cima al mondo Pino Donaggio, Vito Pallavicini 5 Anna Identici / New Christy Minstrels Una rosa da Vienna Gianluigi Guarnieri, Bruno Lauzi 6 Orietta Berti / Ornella Vanoni Io ti darò di più Memo Remigi, Alberto Testa Giorgio Gaber / Pat Boone Mai, mai, mai, Valentina Gene Colonnello, Alberto Testa 8 Edoardo Vianello / Françoise Hardy Parlami di te Edoardo Vianello, Vito Pallavicini 9 Peppino Gagliardi / Pat Boone Se tu non fossi qui Carlo Alberto Rossi, Marisa Terzi 10 Milva / Richard Anthony Nessuno di voi Gorni Kramer, Vito Pallavicini 11 Sergio Endrigo / Chad & Jeremy Adesso sì Sergio Endrigo 12 Remo Germani / Les Surfs Così come viene Ezio Leoni, Vito Pallavicini 13 Iva Zanicchi / Vic Dana La notte dell’addio Arrigo Amadesi, Giuseppe Diverio, Memo Remigi, Alberto Testa 14 I Ribelli / New Christy Minstrels A la buena de Dios Walter Malgoni, Bruno Pallesi Gino Paoli / Ricardo La carta vincente Gino Paoli Gino / Luciana Turina Dipendesse da me Vito Pallavicini, Iller Pattacini Equipe 84 / Renegades Un giorno tu mi cercherai Pantros, Franco Campanino Franco Tozzi / Bobby Vinton Io non posso crederti Gianni Marchetti, Gianni Sanjust Anna Marchetti / Plinio Maggi Io ti amo Gianni Fallabrino, Plinio Maggi Nicola Di Bari / Gene Pitney Lei mi aspetta Vito Pallavicini, Alberto Baldan Bembo Lucio Dalla / The Yardbirds Pafff… bum Sergio Bardotti, Gian Franco Reverberi Giuseppe Di Stefano / P. J. Proby Per questo voglio te Mogol, Mansueto Deponti Luciano Tomei / Los Paraguayos Quando vado sulla riva Franco Maresca, Mario Pagano Bobby Solo / The Yardbirds Questa volta Mogol, Roberto Satti Adriano Celentano / Trio del Clan Il ragazzo della via Gluck Luciano Beretta, Miki Del Prete, Adriano Celentano Paola Bertoni / John Foster Se questo ballo non finisse mai Vito Pallavicini, Gino Mescoli
Erfolge Neun Finalbeiträge schafften es in die Top 15 der Charts, davon sechs in beiden Versionen. Nessuno mi può giudicare stand auch in beiden Versionen auf Platz eins, Dio, come ti amo lediglich in der Version von Modugno. Von den nicht für das Finale qualifizierten Liedern gelang immerhin zweien der Charteinstieg: Questa volta von Bobby Solo und Il ragazzo della via Gluck von Adriano Celentano.
Modugno trat mit seinem Siegerlied auch beim Eurovision Song Contest 1966 in Luxemburg an (es war seine dritte ESC-Teilnahme), erreichte dort jedoch mit 0 Punkten den letzten Platz.
Weblinks
Festival di Sanremo 1966 auf Sorrisi.com (italienisch) Sanremo 1966 auf HitParadeItalia (italienisch)
Belege
Kategorie:Musikwettbewerb 1966 #1966 Kategorie:Casinò di Sanremo