Carl Friedrich Ernst Noack oder Karl Friedrich Ernst Noack (* 12. Juni 1861 in Dresden; † 14. September 1925Verhandlungen des Sächsischen Landtages. Band 2. 150. Sitzung, S. 5135 (Digitalisat) ebenda;Noack, Karl Friedrich Ernst im Personen.Wiki der SLUB Dresden) war ein deutscher Zimmermeister, Bauunternehmer und Landespolitiker (DVP). Er gehörte dem sächsischen Landtag ab 1920 bis zu seinem Tod an.
Leben und Wirken Nach Absolvierung der Bauschule übernahm Noack das väterliche Baugeschäft. Mit dem Architekten Richard Schleinitz betrieb Noack um jene Jahrhundertwende das gemeinsame Büro Schleinitz & Noack. 1905 wurde er königlich sächsischer Hofzimmermeister und baute um jene Zeit das Drehgerüst in der Kuppel der Frauenkirche zur Erneuerung der Kuppelmalerei.Wolfram Jäger: Mauerwerk-Kalender 2015. John Wiley & Sons, 2015, ISBN 978-3-433-60530-1, Bild 67. Noack zeigte 1906 auf der 3. Deutschen Kunstgewerbeausstellung in Dresden die von ihm mit Kastenquerschnitten entworfene und gebaute KunstindustriehalleTheodor Gesteschi: Der Holzbau. Grundlagen der Berechnung und Ausbildung von Holzkonstruktionen des Hoch- und Ingenieurbaues. Springer, Berlin 1926, S. 167. und erhielt eine Staatsmedaille. 1908 errichtete er für Josef Graf von Schall-Riaucour das sogenannte Putzkauer „Jagdschloss“, ein aus schwedischer Fichte gebautes Blockhaus.Bilder aus der Heimat – Kalender rund um den Valtenberg – 2017. putzkau-denkmalschutz.de 1912 wurde er Obermeister der Dresdner Baumeisterinnung.
Im Jahr 1922 erfolgte seine Ernennung zum Ratszimmermeister. Noack realisierte u. a. „musterhafte Großprojekte“ in Dresden, so die Festhalle für das 13. Deutsche Bundesschießen 1900, die Interimsbrücke über die Elbe 1904–1911 und die Festhalle für das I. Sächsische Sängerbundesfest 1925.Dresden-Bibliographie IV, 4530.
In den zeitgenössischen Adressbüchern als Architekt und Baumeister bezeichnetAdressbuch Dresden 1900, S. 445. führte Noack sein Bauunternehmen als Ernst Noack, Zimmermeister, Büro für Architektur und Bauausführung in Dresden; Sitz des Unternehmens war das ihm gehörende Haus Fröbelstraße 101.Adressbuch Dresden 1900, II. Teil, S. 142.Adressbuch Dresden 1924/1925, S. 634.
Noack gehörte als Abgeordneter der DVP für den sächsischen Wahlkreis 1 in Dresden den Landtagen der 1. (1920–1922) und 2. Wahlperiode (1922–1926) an. Nach seinem vorzeitigen Tod wurde er am 17. November 1925 rückte für ihn der Abgeordnete Richard Johannes Hartwig für den Rest der Legislaturperiode nach.
Bauten (Auswahl) mini|hochkant|Abbruch der Augustusbrücke und Interimsbrücke (1907) mini|Wohnhaus Noack in der Villenkolonie Kemnitz 1897–1898: Bootshaus des Rudervereins in Dresden-Blasewitz (zusammen mit Richard Schleinitz)Bootshaus des Rudervereins, Dresden-Blasewitz. In: Blätter für Architektur und Kunsthandwerk, 12. Jahrgang 1899, Tafel 44. 1900: Festhalle für das Bundesschießen in Dresden 1904–1911: Interimsbrücke über die Elbe (während des Neubaus der Augustusbrücke) um 1905: Drehgerüst in der Kuppel der Frauenkirche Dresden zur Erneuerung der Kuppelmalerei Wohnhaus in Holzbauweise als Ausstellungsobjekt auf der 3. Deutschen Kunstgewerbeausstellung in Dresden (Entwurf von Oswin Hempel; nach 1906 in erweiterter Form als eigenes Wohnhaus Noacks in der Villenkolonie Kemnitz, Holsteiner Straße 8, wiedererrichtet; unter Denkmalschutz)Haus Holsteiner Straße 8 in der Denkmalliste 1908: Putzkauer „Jagdschloss“Jagdschloss Putzkau bei der Deutschen Fotothek. putzkau.de ab 1915: Verwaltungsgebäude der Gewerbekammer Dresden, Grunaer Straße 50 in Dresden (nach Richard Schleinitz’ Tod durch Noack vollendet) 1925: Festhalle für das 1. Sächsische Sängerbundesfest
Auszeichnungen 1877: Silberne Medaille der Gewerbeschule des Gewerbevereins Dresden (zeitgleich mit Richard Schleinitz)Angela Buchwald: Sächsischer Hoflieferant 1906: Staatsmedaille der 3. Deutschen Kunstgewerbeausstellung in Dresden königlich sächsischer Albrechts-Orden (Ritter 1. Klasse) königlich sächsisches KriegsverdienstkreuzAdressbuch Dresden 1918, 1. Teil, S. 545.
Literatur Josef Matzerath: Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte. Präsidenten und Abgeordnete von 1833–1952. Sächsischer Landtag, Dresden 2001, S. 36. Fritz Räder: Hof- und Ratszimmermeister Baumeister K. F. E. Noack. In: Dresdner Geschichtsblätter, Band 34 (1926), S. 155–157. Fritz Räder: Hof- und Ratszimmermeister Baumeister Karl Friedrich Ernst Noack. Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung, Dresden 1927. (mit einem Bild Noacks, 27 Abbildungen seiner Bauten und zehn Zeichnungen)
Weblinks im Personen.Wiki der SLUB Dresden
Einzelnachweise
Kategorie:Zimmerer Kategorie:Baumeister (Dresden) Kategorie:Architekt (Dresden) Kategorie:Mitglied des Sächsischen Landtags (Weimarer Republik) Kategorie:DVP-Mitglied Kategorie:Königlich Sächsischer Hoflieferant Kategorie:Träger des Albrechts-Ordens (Ritter 1. Klasse) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1861 Kategorie:Gestorben 1925 Kategorie:Mann