Superphenalen ist ein sehr großer Vertreter der polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK). Es kann formal als aus drei anellierten Superbenzolen (Hexa-peri-hexabenzocoronene) angesehen werden.

Es kann als Überlappungsstruktur von drei symmetrisch um ein Zentrum angeordneten Hexa-peri-hexabenzocoronenen (HBC) angesehen werden (auch Superbenzol genannt)Shunji Ito, Peter Tobias Herwig, Thilo Böhme, Jürgen P. Rabe, Wolfgang Rettig, Klaus Müllen: Bishexa-peri-hexabenzocoronenyl: A “Superbiphenyl”. In: Journal of the American Chemical Society. 122, 2000, S. 7698–7706, doi:10.1021/ja000850e.Jishan Wu, Mark D. Watson, Natalia Tchebotareva, Zhaohui Wang, Klaus Müllen: Oligomers of Hexa-peri-hexabenzocoronenes as “Super-oligophenylenes”: Synthesis, Electronic Properties, and Self-assembly. In: The Journal of Organic Chemistry. 69, 2004, S. 8194–8204, doi:10.1021/jo0490301.. Diese sind seit 2004 ebenfalls als Bausteine der molekularen Elektronik bekannt, da sie selbst-zusammenbauende Säulen bilden und Nanoröhren.Jonathan P. Hill, Wusong Jin, Atsuko Kosaka, Takanori Fukushima, Hideki Ichihara, Takeshi Shimomura, Kohzo Ito, Tomihiro Hashizume, Noriyuki Ishii, Takuzo Aida: Self-Assembled Hexa-peri-hexabenzocoronene Graphitic Nanotube, Science, Band 304, 2004, S. 1481–1483, doi:10.1126/science.1097789, PMID 15178796.

thumb|Struktur von Hexa-peri-hexabenzocoronen

Darstellung Klaus Müllen synthetisierte es als Basisbaustein für Säulen in Flüssigkristallen, die wie das Molekül eine C3-Symmetrie haben (dreizählige Symmetrieachse senkrecht auf dem ebenen Molekül). Seine erste Synthese erfolgte mit „nasser Chemie“ und wurde von ihm als recht einfach beschrieben mit Standardmethoden der Synthese benzoider PAK (BPAK): Diels-Alder-Reaktion von 1,2,3-Triethinylbenzol mit Cyclopentadienon-Derivaten bei Anwesenheit von o-Xylolen. Es entstehen Vorstufen der Polybenzol-Verbindung, die anschließend unter sauren Bedingungen einer oxidativen Cyclodehydrierung unterzogen werden. Müllen verfolgte allgemein ein Programm der billigeren Herstellung von Bausteinen molekularer Elektronik mit Methoden der nassen organischen Chemie (statt mit Chemischer Gasphasenabscheidung), vorzugsweise von Bausteinen, die eine Tendenz zum Selbstzusammenbau haben. Es ist ein Beispiel für Graphen-Nanostrukturen und wurde so auch von Müllen und Mitarbeitern mit Hilfe der von ihnen entwickelten soft landing Massenspektrometrie auf Oberflächen erzeugt.Hans Joachim Räder, Ali Rouhanipour, Anna Maria Talarico, Vincenzo Palermo, Paolo Samorì, Klaus Müllen: Processing of giant graphene molecules by soft-landing mass spectrometry. In: Nature Materials, Band 5, 2006, S. 276–280, doi:10.1038/nmat1597 (Abbildung). Müllen synthetisiert mit seiner Gruppe solche Graphen-Nanostrukturen (darunter auch leitende Bänder) im Rahmen der organischen Elektronik.

Vorkommen Ein natürliches Vorkommen ist nicht bekannt.

Eigenschaften mini|none|Veranschaulichung der planaren Geometrie Superphenalen hat eine planare Geometrie. Es hat mit 540.000 mesomeren Grenzstrukturen deutlich mehr als Superbenzol (250), Supernaphthalen (16.100) und auch als Buckminsterfulleren (12.500). Das Molekül hat eine senkrecht auf dem Molekül stehende dreizählige Symmetrieachse (C3).

Einzelnachweise

Literatur

deutsche Ausgabe: Columnare Flüssigkristalle auf Superphenalen-Basis, Angewandte Chemie, Band 116, 2004, S. 773–777

Kategorie:Polycyclischer aromatischer Kohlenwasserstoff